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Von der Sirene zur Flöte

Die Mobilfunkmaschine registriert öfters mal unbekannte Anrufe. Aus Jux ruft man dann mal zurück. Hier nun wurde mir der kostenlose Bezug einer ortsbekannten Zeitung für 1 Woche annonciert. Von einer derart weichgespülten Frauenstimme, dass ich mich dazu zu äußern veranlasst fühlte. Bei Odysseus waren es die Sirenen - heute sind es die Marketenderinnen des Marketings. Ich würde es nicht weiter für wert halten, wenn ich nicht selbst einmal Info-Marketender an einer deutschen Bildungs-Einrichtung gewesen wäre. Meine werbliche Telefon-Stimme war auch nicht schlecht. Ich wurde dann aber überbotet. Darauf trat ein gewisser Erlösungs-Effekt ein.

„Lasciate ogni speranza, voi ch'entrate“ * Impressionen aus einer Kasseler Klinik....

(*Die ihr eintretet, laßt alle Hoffnung fahren) Dante, Die Göttliche Komödie, Hölle III, 9)

......die nicht namentlich genannt wird. Sie könnte anders heißen und überall stehen in den in den letzen Jahrzehnten geschaffenen Wüsten der privatisierten Daseinsfürsorgen.
(siehe auch: Der Spiegel Nr. 51 / 2016, „In der Krankenfabrik – Ausgelieferte Patienten, ausgebeutete Ärzte....“)

In Michael Endes Märchen „Momo“ gibt es "ümmer und überrrall"(EAV) das Böse in Gestalt Grauer Herren. Sie überleben einzig dadurch, dass sie den Qualm bestimmter Zigarren einatmen. Die Zigarren drehen sie sich aus der Zeit, die sie den Menschen abpressen oder abschwatzen. Ein geruhsam beim Besenschwingen vor sich hin philosophierender Beppo Straßenfeger oder der Zeitaufwand fürsorglich sich umeinander kümmernder Nachbarn sind ihnen lebensbedrohende Entsetzlichkeiten.
Vielen galt das Buch damals als Warnung davor, wohin aktuelle gesellschaftliche Trends zu führen drohten. Gewisse andere, auf die Durchökonomisierung aller Bereiche schon früh bedachten Kräfte werden die Dystopie allerdings in ihrer neoliberalen Zukunftswerkstatt als feuchten Wunschtraum erlebt haben. Mittlerweile hat der sich erfüllt – Graue Herren sind allem Anschein nach massenweise als logistische und geschäftsführende Fachkräfte angestellt und bestimmen den Alltag, z.B. von Patienten und Arbeitenden in Kliniken. Ausreichender qualitativer Aufwand für Kranke sowie, Pfui Deibel, das Nachfragen lästiger MüPs* scheinen ihnen ebenfalls lebensbedrohende Entsetzlichkeiten zu sein.....wie wir erleben konnten....
(*mündiger Patienten) " „Lasciate ogni speranza, voi ch'entrate“ * Impressionen aus einer Kasseler Klinik...." vollständig lesen

Neulich beim Einsteigen: „Kasseler Krankeit“ oder Nonsalutaritis globalis?

“Kasseler Krankheit“nannte es ein Bekannter, der mir an einer Bushaltestelle seinen Ärger erzählte: Neulich beim Einsteigen in den Bus sei ihm einer begegnet, den er aus früheren Arbeitszusammenhängen kenne und der von der“ Kasseler Krankheit“ befallen sei. Das sei – so vermutete der Bekannte – wohl ein Kunsthistoriker, soweit er sich erinnere, habe der betreffende Herr... "Neulich beim Einsteigen: „Kasseler Krankeit“ oder Nonsalutaritis globalis?" vollständig lesen

Alltagssoziologie: Das Sowohl-als-auch-Paar

Bereits in den 1920ern und 30ern hatte sich Leopold von Wiese - im Rahmen seiner "Beziehungslehre" - fast zärtlich über seine kleinste soziale Einheit gebeugt: "das Paar". Und da konnte es sich nicht nur "um sympathisierende Zweiergruppen handeln, sondern auch um das Antipaar, dessen Verbundenheit auf Antipathie, z.B. auf Rivalität, Konkurrenz, Opposition, ja Konflikt ... beruht. Auch hier ist wieder drittens das Mischverhältnis von Mit- und Gegeneinander häufig." - Nun füge ich aus eigenen Forschungen hinzu die Schattierungen eines absteigenden Kopplungsvermögens von Ego und Alter: Wartenlassen > Hinhalten > Hängenlassen > Versetzen > Sitzenlassen.
Diese Erkenntnis widme ich dem zukünftigen Weltfrieden.

Freisprechanlage: Von Menschen und (Natur-)Katastrophen

Unser Gast Edda Friedrich kommt aus Naumburg, sie wurde von den dauernden Naturkatastrophen so berührt, dass sie ihr Erleben des Schrecklichen in ein Hörstück übersetzte, mit dem sie sich an einem Wettbewerb beteiligte. Anlässlich "Haiti" wurde dieses Stück in ein Doku-Drama von 20 Min. Länge übersetzt. Wir spielen dies in Sequenzen und Etappen mit Erläuterungen ein; die Autorin will darauf aufmerksam machen, "dass so ein einschneidendes Geschehen überall und jederzeit passieren kann."
Was die in einer Zeitung so genannte "Hobby-Autorin" sonst noch bewegt, wird sie erzählen können.
Auch über den Livestream hörbar, Wdh. Montag 10 Uhr; podcast folgt.

Geschäftsmodelle

Abzocken ist nicht gerade neu. Trotzdem hat sich unser Generalanzeiger der Sache bereits angenommen. Es stehen neuerings sehr große Schilder bei dem Supermarkt um die Ecke, wo dem vorübergehend ruhenden Menschenkind, das hier zu lange parkt, mit 19,90 Euro Strafe gedroht wird. Nämliches widerfuhr mir hinterm Willi-Bahnhof bei der Deutschen Bahn. (Hier waren es 22 Euro - für 20 Minuten Abholen -, der Preis scheint sich zwischen Bahn und Supermarkt einzupendeln.)
Auf beiden Parkplätzen ist es mir seit etlichen Jahren noch nicht gelungen, sie voll zu finden. Dafür findet es der Supermarkt wohl gelungen, zwischen Frankfurter Straße und Kurhessenhalle einen gerne im Schnelltempo von SUV's genutzte Abkürzung gebaut zu haben, um die Kreuzung Leuschnerstraße zu umgehen. Die Bodenschwelle ist einmal im Monat kaputt; die beiden Alibischranken werden nachts nicht geschlossen.
Das nennt man Geschäftsmodelle. Aus heißer Luft Geld machen. Einem Knöllchensheriff und der Schilda-Firma einen Job verschaffen. Das Privateigentum fördern, dem Gesetz Anwendung garantieren. Das nenn' ich Verlogenheit.

Neulich am Bebel

Es schneit. Unter den Schaufensterüberdachung links und rechts neben dem Hauseingang 149 steht jeweils eine Frau und schaut dem Flockenfall zu. Ein Mann ohne Kopfbedeckung, dafür aber mit einer brennenden Zigarette in der Hand, geht schwungvoll an den Frauen vorbei, rutscht, fängt sich und schaut auf seine Zigarette. Dann erst erklärt er den Frauen: "Da war Eis drunter", und geht weiter.

Die Kasselcam Webcam über Kassel ist wieder online!

Die Kasselcam ist nach einer kleinen Pause wieder online. Sie bietet den Kasselern und vielen Leuten in der Welt nun seit 15 Jahren einen schöne Blick von der Mönchbergstraße aus über die Stadt hinweg bis zum Herkues, und das gestochen scharf und in HD. Ich hoffe, dass ich in Zukunft auch wieder "Das aktuelle Wetter von gestern" als Zeitrafferfilm täglich anbieten kann. Ein paar Fime findet man aber noch online.

www.kasselcam.de


Außergewöhnliches

Beim Einsteigen in den Bus der Linie 27 am Bebelplatz werde ich heute morgen mit einem freundlichen "Guten Morgen" begrüßt. Das ist mir nun auch noch nicht vorgekommen. Es scheint, als gäbe es doch noch Leute, die friedlich mit anderen in Gesellschaft leben wollen. Und es scheint mir, als hätte sich die Freundlichkeit in das Geschnatter der reichlich vohandenen älteren Damen hineingewoben. (Allerdings fuhren wir noch in der "Windmühlenstraße" am Knast vorbei. -?! - Aber das lässt sich vielleicht auch noch beheben.)

Meine Dauerkarte und ich

Im Austausch für vier Übernachtungen von zwei Regisseurinnen erhalten wir Dauerkarten für das 32. Kasseler Dokumentarfilm- und Videofest, was den eifrigen Besuch der Filmvorführungen nach sich zieht. Bei mir notgedrungen weniger, bei den anderen dafür mehr. Janosch beispielsweise fährt ständig mit dem Fahrrad zwischen Bali und Filmladen hin und her.

"Meine Dauerkarte und ich" vollständig lesen

Shifter&Kalauer 16: Wort-Physik

Was mag ein "Publikumsmagnet" sein? Sind Menschenmengengruppen per Physik anundfürsich (vgl. Hegel) attraktivierbar? Weil sie innendrin auch eine positive Anziehungskraft haben? Bis jetzt seh ich nur Minus statt Plus, bzw. umgekehrt.

"Steht die Hausfrau vor dem Aus...?"

lebt es sich in Saus und Braus! Es lohnt sich doch immer, wenigstens die Schlagzeilen der bei unseren Umsonst-Zeitungen Halb-Arbeitslosen Texter/Innen zu lesen. Weil sie sonst nichts zu tun haben, machen sie wirklich gute Schlagzeilen, bei denen man sich an den Kopf kloppt (s. red devils) und sich fragt: Wie kam es, dass Du darauf nicht kamst?
""Steht die Hausfrau vor dem Aus...?"" vollständig lesen

Nichts ekliger

Manchmal kann man die Vegetarierinnen dann doch verstehen. Nämlich wenn man einen sog. Fleischwolf sauber machen musste. Schon der Name schreckt natürlich ab. Aber ich musste ihn (schon aus historisch-nostalgischen Gründen) einmal reanimieren (Alexanderwerk 8). Wenn der Wolf aber dann ein Wolf wäre und alles verzehrte? - Nein, es bleibt ein wirklich hartnäckiger Rückstand (aus Flechsen und Sehnen und sowas) da, den zu entsorgen es schon einiger Tapferkeit bedarf. Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, einmal ein sog. eigenes Hack-Wolfs-Fleisch zu erstellen. Man konnte die Andersheit zum Metzgerischen durchaus schon erahnen. Denn der Elektrowolf (namens "General Cutter") kriegt natürlich alles durchgewürgt.
Aber es blieb zunächst einmal ein Experiment. Vielleicht besinnen sich ja auch die Vegetarierinnen noch einmal. Dann bleib ich mit meinem Wolf nicht so einsam und alleine...

Der Gewalt-Flügelschlag

erhöht seine Schlagzahl.
Kein Tag ohne (vor allem berichtete) Gewalt-Tat. Seit ein paar tausend Jahren gibt es ungeliebte Fremde und also auch die berühmte Fremdenfeindlichkeit. ZB The Battles of Jericho. Nun bevölkern sie die Medien. Ein harmvoller Schlappi namens "türkischer Rechtspopulist" bedauert die Außerbetriebsetzung der KZs. Eine Schlägerei bei der Essensausgabe in Calden (das "Gastmahl"!!). Sie machen uns unser cocooning kaputt! Die Ablenkungs-Schleife wird perfektioniert. Alles demokratisch. Auch den korrekten Krieg haben sie uns kaputtgemacht. (Wers nicht glaubt, lese: "Man hat der westlichen Kultur den Krieg kaputt gemacht". Mühlmann, Heiner (2012): Anthropologische Kriegstheorien: Theorie des intrakulturellen Krieges. Der Halbfeind. In: Thomas Jäger und Rasmus Beckmann (Hg.): Handbuch Kriegstheorien. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, S. 15–24.) Die Halbfeinde sind der Verwaltung und den Turnhallen übergeben worden: Für einen 1948 Geborenen der aktuelle Wahnsinn.

„Generation Y“

Die Arbeit leben – mit Leichtigkeit.

„Generation Y“: Eine neue Generation Nachwuchskräfte erobert den Arbeitsmarkt.
Sowohl der Sinn als auch der Stellenwert von Arbeit wird von ihr neu definiert. Was für eine Denkweise hat die sogenannte Generation Y, wie definiert sie sich und was sagen Experten zu dieser neuen Spezies Nachwuchskräfte? "„Generation Y“" vollständig lesen

Nach Maßgabe der Möglichkeiten

Die "Belastbarkeit" Deutschlands (und zahlloser anderer Länder) ist um ein Vielfaches größer. "Wir" haben Hunderte von Milliarden Euro Staatsschulden aufgehäuft, um die Banken der Welt von Risiken freizustellen. Wir halten Länder an der Peripherie Europas seit vielen Jahren am Rande eines Chaos, das wir selbst keine drei Monate aushielten, damit wir Weltmeister weiterhin unsere subventionierten Produkte dorthin ausführen können und uns die Sirtaki-tanzenden faulen Griechen die Afrikaner vom Hals halten – notfalls halt ohne Menschenrechte. Wir exportieren die subventionierten Agrarprodukte aus der EU zu noch mal subventionierten Preisen nach Afrika: So lange, bis kein kenianischer Bauer mehr mithalten kann, auch wenn er bloß noch einen halben Dollar am Tag verdient.
Ein überaus lesenswerter Kommentar von Bundesrichter Thomas Fischer in der Zeit zur unsäglichen und populistischen Debatte über das im Grundgesetzt festgeschriebene Recht auf Asyl.