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Dieser Bolschewismus hat uns gerade noch gefehlt

Der direkt unter meinem Beitrag angekündigte Vortrag über das Verhältnis von Steiner zum Bolschewiken. Was da auf einen zukommen mag, ist wohl thematisch bereits nachzulesen. Titel: "Freiheit oder Fremdbestimmung - Dreigliederung oder Bolschewismus". Angekündigt wird hier im Rahmen von "Materialien zur Zeitgeschichte" Folgendes: "Die Herausgeber [Martin Bacher, Fritz Spielberger] knüpfen mit ihrem Buchtitel an ein Zitat von Rudolf Steiner an: Zwischen Dreigliederung (Synonym für freiheitliche Ordnung) und Bolschewismus (Synonym für einen sozialistischen Zentralismus) muss sich der Kampf abspielen. Das Herrschaftssystem des real existierenden Bolschewismus bestand bis zum Zerfall der UdSSR 1991." Das ist natürlich glatter Nicht-Sinn und historisch eine falsche Nahelegung, beides zusammen Propaganda für eine bestimmte Art von Geistes-Wissenschaft.
Das ist Hintergrund, und der angekündigte Vortragende Gerald Häfner ist damit nun nicht identisch, setzt sich grün für die "Basisdemokratie" ein. Warum wählt er dann aber diesen obszönen Kurzschluss-Titel?
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Freisprechanlage: Macht

Wohl jeder kennt die kleinen alltäglichen Ohnmächte. Man denke an widersinnige bürokratische Vorschriften oder den Versuch, eine Internet-Störungsmeldung beim Socall-Telefonprovider an die richtige Stelle zu bringen, Schleifen Schleifen. Das führt zu Empörungen, die wiederum zu Parteien führen können. - Dann gibt es die großen Mächte. Wahnsinnige Landesführer beginnen, mit Atomwaffen herumzufuchteln, darunter der Leader eines Landes, das man bisher noch zur Zivilisation gerechnet hatte.
In der letzten Sendung mit Birgit Daiber (hier der podcast) kam die Frage auf, wie man als Abgeordneter im Europaparlament überhaupt ein Bein auf den Entscheidungsboden bekommt. Auch hier gibt es Übermächte. Viele Menschen glauben an physikalische Politik: Man geht auf die Straße und demonstriert „Gegenmacht“ und „Druck“. Wir möchten genauer wissen, was das eigentlich ist, Macht, wie sie 'funktioniert', und welche Einwirkungsmöglichkeiten man überhaupt hat.
Morgen, Sonntag 15.10.17, 18-19 Uhr im Freien Radio Kassel.

Freisprechanlage auditiv: Bewegende Bewegt-Begegnungen mit Birgit Daiber

Zweieinhalb Monate hat die Sendung vom 23.7. in historischen Behältern gereift, bis es nun zum Wiedergehörtwerden rund um die Autorin Birgit Daiber und ihr Buch "Und sie bewegt sich doch..." kommt. Sie stellte fest, dass sich nur noch Wenige erinnern, dass da 1968 einmal etwas war. Und dass es in einem "Lesebuch" (Untertitel) sogar um "Progressive soziale Bewegungen, die EU und die UNO" gehen kann...
Während der Sendung kamen wir bereits auf die menschliche Fundamentalerfahrung der "Ohnmacht" und nahmen uns vor, in einer Fortsetzung (15.10.17) die korrespondierende Macht und die Mächte zu 'verstehen'. (Wird am Samstag angekündigt.) Diese nachholende Wiedergabe ist eine gute Vorbereitung dazu:


[Sendung zum Herunterladen]

Mal was Anspruchsvolleres: Krieg und Frieden

Kriege gibts immer weiter, trotz "Nie wieder Krieg!" - jeweils nach den Kriegen. Und dann gibt es die vielen Friedensfreunde und -freundinnen auf der ganzen Welt. Welchen Krieg meinen sie abschaffen zu wollen? Vermutlich den alten, den wir kennen, und vom letzten großen bin ich jedenfalls noch Kind. Nun bringt uns Heiner Mühlmann mit dem Satz (vorübergehend) aus der Fassung: "Man hat der westlichen Kultur den Krieg kaputt gemacht"... "Mal was Anspruchsvolleres: Krieg und Frieden" vollständig lesen

Misswahl

Der verstorbene Roger Willemsen sagte zum deutschen Klima 2000ff.: "Stillstand als Sakrament". Und: "Die Träume der Veränderung sind ausgeträumt." (Er meinte die richtig großen.) -
Wie sah es im Dunkeln der platonischen Höhle aus? Es wurden Trugbilder an den dort angebundenen, "ungebildeten" Menschen vorübergetragen - "haßerfüllt, gelähmt und mit Fiktionen vollgestopft." (Bruno Latour) Aber im Dunkeln gilt der alte Spruch: "Immer wenn Du denkst es geht nicht mehr, kommt von irgendwo eine Halogenleuchte her"!

Freisprechanlage auditiv mit Wahlvorschlag: Kandidieren mal ohne Partei

Muss es denn immer die gleiche Politmaschine zur Bundestagswahl sein, mit Medienklamauk, Plakaten (die unser Gast Eva-Maria Gent zu recht für Umweltverschmutzung hält) etc.? Nein: Man kandadiert einfach direkt. Dass das geht wissen viele überhaupt nicht. Wie es geht und mit welchen Inhalten hier speziell, das kann man sich in unserer Sendung im Freien Radio Kassel anhören. (Man kann noch hinzufügen: Wenn es eine Fröhliche Wissenschaft gibt, darf es auch eine Fröhliche Politik geben..)

Freisprechanlage auditiv mit Wahlvorschlag: Kandidieren mal ohne Partei zum Herunterladen
Musik leider wie immer rausgeschnitten sein muss.


Freisprechanlage: Wahl oder Nichtwahl?

Man hat ja oft den Eindruck, man sollte zwischen einer einen Null und einem anderen kein Kreuz auf sich laden. Das ist nun hier mal anders. Ich wäre sofort dafür, dass nächsten Sonntag Eva-Maria das Rennen für die Bundeskanzlerschaft macht. Schon wegen der Mutigkeit, sich parteilos aufzustellen und damit zu behaupten, der Bürger oder die Bürgerin könnten möglichwerweise einen konkreten Einfluss nehmen.
Erstmal: Sendng morgen 18-19 Uhr, in der Freisprechanlage, Freies Radio Kassel.
Die Selbstdarstellung von Eva-Maria kann man lesen unter:
http://buergerkandidaten.de/bewerbungen/582-eva-maria-gent

Entscheidende Nicht-Entscheidungen

Irgendwo hab ich gelesen, dass es ein besonderer Trick der Poltik sein soll, in Abwesenheit eines "Begriffs des Politischen" alles zu tun, um den Anschein eines Tuns zu vermeiden. Tun ist so ungefähr gleich Entscheidung: Man tut dieses, unterlässt jenes. Das Kunststück beides (nicht) zu tun, beherrschen nur wenige, außer unsere guten Hirten. Mutti macht das schon, Bart und Brille bei Vati stört nach neuesten Umfragen schon a bisserl! Zu viel Widerstände im Gesicht! Menschen, das wird eine gemütliche Entscheidung.

Freisprechanlage: Das Drunter

In der Mitte des 19. Jhs. begannen fortschrittsgesinnliche Frauen bekenntnishaft ihr Korsett auszuziehen. Das wurde als emanzipatorische Revolution verstanden. Heute könnte es umgekehrt heißen, dass die Wiederkehr des (eigentlich immer als pressing empfundenen Kleidungsstücks - ich selbst hab es noch bei meiner Oma, auszugsweise, erlebt) dieselbe sein könnte. Unsere Gesprächspartnerin diesbezüglich ist Michaela Kirschberger von den "Midinetten" Kassel. Der Duden teilt uns mit, bei der Midinette handle es sich a) um eine Pariser Modistin, Näherin, und b) "(veraltet)" um ein leichtlebiges Mädchen. Da haben wir ja eine Menge Stoff zu nähen.
Heute, Sonntag, 20.8.2017, Freies Radio Kassel, live 18-19 Uhr.
Die weiteren Zugangsweisen sollten bekannt sein (livestream zeitgleich, Wd.h. am Montag, später podcast.

Neue Rechtshistorie betreffs Nazi-Urteilen

Es ist eine winzige Nachricht mit, jedenfalls für mich, ungeheuren Ausmaßen. Einige haben vielleicht Filme über den damaligen hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer gesehen, die plastisch zeigen, welche Kämpfe dieser Mann mit den Post-Nazi-Besetzungen an deutschen Gerichten (s. Auschwitz-Prozesse) und der Vertuschungspolitik auszufechten hatte. Das "Forschungsjournal Soziale Bewegungen" hat unlängst berichtet über ein Urteil des 3. Strafsenats des BGH, das die Rechtsauffasssung Bauers, es handle sich um direkte Täter, nach Jahrzehnten bestätigt: eine grausame Zeitverzögerung. "Neue Rechtshistorie betreffs Nazi-Urteilen" vollständig lesen

Freisprechanlage: "Und sie bewegt sich doch..."

Man möchte nun meinen, es ginge um die Drehsucht der Erde, dass sie nicht still stehen können will. Keineswegs. Birgit Daiber hat ein Buch diesen Titels geschrieben mit dem sie andeutet, dass sie die vielen sozialen Bewegungen nicht beerdigt sieht: vom Thema Frau über Umwelt über Frieden über Globalisierung über Gewerkschaften...
Bevor wir uns hier sprachlich zu sehr ausdehnen: Morgen, 23.7.2017, Freies Radio Kassel, 18-19 Uhr.
Die üblichen Internet-Zugänge wie immer. "Freisprechanlage: "Und sie bewegt sich doch..."" vollständig lesen

Freisprechanlage: Wie die Jungfrau zum Roman...

"Dieser Roman wurde geschrieben, um die Zeit sinnvoll zu verbringen." Ein starker Satz. Eigentlich Techniker i.R., nun auch Autor von "und ich". Wie, was und warum erzählt Wolfgang Gerland:
heute 25.6.2017, 18-19 h, im Freien Radio Kassel.
Mit Livestream direkt mithörbar, Wdh. Montag 10h, später podcast.

Documenta 14: Das Allerhöchste

Motto: Repräsentative Demokratie - von Ferne - So sieht man sie doch gerne!
Jeder Anfang hat einmal ein Ende.
Dazu erstmal Herumstehen.
Das Präliminarium wurde gestern um 10 Uhr jäh beendet durch eine Top-Eröffnung. Jedes Land und jede Stadt braucht einen Führer, einen Großen Vorsitzenden, einen Präsidenten - hier waren es gleich vier. In abgleitender Reihenfolge: Prokopis Pavlopoulos, Frank-Walter Steinmeier, Volker Bouffier, Bertram Hilgen. Jeweils garniert mit den passenden Gattinnen. Vorfahrt mit diesem Tonalarm und Blaulichtern auf den schwarzen Karossen (die Ausnahme der Grieche...), wie man sie aus dem Fernsehen kennt.
Es wird schon ernster
Der documenta-Präsident Adam Szymczyk stand eher ein bisschen wie nicht eingeladen dabei.
Das war also die 100%-Prominenz, die weiträumig vorm Volk abgeschirmt und von ihm eingekesselt war, vom bunten Völkchen der Polizisten und Polizistinnen vielfach beiderseitig geschützt. Auf den Dächern mehrere Scharfschützen, am Himmel ein Hubschrauber kreisend, dem kostbaren Lebensgut entsprechend. Dazu passte die Fridericianums-Giebel-Aufschrift "Being Safe Is Scary" bestens. "Documenta 14: Das Allerhöchste" vollständig lesen

Documenta 14: Kleine nervöse Nachschübe zum Startup

Noch am Mittwoch eile ich zur Neuen Alten Post. Ich bin vor allem neugierig, was unsere praktischen Innenwerker da vollbracht haben. Höret einen von ihnen sprechen in unserer Sendung der Freisprechanlage des Freien Radios. Prima Bewirtschaftung einer sog. "Brutalarchitektur", die selbst die Post größtenteils als Wirtschaftsflüchling verlassen hat. (Wie man hört, hat die Restfiliale durch Serviceschrupfung lange Schlangen erzeugt.) Der Zugang ist noch nicht geschildert, man stolpert sich bis jetzt noch so hinein. Ein Pappschild rechts vom sprengwürdigen Gebäude vor dem geplanten Imbisswagen sagt, auf einem Stuhl aufgerichtet: documenta hintenrum. Bis zur offiziellen Eröffnung werden die Jungs und Mädels Praktiker das noch hinbekommen haben. "Documenta 14: Kleine nervöse Nachschübe zum Startup" vollständig lesen

Documenta 14: Pressekonferenz, Mittwoch

Mega-Events sind natürlich einer „Gesellschaft des Spektakels“ (Guy Debord) völlig angemessen, weshalb ich sie so gut es geht meide. Ebenfalls angemessen ist dann eine „Eröffnungskonferenz“ mit 13 Reden und 1 Musikstück. (Dies war nun keine umrahmende Klassik wie üblich: Ausschnitte aus dem Stück Quatrain nach Passagen der „Todesfuge“ von Paul Celan, vorgetragen von dem aus Syrien geflüchteten Geiger Aly Moraly.) Zweieinhalb Stunden Marathonifizierung, die anschließenden Fragen an die Eröffner noch nicht gerechnet. Die in Australien lebende Koreanerin neben mir murmelt: torture. Interessant für mich der Test, was man unter angeblich mehr als 2000 Wort- und Bildgebern, von denen man niemanden persönlich kennt, so wahrnimmt.
Man hat zu unterscheiden zwei Gruppen: „Funktionsträger“ (allein 6) und inhaltlich Beteiligte (Kuratoren etc.) Bei den Funktionsträgern weiß man natürlich schon, was kommt: Hochbelobigung der Bedeutung für Stadt-Land-Welt; Hochbelobigung der Rolle der Kunst überhaupt, Hochbelobigung der Sponsoren, Beiträger, Institutionen; Mitarbeiter. Leiter Adam Szymczyk lässt seiner kurzen Ansprache am Ende eine lange Liste seiner nicht so prominent hervorgehobenen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen folgen. Eine Zwischenrolle spielt die Schauspielerin und griechische Ministerin für Kultur und Sport, Lydia Koniordou. Sie weiß auch als Funktionsträgerin eine Rede zu halten: erholsam. Auch die kurze, frei gehaltene Ansprache von Hortensia Völckers (Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes) vermochte dieses. "Documenta 14: Pressekonferenz, Mittwoch" vollständig lesen

Freisprechanlage auditiv: Drei Documentaboys - innen

Da nun morgen die documenta für die Kaste der Journalisten mit der Pressekonferenz und einer Vorabbesichtigung quasi eröffnet wird, kommt unser Gespräch mit einigen von denen, die die Austellung baulich und ausstatterisch möglich gemacht haben, grad recht. Angekündigt hier.
Eine Sendung mit höchster Gelächterquote, obwohl garantiert keine Drogen im Spiel. Alle gut gelaunt.
An der Stelle können wir nochmal den Appell wiederholen, weiterhin 'verbotene' Bücher für das "Parthenon of Books" (Friedrichsplatz) zu spenden.

[Sendung zum Herunterladen]
Musik wie immer rausgeschnitten (dreimal alte Kinks).

Bachmann’s Unvollendeter Fortsetzung 2

Textreportage in progress betreffs "Das Buch Goldmann"..
Nach einer Einleitung und der Fortsetzung 1 betreffs Grundstruktur ist es vielleicht an der Zeit, für Geschichtenbegierige eine Art Rahmenhandlung anzugeben. Das geht nun hier nicht geradeswegs, denn „Geschichten“ sind nicht „erzählbar“: Was sich zwischen Goldmann und Fanny und anderen zugetragen hat, „das ist eine so langsame und nächtliche und unerzählbare Geschichte, unerzählbar wie alle wirklichen Geschichten, und man muß sich schon an das Handgreifliche halten und auf die Finger schauen, in die Augen zu sehen versuchen, die Sätze aufschreiben, die gesagt wurden, damit etwas davon dabei herauskommt, damit eine Ahnung von dem wach wird, was wirklich geschehen ist.“ (277-278) Wir haben es also mit einer Komposition aus Teilen zu tun und also das vor uns, was man einen Torso nennt.Trotzdem also Handlung:
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Bachmann’s Unvollendeter, Fortsetzung 1

Ich hatte die Fortsetzung der sog. Rezension eines wichtigen Buches angekündigt. Bei der Lektüre des ersten Kapitels war ich allerdings so geschockt, dass ich es erstmal eine Woche liegenlassen musste. Die ‚Leitfigur‘ Fanny Goldmann kommt mit einem Zusammenbruch zur Sprache, die ein Verzweiflungsschrei ist. Zu viel Seelenergreifung für den vereinzelten Leser, unheimlich.
Da ich nun hindurchgekommen bin, schildere ich zunächst meine Zugangsweise und gebe einen kurzen Inhaltsüberblick. "Bachmann’s Unvollendeter, Fortsetzung 1" vollständig lesen

Freisprechanlage: Schon wieder ein Lewandowski!

Nun diesmal kein ehem. Oberbürgermeister, auch kein Fußballspieler, sondern ein deutsch-jüdischer Schriftsteller, mit Vornamen Herbert, geboren in Cassel, wie man es damals schrieb, 1896. Zeitlebens war er Erotikspezialist, Sexualkundler etc. Zu Gast bei uns im Studio der Schriftengelehrte und Lewandowski-Experte Karl-Heinz Nickel. (Zu "uns": Ich werde mich anstrengen, meine Co-Produzentin Gertrud Salm mitzuvertreten, die wieder mal In Bergen und Auen herumkraxelt...)
Morgen, Sonntag, 28.5.2017, 18-19h im Freien Radio Kassel. Livestream geht, Montag Wdh. 10h.

Unser hymnisch besungenes deutsches Land

Ein viertes Deutsches Reich stellt natürlich auch in musikalischer HInsicht eine Herausforderung dar. Da gab es einen kleinen Wettbewerb "in der hymnenlosen Zeit" (Autor Clemens Escher) so etwa zwischen 1949 und 1952 mit "Waschkörben" von Vorschlägen. Alles da: weitergedrehtes Nazitum, militanter Antikommunismus, Auseinandersetzung mit der DDR ("Hymnenwettkampf"), restaurierter Humanismus etc. Frisch veröffentlicht bei der Bundeszentrale für politische Bildung. Von Belustigung bis Schauder alles da.

Bachmann's Unvollendeter: Introduktion

Ingeborg Bachmann ist zwar eine Frau und wunderbare/same Dichterin, aber eigentlich eine Art Cloud. Wer diesen schönsten Band aufschlägt ("Bilder aus ihrem Leben", Piper 1983), der sieht auch die kulturelle Entstehung der Bundesrepublik und der Deutschsprachigkeit. Alle einschlägigen Orte (Klagenfurt!), Zelebritäten, Preisverleihungen etc. Es ist bereits alles gesagt und publiziert. Das Literaturarchiv Salzburg und viele Mitarbeiter haben nun innerhalb der "Werkausgabe" einen Text rekonstruiert, Piper und Suhrkamp haben soeben herausgegeben: "Das Buch Goldmann". "Bachmann's Unvollendeter: Introduktion" vollständig lesen

Freisprechanlage: documenta von innen, erbaulich

Zwei Herren von der Innenherrichtungsbrigade, oder wenn man so will, der sachlich-handwerklichen Einrichtung von Ausstellungsmöglichkeiten, sind zum Aktualsprech mit uns verabredet: Micha Balzer und Walter Peter. Der Herr Balzer hört auf die Bezeichnung Venue Koordinator / Συντονισμός εκθεσιακού χώρου. Technische Probleme, Zeitstress (Balzer: "Ich doch nicht!") und erste Kontakte mit Künstlern und Künstlerinnen wären auf der Sprechlinie. Streng: Keine Interna vorab. Das haben die Damen und Herren des Bodenpersonals unterschrieben!
Es grüßt die Begleitfluganlage...

Präsidentenerschießungsleidenschaften

Seit der Wahl von Trump beschäftigt mich die Frage, wie ich das untermenschliche Thema vermeiden kann. Da kommt mir Peter Sloterdijk zupass, der uns beruhigt: Dieser Präsident wird keine zwei Jahre überleben. Aufgrund der Tatsache, dass einzelne Teile der amerikanischen Gesellschaft erpicht darauf sind, ihre Präsidenten zu erschießen. Bei der Recherche stoße ich auf die LIste der Attentate. https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Attentate_auf_Pr%C3%A4sidenten_der_Vereinigten_Staaten

Mal für die Wissenschaft

Man wird es mir nicht glauben: Ich werde morgen auf eine Demo gehen. Normalerweise gehe ich nicht, weil die demonstrierende Zurschaustellung gemeinsamer Ziele mE in krassem Widerspruch zur (etwa politischen) Effektivität steht und in einem Biedermeier des Wir-Gefühls versickert.
Nun leuchtet mir etwas ein. Anlass ist die Nachricht, Trump habe auf der Regierungspage alle Äußerungen zum Klimawandel löschen lassen. Ich hoffe das stimmt. Daraufhin sagte ein aufgeweckter Mensch: Gegen die Zensur von wissenschaftlichen (auch kontroversen) Debatten müssen wir etwas unternehmen. Und das weltweit. Daher gehts morgen früh für mich nach Göttingen. Sogar das Wort "Marsch" kann ich deshalb ertragen, weil es wohl mehr ein bewegter Zug der Unterschiedlichen ist. https://sciencemarchgoe.de/de/home/
Ecological-Footprint-mäßig fahre ich fehlerbehaftet mit dem Auto (das Bahnticket ist einfach zu teuer, typisch). Ich hätte noch drei freie Plätze zur Kostenteilung und zur moralischen Aufbesserung.
Ich steh im Telefonbuch, Martin Reuter in Niederzwehren. Auf gehts, boys and girls!

Untermensch gegen Schurken

Syrien. Man fasst es nicht in der Kette der völkerrrechtswidrigen und menschentötenden Übergriffe: Die überhebliche - hoffentlich letzte - Großmacht mit einem Spitzenmann weit unterhalb eines Zivilisationsniveaus, das sich Europa jahrhundertelang erarbeitet hatte, gegen den personifizierten Clanchef, der, von langer Hand vorbereitet, der derzeit letzte in der präparierten Schurkenkette des "Westens" ist. (Nordkorea haben wir ja noch in Reserve. Wie wärs mit einem homöopathischen Angriff Atom gegen Atom?) Man klatscht Beifall, medial und sonstwo, Beifall für Luftangriffe wegen "mutmaßlicher" Verbrechen. Erst raketifizieren, dann recherchieren. Man lobt Gewalt, ohne Wissen, verblendet. Der Mythos und seine Tragödie kehren wieder. Wo bleibt die Aufklärung?
Ein Hoffnungs-Schimmer in dem Memento von Jan Assmann, gemünzt auf den Konflikt in Palästina: "Untermensch gegen Schurken" vollständig lesen

Im Chemiedschungel

Einfache Verbraucherfrage: welches Shampoo ist gut für eine trockene Kopfhaut? Ein Forschungsprojekt seit nun 3 Jahren. Ich habe irgendwo gelesen, dazu müsse man auf den Prozentsatz der Tenside (Fettauswaschung) und der rückfettenden Stoffe achten. Da greift man gerne zu Marken, wo ZB nicht nur "sensitiv", sondern "Ultra-Sensitive" draufsteht. Da erhofft man sich die Lösung, zumal, wenn die Drogeriekette als moralisch hochwertig gilt. Zu starke Auswaschung. Bei der Baby-Ausgabe desselben Produkts kein unterscheidbarer Effekt. Wie geht es nun weiter? "Im Chemiedschungel" vollständig lesen

Freisprechanlage: "Blindness and Insight"

Unser Gast ist Kristina Quanz, kommt zusammen mit einer Freundin und ihrem Hund, dessen Namen wir bisher noch nicht erfahren konnten. Kristina ist blind. Gertrud Salm und ich haben natürlich übliche Fragen im Kopf, wie: Wie ist das, wenn einem einer der Sinne fehlt, die in einer Gesellschaft so wichtig sind; wo man sich Blicken aussetzt, sogar bis zur sog. "Augenhöhe". Das könnte für Kristina aber zum gewöhnlichen Unsinn gehören, den man sich über sog. Behinderte denkt. Wer weiß das? Sie wird ihre eigenen Interessen freisprachlich einbringen.
Morgen Sonntag 2.4.2017, 18-19 Uhr im Freien Radio Kassel.
(Livestream mithörbar, Wiederholung Montag 10h, podcast später)

Von der Sirene zur Flöte

Die Mobilfunkmaschine registriert öfters mal unbekannte Anrufe. Aus Jux ruft man dann mal zurück. Hier nun wurde mir der kostenlose Bezug einer ortsbekannten Zeitung für 1 Woche annonciert. Von einer derart weichgespülten Frauenstimme, dass ich mich dazu zu äußern veranlasst fühlte. Bei Odysseus waren es die Sirenen - heute sind es die Marketenderinnen des Marketings. Ich würde es nicht weiter für wert halten, wenn ich nicht selbst einmal Info-Marketender an einer deutschen Bildungs-Einrichtung gewesen wäre. Meine werbliche Telefon-Stimme war auch nicht schlecht. Ich wurde dann aber überbotet. Darauf trat ein gewisser Erlösungs-Effekt ein.