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Freisprechanlage: Im Märzen zwei Bauern

Die Stadt interessiert sich für das Land. In der Sendung hatten wir bereits einmal eine Gemüseaufzuchtmeisterin. Nun sprechen Franz Drude und sein Sohn Marius freiwillig über ihre Profession und diesbezügliche (An-)Triebe. Wie traktieren sie den Grund und auch den Boden, und was kommt hinten raus?
Morgen Sonntag 5.3.2017, 18-19 Uhr im Freien Radio Kassel.
Livestream, geht während der Sendung [ein Knöpfle zum FRK bei uns ganz unten rechts], auch während der Wiederholung Montag 10 Uhr, und später wird für unsere globalen Freunde gepodcasted.
Land in Sicht!

Alltagssoziologie: Das Sowohl-als-auch-Paar

Bereits in den 1920ern und 30ern hatte sich Leopold von Wiese - im Rahmen seiner "Beziehungslehre" - fast zärtlich über seine kleinste soziale Einheit gebeugt: "das Paar". Und da konnte es sich nicht nur "um sympathisierende Zweiergruppen handeln, sondern auch um das Antipaar, dessen Verbundenheit auf Antipathie, z.B. auf Rivalität, Konkurrenz, Opposition, ja Konflikt ... beruht. Auch hier ist wieder drittens das Mischverhältnis von Mit- und Gegeneinander häufig." - Nun füge ich aus eigenen Forschungen hinzu die Schattierungen eines absteigenden Kopplungsvermögens von Ego und Alter: Wartenlassen > Hinhalten > Hängenlassen > Versetzen > Sitzenlassen.
Diese Erkenntnis widme ich dem zukünftigen Weltfrieden.

Freisprechanlage auditiv: Verdoppeltes Salz in der Suppe

Wir haben nun drei Auftritte, einer schöner als der andere. (Nachzulesen: Wer Kali eingibt, kriegt Salz raus.) Nach wie vor aber geht es um hard facts. Wieviel Salz darf in Werra und Weser sein, um Menschen, Ökonomie und Technik miteinander zu vermitteln? Hier jetzt unsere Sendung, 2 Musiktitel für die Gema bedauerlicherweise rausgekürzt.


[Sendung zum Herunterladen]

Freisprechanlage verdoppelt: Nochmal Kali und Salz

Kreizkruzefixlujahbluadsauereidreggade: Durch einen Kurzschluss im Gerhirn unseres Mitarbeiters Martin Reuter wurde die morgige Sendung 4 Wochen vorverlegt. Sie wurde unter Abwesenheit der hochkarätigen Gäste dennoch torsiv durchgeführt. Jetzt aber sind die beiden Hochkaräter und Kenntnisreichen wirklich dabei: Walter Hölzel und Eckhard Jochum. Man lese bitte die damals gelungene Ankündigung unter dem Titel "Das Leben versalzen" noch einmal nach.
Jetzt also: Morgen, Sonntag, 5.2.2017, 18-19 Uhr im Freien Radio Kassel.
Livestream geht, Wdh. am Montag 10 h, es wird gepodcasted werden.

Politikunfähigkeit der Politik

Am 16.9.2008 hatte ich unter dem Titel "install.exe" mein Unverständnis eines Unverständnisses ausgedrückt und einen Nachtrag angekündigt, der nun 9 Jahre auf sich selbst gewartet hat. - Ich meinte die Reaktion der offiziellen deutschen Parteien auf das geniale Projekt von Christoph Büchel, innerhalb der Ausstellung "Deutsche Grammatik" im Fridericianum einen "politica"-Bazar einzurichten, bei dem alle vom Bundeswahlleiter anerkannten Parteien in Info-Boxen zur pluralistisch-freien Selbstdarstellung gerufen waren. Und nicht nur das: Sie waren berechtigt, auf dem Platz ein Bäumchen für die Demokratie zu pflanzen.
Als man erfuhr, dass die NPD auch da sein würde, gab es Aufstand. Das Fridericianum formuliert rückblickend diplomatisch:
"Zu Protesten führt die Tatsache, dass der Künstler konsequent alle rechtmäßig zugelassenen Parteien der Bundesrepublik, also auch die rechtsextreme Partei NPD einbezieht. In der Konsequenz sagen mehrere Parteien ihre Teilnahme ab, darunter alle zu dieser Zeit im Bundestag vertretenen Fraktionen. Die möglichen und realen Konsequenzen der parlamentarischen Demokratie und des deutschen Mehrparteiensystems treten hier deutlich zutage." "Politikunfähigkeit der Politik" vollständig lesen

Freisprechanlage: Das Leben versalzen

Ein Dauerbrenner, nicht nur lokal, sondern auch europäisch und global: Die Einleitung von Schadstoffen aus der Kaliproduktion in Gewässer und das Eindringen ins Grundwasser. Die Anrainer und Gemeinden an Werra und Weser können als direkt Betroffene ihr Lied davon singen. Der Kalikonzern K + S mit Sitz in Kassel scheint es immer wieder zu schaffen, sich aus der Umweltverantwortung zu winden. Jetzt wird es spannend: Die EU-Kommission hat zunächst einmal ein Verfahren gegen die Bundesrepublik betreffs mangelhafter örtlicher Gewässerbewirtschaftung eingeleitet; wie ist der Stand, was wird daraus?
Zu Gast sind Dr. Walter Hölzel, Chemiker und Politiker, Vorsitzender der Werra-Weser-Anrainerkonferenz und Eckhard Jochum, Stadtplaner und Mitglied des Naturschutzbeirats des Landkreises Kassel. Wir können uns auf bohrende Fragen an das Bermuda-Dreieck von Wirtschaft, Politik und Ökologie gefasst machen.
Morgen, Sonntag, 8. Januar 2017, 18-19 Uhr im Freien Radio Kassel.

Freisprechanlage: Von Menschen und (Natur-)Katastrophen

Unser Gast Edda Friedrich kommt aus Naumburg, sie wurde von den dauernden Naturkatastrophen so berührt, dass sie ihr Erleben des Schrecklichen in ein Hörstück übersetzte, mit dem sie sich an einem Wettbewerb beteiligte. Anlässlich "Haiti" wurde dieses Stück in ein Doku-Drama von 20 Min. Länge übersetzt. Wir spielen dies in Sequenzen und Etappen mit Erläuterungen ein; die Autorin will darauf aufmerksam machen, "dass so ein einschneidendes Geschehen überall und jederzeit passieren kann."
Was die in einer Zeitung so genannte "Hobby-Autorin" sonst noch bewegt, wird sie erzählen können.
Auch über den Livestream hörbar, Wdh. Montag 10 Uhr; podcast folgt.

Unglaubliches: Das Verhältnis von Hunger und Militär?

Gerne lästert man über das, was alles so Läppisches wissenschaftlich erforscht wird. So tat es ich hier auch des öfteren - zumal ich einige Forschungsprozeduren und ihre Institutionen dereinst selbst kennenlernen durfte.
Nun reibe ich mir die Augen: Das Bonner International Center for Conversion hat den Militarisierungsgrad von Gesellschaften zu deren Vorkommen im Welthunger-Index der Deutschen Welthungerhilfe in Beziehung gesetzt. "Unglaubliches: Das Verhältnis von Hunger und Militär?" vollständig lesen

Lebensmittelkunde: Das Würzfleisch

Ich habe gestern wieder einmal das von manchen so geschätzte Würzfleisch gegessen. Überbacken. Das ist, grosso modo gesehen, der DDR-Nachbau des Ragu Fengs. Um diese Identität zu beweisen, habe ich mir heute eine Dose des DDR-Nachbaus gekauft. Es handelt sich, grosso modo gesprochen, um den Nachbau des Nachbaus; d.h. irgendein Hähnchen- oder Putenfleisch (damals: Broiler) in weißer Sose. Wenn ich dann auf die Wessi-Inhaltenliste schaue, entsteht ein angemessener Schaudereffekt. (Die würde nicht auf diese Seite passen.)
Dass irgendwer noch wüsste, was einmal in einem echten Ragout Fin der französischen Küche gewesen wäre, bezweifle ich. Da kämen dann so ittigit-Sachen wie Zunge, Hirn, Bries auf die Zunge. Ich sags ja gerne öfters mal: Hauptsächlich die Frauen möchten nicht mehr ans Tierische erinnert werden!

Das Meerschweinchen als mächtiger Mann

Es juckte natürlich schon mächtig in den Tastatur-Fingern, um sich in einen Kommentar zur menschenunwürdigen Show der US-Präsidenten-Wahl und dieses Perückenträgers hineinlocken zu lassen. Ganz abgesehen von der Demonstration der sog. "Postdemokratie".
Angesichts von soviel Trash fällt es wieder leichter, kühles Blut zu haben. So wie es Menschen gibt, die sich zur Selbstabschaffung Israels Gedanken machen, gilt dies ebenso für die unvereinigten Staaten. Da lohnt es sich doch einmal, wieder Pete Seegers ultraromantisches Lied anzuhören: "What is America to me?".

Freisprechanlage: Die wilde Marlis

Heute treffen Gertrud Salm und ich uns mit einer kasselstadtbekannten Frau. Für den einen Teil ihres Nachnamens kann sie nichts. Sie gilt aber als "ehrenamtliche Stadträtin" und hochlistige Streiterin der Linkspartei: Marlis Wilde-Stockmeyer
Worüber wir sprechen, wollte sie uns noch nicht verraten. Kommt aber heute:
13.11.2016 um 18-19 Uhr im Freien Radio Kassel.

Freisprechanlage auditiv: CETA etcetera im Kleinen und Großen

Am Sonntag dem 16.10. 2016 hatten wir für große globale Dinge, die uns lokal direkt betreffen werden, wie angekündigt ein Gespräch mit dem Grünfriedler Moritz Schütze. Hier zum Nachhören.
[Es mag dies angesichts der aktuellen Weiterentwicklung des Prolems - erfolgte Unterzeichnung - als überholt erscheinen; im Gegenteil ist aber wichtig, nicht der Aktualtätssucht der Medien (und der entsprechenden Spektualitäts-Gier des Publikums) zu folgen, sondern seinen eigenen Wissens- und Phantasie-Fähigkeiten. Dementsprechend nach wie vor das Lob des Weigerungspartners aus Wallonien.]


Hier zum downloaden

Ein Hoch

nicht auf das Wetter, sondern das wallonische Parlament und ihren offensichtlich klugen und sich im Interview präzise audrückenden Präsidenten; sondern auch auf die Tatsache, dass möglicherweise kooperative Verhandlungserfolge erzielt worden sind. Ohne dass der Einzelne, so wie ich, sie derzeit abwägend könnte.
Jedenfalls ein Anzeichen, dass die Politik möglicherweise noch mehr kann als den Neoliberalismus durchzuwinken. Dafür Respekt.

Freisprechanlage: Politische Hähnchen über Hühnerhaufen - CETA vor Ort...

...und auf der Welt: Wir sprechen mit dem Greenpeace-Aktivisten Moritz Schütze über die geplanten sog. internationalen Freihandelsabkommen.
Heute, Sonntag 16.10.2016, 18-19h im Freien Radio Kassel
(Wie üblich die medialen Begleitmittel: Livestream, Wdh. morgen 10 Uhr, später podcast zum Nachverfolgen.)
Zur Hintergundmusik gebäut uns der dankenswerte Bericht von Veronika Baier über einen Antrag zur Behandlung des Problems in der Stadtverordneten-Versammlung. Die Routinepolitik schiebt das Thema in den Bereich der juristischen Experten (wo es teilweise auch hingehört), übt sich also in Demokratie-Abwehr. Hilgen spricht von einem aufgregten Hühnerhaufen - über dem er folglich als autokratisches Dünnbrust-Hähnchen sich schwebend wähnen&wahnen muss. - Wir drei sprechenden Bürger rufen auf das, was wir wissen, was wir möglicherwesie befürchten, was wir anregend für Andere sagen können.

Bedauernswerte Bücher

Dieses ist eins: „Was ist mit den Amis los?“ von Christoph von Marschall. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat es 2016 mit einer preiswerten Neuauflage gewürdigt – vermutlich, weil sich damit an Schulen und Volkshochschulen wattiert über den Unterschied zwischen „ihnen“ zu „uns“ sprechen lässt.
Ich war neugierig, denn wer wollte nicht wissen, was mit denen los ist, die so seltsame Dinge jenseits europäischer Vorstellungskraft tun? Der Untertitel sagt es bereits: Darüber wird man nichts erfahren, denn es geht in Wirklichkeit über „unser zwiespältiges Verhältnis zu den USA“ – dieses vorzugsweise über die Medienübertreibungen. Während die „Amis“ Stoiker zu sein scheinen, sind „die“ Deutschen von „Stimmungswellen“. „Meinungsumschwüngen“ „Sympathiekurven“ und den entsprechenden Antipathiekurven getrieben. „Beobachter im Ausland“ (etwa anlässlich TTIP) konstatieren, dass „die Deutschen empfänglicher für antiamerikanische Aufwallungen“ sind „als andere Nationen in Europa.“ (Mehr?) "Bedauernswerte Bücher" vollständig lesen

Freisprechanlage: Urgestein Zweiter Anlauf

Wir hatten die Sendung unter dem Titel "Ein senderisches Urgestein" bereits einmal angekündigt. Die musste leider ins Wasser fallen. Nun können wir das Gespräch mit Hans R. Portner in echt führen.
Heute, 18.9.2016, 18-19 Uhr im Freien Radio Kassel
(Livestream über unsere Eingangsseite unten ganz rechts, oder über die des FRK; Wdh. Montag 10 Uhr)

Unbekanntes aus der Alltagsforschung

Unfassbares: Studientitel “KÖLSCH versus ALT“: Kölner und Düsseldorfer können in einem Blindtest „ihr“ Bier nicht voneinander unterscheiden.
Das muss man gelesen haben:
http://idw-online.de/de/news657955
Da kannze die documenta wegkloppen. (Ich schätze anschließend, dass man im Blindtest Borussia Dortmund auch nicht von Bayern München unterscheiden könnte...)

Herbeigeführte Sprachenthemmungen

Ein vermutlich jüngerer Wortkunstkollege hat sich heute in der überflüssigen Provinzzeitung mächtig ins Zeug gelegt betreffs Teile-Zuliefererkrise bei VW. Sachgerecht hätte man das als ein kleines Pokerspiel um höhere Preise darstellen können. Stattdessen wird das als Übergang von einer "Zündelei" zu einem vorweggenommenen "Flächenbrand" aufgeblasen. Dies als Kommentar auf der ersten Seite dieser überflüssigen Zeitung. Schlussfolgerung: "Vertragsbruch und Erpressung können niemals Grundlage einer Partnerschaft sein." Wirtschaft als Partnerschaft - wie weit reicht die Sülze?
Wer bringt denn diesen Idioten das Schreiben bei? (Idioten: "Es bezeichnete in der Polis Personen, die sich aus öffentlichen-politischen Angelegenheiten heraushielten und keine Ämter wahrnahmen, auch wenn ihnen das möglich war." Wikipedia, immer lesenswert)
Das schwerwiegendere Problem: Warum kaufen Leute sowas?

Freisprechanlage: Ein senderisches Urgestein

Hans R. Portner: Wer gelegentlich oder öfter in den Offenen Kanal Kassel hineinzappt, muss ihn kennen. Ein Gestein des Offenen Kanals, zu dem das Freie Radio eine Art Parallelprojekt ist. Bürger-Öffentlichkeit.
Letztens hat mir sehr gefallen die Calden-Satire. Er telefonierte mit dem Flughafen, wohin er denn nächstens fliegen könne? Das Gespräch gestaltete sich als schwierig, weil es weder ein Angebot noch einen Verantwortlichen gab. (Zum Schluss landete er wieder beim Hausmeister...) Die Branner-Brücke war dann schon ein ernsteres Thema. Wir werden sehen, worüber es uns gelüstet zu sprechen:
Morgen, Sonntag 21.8., 18 Uhr im Freien Radio Kassel.


Geschäftsmodelle

Abzocken ist nicht gerade neu. Trotzdem hat sich unser Generalanzeiger der Sache bereits angenommen. Es stehen neuerings sehr große Schilder bei dem Supermarkt um die Ecke, wo dem vorübergehend ruhenden Menschenkind, das hier zu lange parkt, mit 19,90 Euro Strafe gedroht wird. Nämliches widerfuhr mir hinterm Willi-Bahnhof bei der Deutschen Bahn. (Hier waren es 22 Euro - für 20 Minuten Abholen -, der Preis scheint sich zwischen Bahn und Supermarkt einzupendeln.)
Auf beiden Parkplätzen ist es mir seit etlichen Jahren noch nicht gelungen, sie voll zu finden. Dafür findet es der Supermarkt wohl gelungen, zwischen Frankfurter Straße und Kurhessenhalle einen gerne im Schnelltempo von SUV's genutzte Abkürzung gebaut zu haben, um die Kreuzung Leuschnerstraße zu umgehen. Die Bodenschwelle ist einmal im Monat kaputt; die beiden Alibischranken werden nachts nicht geschlossen.
Das nennt man Geschäftsmodelle. Aus heißer Luft Geld machen. Einem Knöllchensheriff und der Schilda-Firma einen Job verschaffen. Das Privateigentum fördern, dem Gesetz Anwendung garantieren. Das nenn' ich Verlogenheit.

Freisprechanlage: China?

Zu Gast sind Will Wischnewski, der 15 Jahre da ganz weit hinten gelehrt hat, und seine einheimische Frau Lana. (Ich hoffe das schreibe ich alles richtig. So hats mir Gertrud Salm in die Feder diktiert.) Er findet viel Kritisches, sie viel Gutes. Wie auch sonst?
Wir begegnen uns jedenfalls zum Gespräch morgen, Sonntag, um 18 Uhr im Freien Radio Kassel.

Herbeigeführte Enthemmungen

Für die Zeitgenossenschaft eine aus den Fugen geratene Zeit: Unser tägliches Attentat gib uns heute! Medien: Wo ist der nächste Anschlag und die verkrachte Existenz ("Brisant" etc.)? Der Orientierungskompass spielt verrückt, und Leute, die es wissen könnten, wurschteln einfach weiter, als wüsste man keine Gründe. Abschaffung des Arbeitsplatzes schlechthin, Perspektivlosigkeit der Jugend, Verdauung der Folgen des westlichen Imperialismus im Nahen Osten, ergo Flüchtlingsströme, Aufstand gegen das Fremde plus vorsätzliche Schürung von Angst, Renaissance der fundamentalistischen Religion (George W. Bush + IS, dankeschön!), Abschaffung von Politik (alias verantwortliche Entscheidungen - Verlagerung der Souveränität in anonyme Zentren), skrupelloses Wirtschaftsgebaren (Nachfolge des Neoliberalismus: Finanz plus cocooning plus Kollaboration mit dem Staat), Abhängung ganzer Bevölkerungsgruppen...
Wen soll es da verwundern, wenn ständig jemand durchdreht?
Suche nach Auswegen, wo? (Jedenfalls nicht in der Aufklärung. Vielleicht in "Reset Modernity", Karlsruhe)

Morgen morgen

Morgen, Morgen, lacht uns wieder das Glück/gestern, gestern, liegt schon so weit zurück/ war es auch eine schöne schöne Zeit/ Morgen Morgen, Morgen Morgen Sind wir wieder dabei / gestern gestern gestern gestern ist uns heut einerlei... Ein Lied von Ivo Robic, 1959.
Gestern war ich in einem Film, den ich mehrfach zersägt vorzeitig verlassen musste. Er trug den Titel: "Tomorrow". Er wollte die Zukunft positiv beflügeln.
Nr.1: Die Idee, mal dokumentarisch in all dem Katastrophen-Schlamassel gelungene Projekte vorzustellen, ist schonmal Oskar-würdig. Nr. 2: Leider brauchen solche Darstellungen immer einen Apokalypsen-Hintergrund. Die Welt wird bald untergehen, wenn nicht bald etwas geschieht etc. pp. (dass dabei die Apokalypse völlig fehlgedeutet wird, kann man der gleichnamigen arte-Serie, Nr. 1, entnehmen). Nr. 3: Die pathetisch begleitende Kitsch-Musik ist unerträglich. Nr. 4: Die Sachkapitel, zB über das Geld und seine evtl. Abschaffbarkeit, sind uninformiert schlecht bzw. falsch. Hier wurde nur ein Symbol für das Böse gesucht. (Biblisch!)
Also geh rein oder nicht rein: Du machst einen Fehler! Vielleicht beflügelt das ja.

Was wusste Immanuel Kant wirklich?

In einer einschlägigen Drucksache behauptet Kant, etwas von Bienen und Bibern zu verstehen. Ich kann das bei einem Mann, der Königsberg nicht verlassen haben soll, nicht nachvollziehen, deshalb lege ich die Frage dem Lesepublikum zur Entscheidung vor: "Da die Menschen in ihren Bestrebungen nicht bloß instinctmäßig wie Thiere und doch auch nicht wie vernünftige Weltbürger nach einem verabredeten Plane im Ganzen verfahren: so scheint auch keine planmäßige Geschichte (wie etwa von den Bienen oder den Bibern) von ihnen möglich zu sein. Man kann sich eines gewissen Unwillens nicht erwehren, wenn man ihr Thun und Lassen auf der großen Weltbühne aufgestellt sieht und bei hin und wieder anscheinender Weisheit im Einzelnen doch endlich alles im Großen aus Thorheit, kindischer Eitelkeit, oft auch aus kindischer Bosheit und Zerstörungssucht zusammengewebt findet: wobei man am Ende nicht weiß, was man sich von unserer auf ihre Vorzüge so eingebildeten Gattung für einen Begriff machen soll." Idee zu einer allgemeinen Geschichte in weltbürgerlicher Absicht (1784)

Freisprechanlage: Flüchtlinge, zu Lande und zu Wasser

Zu Gast sind Reinhard Schmitz, 64, und Jutta Eisenecker, 62. Er engagiert er sich bei seawatch, um als Skipper Flüchtlinge aus dem Mittelmeer zu retten. Am 30.6. fährt er wieder los, um vor Lybien zu kreuzen. Jutta Eisenecker ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und bietet - zusammen mit einer Reihe von Kollegen und Kolleginen - im Erstaufnahmelager Calden ehrenamtlich fachärtliche Sprechstunden an. Geplant ist, diese Erfahrungen in ein psychosoziales Zentrum in Kassel zu überführen.
Morgen, Sonntag, 26.6.2016, 18-19 Uhr im Freien Radio Kassel.