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Caricatura im Kulturbahnhof

Also am Freitag, den 23. August 2019, findet abends um 19:30 - nach dem Repair-Cafe - die Eröffnung einer Ausstellung mit Karikaturen von Klaus Stuttmann statt. Klaus Stuttmann, so muss ich bekennen, ist mein Lieblingskarikaturist, denn er trifft wie kein anderer mit seinen Zeichnungen politische Ereignisse auf den Punkt.

https://www.stuttmann-karikaturen.de/karikatur/7162

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Ich bin Donald Duck

Als sein Onkel Dagobert einst einen Heller verloren hatte, musste Donald im Kreis herumlaufen und für seinen Onkel jammern: "Oh Elend, oh dräuend Ungemach."

So stelle ich mir eine Performance vor, in der ich um den Obelisken auf der Treppenstraße herumlaufe, die Hände über den Kopf zusammenschlage und tief leidend laut Klagegesänge anstimme. Der Obelisk des Oguibe steht jetzt an der Stelle, an der ein Nazi-Obelisk hätte stehen sollen, aber nie stand.

"Oh, Elend der Welt, oh, dräuend Ungemach."

"Oh, Verzweiflung, oh, Jammertal."

Der Nazi-Obelisk sollte ein Symbol der Macht sein.

Der Oguibe-Obelisk symbolisiert einen Paradigmenwechsel.

Es gibt Leute, die meinen, wo Unmenschlichkeit war, dürfe, wenn die finsteren Zeiten überwunden sind, keine Menschlichkeit sein. O Herr, wirf Hirn vom Himmel.


In Hessen regieren die Grünen ...

... zusammen mit der CDU.

"UNFASSBAR!

Hessens größtes zusammenhängendes Waldgebiet soll zum Wind-Industriegebiet werden. Gemeint ist der Naturpark Reinhardswald, der auch als „Schatzhaus der europäischen Wälder“ bezeichnet wird.

Insgesamt sind etwa 2000 Hektar (= 20 Millionen m²) im tausendjährigen Reinhardswald für die Bebauung mit Windanlagen ausgewiesen worden. Der massive Widerstand der betroffenen Bürger wird von der Landesregierung ignoriert. Die Natur Aller fällt der Profitgier Einzelner zum Opfer. Die ersten 20 Großwindanlagen (siehe Karte) sind konkret geplant, das Genehmigungsverfahren steht unmittelbar bevor.

Und das wäre erst der Anfang: Insgesamt könnten mehr als 50 Anlagen auf 7 großen Flächen gebaut werden."

https://rettet-den-reinhardswald.de/


Raymond Chandler über Ross Macdonald

“The simile that does not quite come off . . . pretentiousness in the phrasing . . . stylistic misuse of language ..."

https://de.wikipedia.org/wiki/Ross_Macdonald

Als der Kriminalschriftsteller Kenneth Millar (Ross Macdonald) für seinen ersten Lew-Archer-Roman von der Kritik gelobt wurde, reagierte der bereits etablierte Raymond Chandler eifersüchtig herablassend mit dem Versuch, Kenneth Millar Talentlosigkeit vorzuwerfen, insonderheit die Unfägkeit zu treffenden Vergleichen: the simile that does not quite come off.


Baumfällung im Zeitalter der Kettensäge

Betrifft: Heinrich-Heine-Straße

Die Erfindung der Kettensäge macht das Baumfällen leicht, so leicht wie das Schneiden einer Kartoffel mit dem Küchenmesser. Das hat wohl jeder Stadtentscheider zuhause. Was aber unsere kommunalen Politiker offenbar nicht haben, ist Erinnerung, und in der Absenz dieser beginnt schon das Verbrechen, denn - folgt man den Plakaten, die vorm Wilhelmshöher Bahnhof hängen - das größte Verbrechen ist das Vergessen. Woran zu erinnern wäre: Kassel ist documentastadt, berühmt auch durch Beuys' Aktion 7000 Eichen. Und: Irgendwann habe ich irgendwo eine Werbung der Stadt, der Stadtwerke beziehungsweise der KVG gelesen, wie stolz man sei, Baumaßnahmen in der Landgraf-Karl-Straße unter Schonung der dort stehenden uralten Bäume durchgeführt zu haben. Immerhin gingen der Schonung massive Proteste der Anwohner gegen das Abholzen voraus.

Manchmal habe ich das Gefühl, im Bäume-ab-Technologen verbirgt sich ein Massenmörder, der eine Vorliebe für Kettensägenmassaker hat.


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Die Schizophrenie der Gesellschaft


Victor Hugo: "Virtue has a veil, vice a mask."

In einer Gesellschaft, die sich für aufgeklärt, fortgeschritten, human und modern hält, wird das Tragen eines Schleiers verboten, aber das Verbergen des maroden Charakters hinter der Maske der Tugend ausdrücklich gefördert.



Un-Entstelltes: Der Mussolini-Obelisk in Rom

Ich wollte hier ein Foto vom Mussolini-Obelisk in Rom veröffentlichen, hab es aber nicht hingekriegt, denn diese Kassel-Zeitung-Software stammt wohl noch aus der Stummfilm-Zeit - und eine Kommunikation zwischen den Fachleuten hinter den Kulissen und den Texte-Verfassern findet nicht statt. Als ich einst bat, SATIRE als Kategorie einzurichten, gab es keine Reaktion - bis heute nicht. Die Kassel-Zeitung ist eine lahme, vielleicht sogar eine tote Ente.


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Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK)

Neulich sah ich auf ZDF einen Film aus der Serie PATER BROWN. Solides englisches Handwerk. Der Kommissar ließ einen Verdächtigen festnehmen, und als dieser abgeführt wurde, rief der Polizist ihm hinterher: "Was Sie von jetzt an sagen, kann gegen Sie verwendet werden!" Ich glaube, man nennt es: den Verdächtigen auf seine Rechte hinweisen. Was demokratischen Gepflogenheiten entspricht, Hegel würde sagen, Gepflogenheiten des modernen Staates, das gilt noch lange nicht beim MDK. Dort müsste es heißen: "Wie Sie sich bewegen, kann gegen Sie verwendet werden!" Der Gutachter vom MDK aber ist hinterhältig, er erklärt dem Patienten nicht die Bedeutung seiner Bewegungen. Ist dieser noch in  der Lage, sich zum Beispiel an den Hintern zu fassen ("don't make a false move"), erfährt er später aus dem schriftlichen Gutachten, dass er der Gearschte ist...

Vorteile

Das Schreiben hat im Vergleich zum Sprechen folgenden Vorteil: Man kann langsam schreiben, man kann das Geschriebene korrigieren, ändern, verbessern. Man sieht ihm nicht an, wie lange man am Text gesessen hat. Der Flotte kann rasch ihn lesen. Spricht aber einer langsam, bedächtig, muss der Hörende Geduld aufbringen, sich dem Tempo des Redenden fügen oder sich die Ohren zuhalten.

Kinder, wie die Zeit vergeht

Ist denn die Kassel-Zeitung überhaupt noch eine Zeitung? Oder vielleicht doch eher das, was man in der Literatur ein "aufgegebenes Werk" nennt? Der letzte Eintrag stammt vom 27.11. und informiert uns über das Grimm-Museum. Heute ist der 1. Tag des zwölften Monats im Jahr. Danach kommt kein dreizehnter mehr.

Prometheus von Franz Kafka oder Müde wie die Götter

Von Prometheus berichten vier Sagen: Nach der ersten wurde er, weil er die Götter an die Menschen verraten hatte, am Kaukasus festgeschmiedet, und die Götter schickten Adler, die von seiner immer wachsenden Leber fraßen. Nach der zweiten drückte sich Prometheus im Schmerz vor den zuhackenden Schnäbeln immer tiefer in den Felsen, bis er mit ihm eins wurde. Nach der dritten wurde in den Jahrtausenden sein Verrat vergessen, die Götter vergaßen, die Adler, er selbst. Nach der vierten wurde man des grundlos Gewordenen müde. Die Götter wurden müde, die Adler wurden müde, die Wunde schloß sich müde.

Zukunft? Für wen?

Laura Meschede sollte für die Reportage »Die Mensch-Maschine« mit dem Helmut-Schmidt-Journalistenpreis der ING-Diba-Bank ausgezeichnet werden. Zu dessen Verleihung am 27. September waren auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und sein Parteifreund Peer Steinbrück (Exfinanzminister und ING-Diba-Berater) eingeladen. Wir dokumentieren die Rede, in der Laura Meschede erklärte, warum sie die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung nicht annahm:

Weiter hier: https://www.jungewelt.de/artikel/341044.digitalisierung-fluch-oder-segen-keine-option-mehr.html

Geselle in guter Gesell-schaft



Tatort Polizeiruf 110 – die Selbstzensur der ARD ist ein Sieg des Opportunismus

Nur wenige Sekunden war er im Bild und doch löste er einen medienpolitischen Orkan aus. Dass die AfD und die Junge Union den klitzekleinen FCKAFD-Aufkleber in einer Szene des vorigen Polizeirufs politisch nicht korrekt finden und sich mal wieder weinerlich als Opfer des „linksversifften Zwangsgebührensystems“ inszenieren, war vorherzusehen. Dass die große ARD, die die Freiheit der Kunst gerne in Sonntagsreden hochhält, schon nach einer informellen Beschwerde von AfD und Junger Union eben jene Freiheit der Kunst auf dem Scheiterhaufen des Opportunismus opfert und den klitzekleinen Aufkleber digital aus dem Krimi schneiden ließ, ist jedoch ein echter Tiefpunkt der jüngeren medienpolitischen Geschichte. Text von Jens Berger.


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Solidarität mit Assange

„Assange ist auf sich allein gestellt. Es wird von Tag zu Tag schwieriger für ihn. Dies ist beabsichtigt. Es liegt an uns zu protestieren. Wir sind die letzte Hoffnung für ihn und wie ich fürchte, auch für die freie Presse“, meint Chris Hedges in einem gestern auf den NachDenkSeiten veröffentlichten Beitrag: Julian Assange wird ans Messer geliefert. Wir möchten unsere Leserinnen und Leser bitten, den dort zitierten Hilferuf der Mutter von Julian Assange weiter zu tragen. Assange hat für uns alle sehr viel geleistet. Wenn er ans Messer geliefert wird, dann ist ein wichtiger Mosaikstein herausgebrochen und der Terror gegen Aufklärung hat freie Bahn.

https://www.nachdenkseiten.de/?tag=assange-julian


Lesung am 14. November 2018

VS Hessen

7. Runder Tisch Literatur in Kassel

Beim monatlichen Jour fixe wird Roswitha Seiffert aus ihren Essays und Reflexionen ausgewählte Stellen vorlesen und Jean Boskja Missler eine weitere Passage aus "nirgendwo" zu Gehör bringen.

Am Mittwoch,14. November 2018, 17:00 Uhr, im Sozio-Kultur-Zentrum Werkstatt Kassel e.V., Friedrich-Ebert-Str. 175 (Straßenbahnlinie 4, Stadthalle).

Dazu laden der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Ver.di gemeinsam mit dem Autorencafé der Werkstatt Kassel e.V. schriftstellerisch Tätige herzlich ein.


Pflegende Angehörige: An der Grenze der Belastbarkeit

Die Pflege eines Angehörigen ist emotional und körperlich für viele Menschen so belastend, dass sie kurz davor stehen, aufzugeben. Die Barmer Krankenkasse nennt die Ergebnisse ihrer Umfrage “besorgniserregend”.

Waschen, Anziehen, Füttern, Medikamente geben – und einfach da sein: Einen Angehörigen zu pflegen, gleicht oft einem Vollzeitjob. Rund 2,5 Millionen Menschen hierzulande leisten diese Aufgabe und betreuen ihre Angehörigen zuhause. Wie belastend das sein kann, macht der neue “Pflegereport” der Barmer Krankenkasse deutlich: Rund sieben Prozent der pflegenden Angehörigen, 185.000 Frauen und Männer, haben demnach die Grenzen der Belastbarkeit erreicht und stehen kurz davor, aufzugeben. Rund 87 Prozent gaben an, gut oder meistens gut mit der Pflege zurecht zu kommen. (Quelle: ARD)

Was von Geselles Nachtaktion hängen blieb

Folgendes Zitat habe ich soeben auf einer Seite von Deutschlandfunk Kultur entdeckt:

>>In der Kasseler Stadtverordnetenversammlung ist die AfD mit 11 Prozent zwar nicht ganz so stark vertreten, doch dass der Kasseler Bürgermeister, ein SPD-Mann, das documenta-Kunstwerk in einer Nacht- und Nebelaktion entfernen ließ, wäre ohne die Agitation der AfD auch dort nicht denkbar gewesen.<<

Unser Oberbürgermeister sei vor der AfD eingeknickt - das ist es, was hängenbleibt. 


documentastadt Kassel

Als die Fremden aus dem Osten über die Mauer kamen,

begann man den 3. Oktober als Tag der deutschen Einheit zu feiern.

Just an einem solchen Feiertag riss man in Kassel ein Kunstwerk ab,

dass die Aufnahme von Fremden begrüßte.


Der Pöbel

Am 24. 11. 2011 war in der FAZ zu lesen, dass Hegel den Begriff des Pöbels auch auf einen bestimmten Typus der Wohlhabenden angewendet hat: „Es gibt auch reichen Pöbel“, bemerkte Hegel 1821/22 in seinen Vorlesungen zur Rechtsphilosophie. "((…)) Der reiche Pöbel setzt die Souveränität seiner rein ökonomischen Macht gegen die Souveränität des Staates und seiner Institutionen ((durch)). Der reiche Pöbel erhebt sich kraft der Macht seines Geldes über das Recht des Staates.“

(Martin Reuter sei Dank, er machte mich auf Hegels Äußerung über den Pöbel in der Rechtsphilosophie aufmerksam.)