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Die Schizophrenie der Gesellschaft


Victor Hugo: "Virtue has a veil, vice a mask."

In einer Gesellschaft, die sich für aufgeklärt, fortgeschritten, human und modern hält, wird das Tragen eines Schleiers verboten, aber das Verbergen des maroden Charakters hinter der Maske der Tugend ausdrücklich gefördert.



Un-Entstelltes: Der Mussolini-Obelisk in Rom

Ich wollte hier ein Foto vom Mussolini-Obelisk in Rom veröffentlichen, hab es aber nicht hingekriegt, denn diese Kassel-Zeitung-Software stammt wohl noch aus der Stummfilm-Zeit - und eine Kommunikation zwischen den Fachleuten hinter den Kulissen und den Texte-Verfassern findet nicht statt. Als ich einst bat, SATIRE als Kategorie einzurichten, gab es keine Reaktion - bis heute nicht. Die Kassel-Zeitung ist eine lahme, vielleicht sogar eine tote Ente.


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Der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK)

Neulich sah ich auf ZDF einen Film aus der Serie PATER BROWN. Solides englisches Handwerk. Der Kommissar ließ einen Verdächtigen festnehmen, und als dieser abgeführt wurde, rief der Polizist ihm hinterher: "Was Sie von jetzt an sagen, kann gegen Sie verwendet werden!" Ich glaube, man nennt es: den Verdächtigen auf seine Rechte hinweisen. Was demokratischen Gepflogenheiten entspricht, Hegel würde sagen, Gepflogenheiten des modernen Staates, das gilt noch lange nicht beim MDK. Dort müsste es heißen: "Wie Sie sich bewegen, kann gegen Sie verwendet werden!" Der Gutachter vom MDK aber ist hinterhältig, er erklärt dem Patienten nicht die Bedeutung seiner Bewegungen. Ist dieser noch in  der Lage, sich zum Beispiel an den Hintern zu fassen ("don't make a false move"), erfährt er später aus dem schriftlichen Gutachten, dass er der Gearschte ist...

Vorteile

Das Schreiben hat im Vergleich zum Sprechen folgenden Vorteil: Man kann langsam schreiben, man kann das Geschriebene korrigieren, ändern, verbessern. Man sieht ihm nicht an, wie lange man am Text gesessen hat. Der Flotte kann rasch ihn lesen. Spricht aber einer langsam, bedächtig, muss der Hörende Geduld aufbringen, sich dem Tempo des Redenden fügen oder sich die Ohren zuhalten.

Kinder, wie die Zeit vergeht

Ist denn die Kassel-Zeitung überhaupt noch eine Zeitung? Oder vielleicht doch eher das, was man in der Literatur ein "aufgegebenes Werk" nennt? Der letzte Eintrag stammt vom 27.11. und informiert uns über das Grimm-Museum. Heute ist der 1. Tag des zwölften Monats im Jahr. Danach kommt kein dreizehnter mehr.

Prometheus von Franz Kafka oder Müde wie die Götter

Von Prometheus berichten vier Sagen: Nach der ersten wurde er, weil er die Götter an die Menschen verraten hatte, am Kaukasus festgeschmiedet, und die Götter schickten Adler, die von seiner immer wachsenden Leber fraßen. Nach der zweiten drückte sich Prometheus im Schmerz vor den zuhackenden Schnäbeln immer tiefer in den Felsen, bis er mit ihm eins wurde. Nach der dritten wurde in den Jahrtausenden sein Verrat vergessen, die Götter vergaßen, die Adler, er selbst. Nach der vierten wurde man des grundlos Gewordenen müde. Die Götter wurden müde, die Adler wurden müde, die Wunde schloß sich müde.

Zukunft? Für wen?

Laura Meschede sollte für die Reportage »Die Mensch-Maschine« mit dem Helmut-Schmidt-Journalistenpreis der ING-Diba-Bank ausgezeichnet werden. Zu dessen Verleihung am 27. September waren auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) und sein Parteifreund Peer Steinbrück (Exfinanzminister und ING-Diba-Berater) eingeladen. Wir dokumentieren die Rede, in der Laura Meschede erklärte, warum sie die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung nicht annahm:

Weiter hier: https://www.jungewelt.de/artikel/341044.digitalisierung-fluch-oder-segen-keine-option-mehr.html

Geselle in guter Gesell-schaft



Tatort Polizeiruf 110 – die Selbstzensur der ARD ist ein Sieg des Opportunismus

Nur wenige Sekunden war er im Bild und doch löste er einen medienpolitischen Orkan aus. Dass die AfD und die Junge Union den klitzekleinen FCKAFD-Aufkleber in einer Szene des vorigen Polizeirufs politisch nicht korrekt finden und sich mal wieder weinerlich als Opfer des „linksversifften Zwangsgebührensystems“ inszenieren, war vorherzusehen. Dass die große ARD, die die Freiheit der Kunst gerne in Sonntagsreden hochhält, schon nach einer informellen Beschwerde von AfD und Junger Union eben jene Freiheit der Kunst auf dem Scheiterhaufen des Opportunismus opfert und den klitzekleinen Aufkleber digital aus dem Krimi schneiden ließ, ist jedoch ein echter Tiefpunkt der jüngeren medienpolitischen Geschichte. Text von Jens Berger.


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Solidarität mit Assange

„Assange ist auf sich allein gestellt. Es wird von Tag zu Tag schwieriger für ihn. Dies ist beabsichtigt. Es liegt an uns zu protestieren. Wir sind die letzte Hoffnung für ihn und wie ich fürchte, auch für die freie Presse“, meint Chris Hedges in einem gestern auf den NachDenkSeiten veröffentlichten Beitrag: Julian Assange wird ans Messer geliefert. Wir möchten unsere Leserinnen und Leser bitten, den dort zitierten Hilferuf der Mutter von Julian Assange weiter zu tragen. Assange hat für uns alle sehr viel geleistet. Wenn er ans Messer geliefert wird, dann ist ein wichtiger Mosaikstein herausgebrochen und der Terror gegen Aufklärung hat freie Bahn.

https://www.nachdenkseiten.de/?tag=assange-julian


Lesung am 14. November 2018

VS Hessen

7. Runder Tisch Literatur in Kassel

Beim monatlichen Jour fixe wird Roswitha Seiffert aus ihren Essays und Reflexionen ausgewählte Stellen vorlesen und Jean Boskja Missler eine weitere Passage aus "nirgendwo" zu Gehör bringen.

Am Mittwoch,14. November 2018, 17:00 Uhr, im Sozio-Kultur-Zentrum Werkstatt Kassel e.V., Friedrich-Ebert-Str. 175 (Straßenbahnlinie 4, Stadthalle).

Dazu laden der Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Ver.di gemeinsam mit dem Autorencafé der Werkstatt Kassel e.V. schriftstellerisch Tätige herzlich ein.


Pflegende Angehörige: An der Grenze der Belastbarkeit

Die Pflege eines Angehörigen ist emotional und körperlich für viele Menschen so belastend, dass sie kurz davor stehen, aufzugeben. Die Barmer Krankenkasse nennt die Ergebnisse ihrer Umfrage “besorgniserregend”.

Waschen, Anziehen, Füttern, Medikamente geben – und einfach da sein: Einen Angehörigen zu pflegen, gleicht oft einem Vollzeitjob. Rund 2,5 Millionen Menschen hierzulande leisten diese Aufgabe und betreuen ihre Angehörigen zuhause. Wie belastend das sein kann, macht der neue “Pflegereport” der Barmer Krankenkasse deutlich: Rund sieben Prozent der pflegenden Angehörigen, 185.000 Frauen und Männer, haben demnach die Grenzen der Belastbarkeit erreicht und stehen kurz davor, aufzugeben. Rund 87 Prozent gaben an, gut oder meistens gut mit der Pflege zurecht zu kommen. (Quelle: ARD)

Was von Geselles Nachtaktion hängen blieb

Folgendes Zitat habe ich soeben auf einer Seite von Deutschlandfunk Kultur entdeckt:

>>In der Kasseler Stadtverordnetenversammlung ist die AfD mit 11 Prozent zwar nicht ganz so stark vertreten, doch dass der Kasseler Bürgermeister, ein SPD-Mann, das documenta-Kunstwerk in einer Nacht- und Nebelaktion entfernen ließ, wäre ohne die Agitation der AfD auch dort nicht denkbar gewesen.<<

Unser Oberbürgermeister sei vor der AfD eingeknickt - das ist es, was hängenbleibt. 


documentastadt Kassel

Als die Fremden aus dem Osten über die Mauer kamen,

begann man den 3. Oktober als Tag der deutschen Einheit zu feiern.

Just an einem solchen Feiertag riss man in Kassel ein Kunstwerk ab,

dass die Aufnahme von Fremden begrüßte.


Der Pöbel

Am 24. 11. 2011 war in der FAZ zu lesen, dass Hegel den Begriff des Pöbels auch auf einen bestimmten Typus der Wohlhabenden angewendet hat: „Es gibt auch reichen Pöbel“, bemerkte Hegel 1821/22 in seinen Vorlesungen zur Rechtsphilosophie. "((…)) Der reiche Pöbel setzt die Souveränität seiner rein ökonomischen Macht gegen die Souveränität des Staates und seiner Institutionen ((durch)). Der reiche Pöbel erhebt sich kraft der Macht seines Geldes über das Recht des Staates.“

(Martin Reuter sei Dank, er machte mich auf Hegels Äußerung über den Pöbel in der Rechtsphilosophie aufmerksam.)

Vergleiche

Las heute, dass der Kasseler von der AfD den Obelisken mit einem Phallus verglich. Was für eine spitze Phantasie.

Buchempfehlung

Seit Ende Februar 2018 gibt es ein neues Buch mit Erinnerungen an diverse documenta-Ausstellungen, das ich empfehlen möchte, und zwar für jene,  denen die documenta am Herzen liegt. Kunst ohne Herz ist leer. Herausgegeben wurde der Band von Harald Kimpel.

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Presseerklärung von Olu Oguibe

Es tut mir persönlich weh zu sehen, wie ein Künstler sich differenziert artikuliert, sich die Mühe macht, sich zu erklären, als wäre da jemand, der seine Worte versteht. Sicher gibt es etliche in Kassel, die auf der Seite Oguibes sind, aber sie schweigen - warum auch immer!



Hier ist die Presseerklärung im Original:


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Der Antichrist hat gesiegt - in Kassel

Wie es scheint, haben die Verantwortlichen der Stadt Kassel, die HNA mit ihren wechselnden Redakteuren und ihren Hate-Speech-Leser-Kommentaren den Obelisken endlich zu Fall gebracht. Ich kann dazu nur gratulieren und die Lokalredaktion der HNA weiterempfehlen.

http://www.hna.de/kassel/keine-zukunft-fuer-obelisken-in-kassel-documenta-kunstwerk-steht-vor-aus-9917337.html


medien als akteure eines trauerspiels

Was in Kassel im Wesentlichen die HNA zu verantworten hat und zur bitteren Provinzposse für ihre Opfer gerät, geschieht täglich in der großen weiten Welt internationaler Politik und Berichterstattung:

https://www.nachdenkseiten.de/?p=44227

Zitat von den Nachdenkseiten, das 100prozentig auf die HNA zutrifft: >>Die erschaffene fiktionale Wirklichkeit dient dann als Basis, auf der die konstruierte Wirklichkeit weiter aufgebaut wird.<< Und wenn Thonicke das nicht merkt, ist er entweder bösartig oder blöd.

Zitat von den Nachdenkseiten:


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Wie hoch ist der IQ von Frank Thonicke (HNA)

>>Komisch auch, dass der Mann, der Neuankömmlinge und Einheimische verbinden will, von den „Outsidern“ in der Nordstadt spricht, für die seine Kunst nicht da sei.<< (Frank Thonicke, HNA 23.05.18)

Wer in der Lage ist, die Bedeutung von Begriffen aus ihrem Kontext zu erschließen, weiß, dass Olu Oguibe sich niemals abfällig über die Bewohner der Nordstadt geäußert hat. Der HNA-Redakteur Thonicke ahnt es, wenn er die Ethik Oguibes benennt: Neuankömmlinge und Einheimische miteinander (freundlich, menschlich, solidarisch) zu verbinden. Weil dies dem humanen Impuls Oguibes entspricht, kann als Hinweis und Indiz dienen, dass der Künstler die Bewohner der Nordstadt nicht abqualifiziert. Aber weil Thonicke sich in eine Verstockung (neutestamentlicher Begriff) hineinmanövriert hat, und zwar durch seine fortschreitende Zitatverstümmelung, erkennt er nicht, sieht er mangels Empathie nicht, dass Oguibe nicht die Bewohner der Nordstadt gemeint haben kann, sondern er sieht einen Widerspruch zwischen Oguibes Ethik (verkörpert im  Obelisken) und der Herabsetzung der Nordstadtbewohner. Thonicke müsste aber sagen, es gibt keinen Widerspruch, weil meine, Thonickes "Deutung", falsch ist. "Wie hoch ist der IQ von Frank Thonicke (HNA)" vollständig lesen