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Baumfällung im Zeitalter der Kettensäge

Betrifft: Heinrich-Heine-Straße

Die Erfindung der Kettensäge macht das Baumfällen leicht, so leicht wie das Schneiden einer Kartoffel mit dem Küchenmesser. Das hat wohl jeder Stadtentscheider zuhause. Was aber unsere kommunalen Politiker offenbar nicht haben, ist Erinnerung, und in der Absenz dieser beginnt schon das Verbrechen, denn - folgt man den Plakaten, die vorm Wilhelmshöher Bahnhof hängen - das größte Verbrechen ist das Vergessen. Woran zu erinnern wäre: Kassel ist documentastadt, berühmt auch durch Beuys' Aktion 7000 Eichen. Und: Irgendwann habe ich irgendwo eine Werbung der Stadt, der Stadtwerke beziehungsweise der KVG gelesen, wie stolz man sei, Baumaßnahmen in der Landgraf-Karl-Straße unter Schonung der dort stehenden uralten Bäume durchgeführt zu haben. Immerhin gingen der Schonung massive Proteste der Anwohner gegen das Abholzen voraus.

Manchmal habe ich das Gefühl, im Bäume-ab-Technologen verbirgt sich ein Massenmörder, der eine Vorliebe für Kettensägenmassaker hat.


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Kommentare

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MR am :

Eine Kettensäge mit einem Küchenmesser zusammenzustellen, das in Deutschlands Haushalten sowieso notorisch unscharf ist, ist schonmal eine gekonnt schiefe Zusammenschaltung. Sodann kenne ich die diversen Protesthaltungen betreffs sog. "Baumpfllege". Nicht kenne ich eine sachkundige Gegenüberstellung der pro und contra Argumente. Man könnte doch mal dazu rechierchieren, bevor man einen einen Brexit für den unkontrollierten Naturschutz fordert.

Anonym am :

HÄ? Soso? Könnte man? Steht denn zum Zustand der Bäume in der Heine-Str. nichts im Artikel von Christina Hein?
Bruder Martin, vermutlich kennst du die Geschichte der Bäume in der Landgraf-Karl-Straße nicht, Bäume, die man komplett fällen wollte.

MR am :

Als Selbstschreiber werde ich mich nicht auf einen Artikel der Monopolzeitung verlassen, der hier als Recherche deklariert wird. Ich möchte ein eigenes Urteilsvermögen, daher habe ich mir Gegendarstellungen bzw. andere Meinungen gewünscht. Mir gefällt der verächtliche bis aggressive Ton des letzten Kommentars nicht. Über die Geschichte von Bäumen lasse ich mich gerne belehren. Immer noch leuchtet mir der Vergleich von Küchenmessern und chain saw massacres nicht ein.

Marlis Cavallaro am :

"...Nicht kenne ich eine sachkundige Gegenüberstellung der pro und contra Argumente...."
Offensichtlich hat der Link bei M.Reuters Draufklicken leider nicht funktioniert - deshalb kopieren wir für alle, bei denen das der Fall gewesen sein sollte, unten den Artikel-Ausschnitt mit sachkundigen Informationen des Forstsachverständigen Reinhard Stein zum Zustand der - angeblich durchweg kranken und drum zu fällenden - Bäume in der Heinrich-Heine-Straße.
Als ich die Zeitung nach Hause mitgebracht hatte (Zufall, ich kaufe sie selten) fanden wir diesen Artikel mit den Aussagen des *Forstfachmannes*, fanden ihn gut, beschlossen, den Artikel online rauszusuchen und in kassel-zeitung zu verlinken - das ergänzte auch den am gleichen Tag hier eingestellten Artikel von Jann Hellmuth, BUND, zu den Baum-Schutz-Angelegenheiten. Steins Aussagen sind - im "Monopolblatt" - das sachkundige "Contra" zur hegemonialen - ebenfalls im "Monopolblatt" verbreiteten - "Pro" - Argumentation, in der über den tatsächlichen Zustand der einzelnen Bäume nicht die Wahrheit gesagt wird. Letzteres ist nur verständlich, wenn man gerne, ohne sich für differenzierende fachliche Analysen der einzelnen Baumindividuen anstrengen zu müssen, die Kettensäge ohne langes Gefackel in Gang setzen möchte. (Na klar geht die - im Unterschied zu früheren Zeiten - fast so leicht durch Bäume wie Messer durch Kartoffel, deshalb konnte das Bäume Killen in den neueren Zeiten ja zu so einer einfachen Übung werden...)
"HÄ? Soso? Könnte man? Steht denn zum Zustand der Bäume in der Heine-Str. nichts im Artikel von Christina Hein?" drückt unsere Verwunderung aus darüber, dass genau das sachkundige Pro-und-Contra für nicht existent erklärt wird, auf das ja gerade verlinkt worden war.
Ansonsten: Messer mit Sägen oder Ärsche mit Hirnen oder sonstwas in Analogie (nicht: Vergleich) zu bringen, liegt in der Gestaltungsfreiheit aller Schreiberlinge - es geht hier nicht um Literatur-Slam, wo Noten zu vergeben wären oder darum, dass man Zeit drauf verwenden müsste, kleine Stilfragen jedem zum "Einleuchten" zu bringen. Sondern es ging und geht um das Einleuchtende des Folgenden:
"Man kann sagen, dass von den rund 140 Bäumen zehn eine Gefährdung darstellen, die eine Fällung rechtfertigt. Mehr als die Hälfte ist in einem sehr guten Zustand. 35 Bäume haben leichte Schäden, können aber noch Jahrzehnte überleben." "Der Großteil der alten Linden an der Heinrich-Heine-Straße ist schützenswert. Die Bäume bilden einen wichtigen Lebensraum und Schutz für verschiedenste Tiere." (Stein)
An die Landgraf-Karl-Straßen-Geschichte erinnert die Heinrich-Heine-Straße-Angelegenheit auch andere Leute - eine der schönsten Alleenstraßen. ALLE Bäume dort sollten mit der Behauptung, es sei nötig, gefällt werden.

"......Die rund 20 Teilnehmer wurden geführt von dem Greenpeace-Baumexperten Reinhard Stein (77), der 40 Jahre lang als Forstwirt bei Hessen Forst gearbeitet hat.

Herr Stein, wie ist der Spaziergang verlaufen?

Wir haben uns die Linden genau angeguckt, und ich habe den Teilnehmern erklärt, woran man das Alter und den Gesundheitszustand von Bäumen erkennt.

In welchem Zustand befinden sich denn die Bäume?

Man kann sagen, dass von den rund 140 Bäumen zehn eine Gefährdung darstellen, die eine Fällung rechtfertigt. Mehr als die Hälfte ist in einem sehr guten Zustand. 35 Bäume haben leichte Schäden, können aber noch Jahrzehnte überleben.

Können Sie darüber hinaus das Vorhaben, alte Linden fällen zu lassen, nachvollziehen?

Nein. In der Stadt können Linden Hunderte Jahre alt werden. Es handelt sich bei den Bäumen um die Bienenweide Sommerlinden mit einem sehr reichhaltigen Nektarangebot für Bienen. Diese Bäume sorgen zudem für ein angenehmes Stadtklima.

Es sollen ja mehr Bäume – auch klimaresistentere – nachgepflanzt werden. Ist das eine Lösung?

Dass die Stadt für die gefällten Bäume 122 junge Bäume nachpflanzen will, ist ein schwacher Trost. Der ökologische Wert eines großen, älteren Baumes ist wesentlich höher als der eines Exemplars, das frisch aus der Baumschule kommt. Alte Bäume sind weitaus bessere Kohlenstoffspeicher als Jungbäume. Die größten Bäume weisen die höchste Leistungsfähigkeit in Sachen Kohlendioxidspeicherung und -aufnahme auf. Sie haben vielfältige ökologische und soziale Funktionen.

Wie lautet Ihr Fazit?

Der Großteil der alten Linden an der Heinrich-Heine-Straße ist schützenswert. Die Bäume bilden einen wichtigen Lebensraum und Schutz für verschiedenste Tiere.

Was raten Sie der Stadt?

Ebenso wie Greenpeace fordere ich eine umweltgerechtere Planung, in der die Bäume stehen bleiben können. Seit dem 1. März bis 30. September gilt aus Vogelschutzgründen ohnehin die gesetzlich vorgeschriebene Schonzeit, während der nicht gefällt werden darf."

MR am :

Wie habt ihrs denn mit der Demokratie? Es wird ein selbstausweislicher Experte der Gegenseite interviewt. Wo ist denn der Experte der macciavellistischen Fürseite?

Marlis Cavallaro am :

M.C.: "Steins Aussagen sind - im Monopolblatt - das sachkundige "Contra" zur hegemonialen - ebenfalls im Monopolblatt dargestellten - "Pro" - Argumentation..." - die "Fürstseite" auf Basis der Amtsseiteninfos war schon häufig zu lesen.
Von Amtsseite gab es pauschale Aussagen, dass die Bäume wegmüssten, nicht überlebensfähig seien, bzw. nicht überleben würden, wenn die Gestaltung stattfände wie geplant ( https://www.stadt-kassel.de/projekte/verkehr/infos/24752/index.html ), es gab öffentlich keine auf einzelne Bäume bezogene Analyse des Zustandes.
Amt wirft Naturschützern zu späte Äußerung, Naturschützer werfen Amt zu intransparente Planung und zu späte Information vor (siehe BUND hier in der kassel-zeitung).
In 40 Jahren Forstarbeit (d.h. u.a. 40 Jahre Praxis im Begutachten der Gesundheit von Bäumen) entsteht normalerweise nicht "selbstausweislicher", selbsternannter, sondern tatsächlicher Sachverstand.
Zu hier angerissenen Themen ist es möglich, selbstständig weiter recherchieren, kurze Statements eignen sich als Anregung dazu. Bei längeren Artikeln mit umfassender Argumentation darf man umfassendere Recherche und Hinweise erwarten. Im Übrigen sehe ich - aus Gründen der demokratischen "Ausgewogenheit" - als Aufgabe einer Bürgerzeitung, korrigierenden oder relativierenden Informationen zum ohnehin breit wahrnehmbaren Mainstream mehr Raum zu geben, wo möglich, als das der "Fürstseite" zugeneigte Medien tun.

MR am :

Ich bestehe zunächst auf dem Ausgangspunkt meiner versuchten sachbetrefflichen Schreibtätigkeit, dass Klaus Baum seine missbräuliche Metaphorik betreffs Küchenmesser und Kettensäge korrigiert. ME reiht er sich damit in die Skandalisierungschronik der üblichen Medien ein. Zweitens habe ich öffentlich noch keine unabhängige Meinung über die städtischen Aktivitäten vernommen. Wo mag sie sein? Drittens ging ich neulich in einer untergerodneten
Straße In Niederzwehren an einem Beschneider vorbei. Es handelte sich um einen Haselnussstrauch, schon fast ein Baum. Er erklärte mir, warum jetzt, und warum es nötig sei, damit er gut weiterleben könne. Natürlich bin ich dafür nicht sachkundig. Ich kannn mir seinen Beruf nur anhören.

Marlis Cavallaro am :

Da kommt ein sozusagen "missbräuchliches" in Bezug Setzen von notwendiger Frühjahrsbeschneidung und hingegen *nicht* notwendiger Abholzung der gesunden bzw. noch lange überlebensfähigen alten Bäume in der Heinrich-Heine-Straße ( nicht nur der paar nachweislich kranken). Abgeholzt ist tot, nicht besser weiterlebensfähig wie ein beschnittener Busch/Baum.

Sehr schöpferische neue Idee - eine Metaphorik-Instanz in einer Bürgerzeitung, die Korrekturen von Sprachbildern, Vergleichen, Metaphern usw. verlangen darf. Das kann man in einer Redaktionssitzung ja mal beantragen zu beschließen. Natürlich gehört dazu dann eine längere Diskussion mit Anwesenheitspflicht und Konsensziel, damit ein Ausschluss-Kriterien-Katalog aufgestellt werden kann, welche Metaphern bräuchlich und welche missbräuchlich bzw. dieses und jenes 1 a b c, 2 a b c, missbrauchend und befrevelnd sind. Nur zu! Es würde der Attraktivität der Mitarbeit bei der kassel-zeitung ungeheuer dienlich sein und gewiss auch abgesprungene Mitarbeitende begeistert wieder hinzustoßen lassen.(Ironie aus)

.

Wolfgang am :

"Es würde der Attraktivität der Mitarbeit bei der kassel-zeitung ungeheuer dienlich sein und gewiss *auch abgesprungene Mitarbeitende begeistert wieder hinzustoßen lassen.*"

Dieses Zitat aus dem letzten Kommentar, insbesondere der letzte Halbsatz, verdienen hervorgehoben zu werden. Wenn die kassel-zeitung nicht zum Forum für Besserschreiber, Stilistik-Akrobaten und Zensoren verkommen soll, dann muss diese Art von "Kommentaren" aufhören. Die "sehr überschaubare" Anzahl der aktiven Autoren spricht Bände.

Marlis Cavallaro am :

yes :-), so war's gemeint.

MR am :

Eine "Metaphorik-Instanz" ist mE Sprachregelung und damit Terror eines Sprach-ZK. Ironie würde damit gar nicht mehr stattfinden können, weil sie ein zwei-Ebenen-Bewusstsein, der Doppelbödigkeit, voraussetzt. Metaphern sind in der Regel mehrdeutig und nicht eindeutig fixierbar. Ich habe in der Schule gelernt haben müssen, es handle sich um einen "verkürzten bildlichen Vergleich". Ich betone nun "verkürzten", und dann noch "bildlich".
Es werden hier immer die gleichen targets gesucht: Leute, die einen abweichenden Veröffentlichungsbrauch betreiben. Dabei werden Aggressionen gegen Nachbarn und prinzipielle Kooperateure aufgeschaukelt, die sowohl unnötig als auch unwürdig sind.

MR am :

Der Vorwurf, dezidierte Meinungsäußerungen würden mögliche Autoren vertreiben, ist so alt wie die Zeitung selbst. Die, die von Anfang an mitgeschrieben haben, wissen das. Die "überschaubere Anzahl" erklärt sich aus dem Problem selbst: das "Selbermachen" ist nicht so einfach, wie man denken mag. Das man kan man leicht an weiteren demokratischen Aktivitäten ablesen. Und die Diskreditierung von Zensoren, die es hier gar nicht giebt, ist eine Überschreitung der sittlich gebotenen Grenzen.

MR am :

Wolfgang, ziel mich doch direkt an, und versteck Dich nicht. Was macht Reuter denn Verwerfliches, für das er ausgeschlossen werden muss?

Wolfgang am :

Niemand will den Reuter ausschliessen, aber er möge einfach damit aufhören, anderen zu erklären wie schwierig das Schreiberhandwerk ist, und dies am Beispiel der eigenen überkomplexen Schriftsätze.
Die kassel-zeitung darf Spass machen, soll unterhaltsam sein, aber auch achtsam! Nicht jede verbale Steilvorlage muss in einen Todesschuss gegen den unbedarfteren Mitschreiber verwandelt werden.

MR am :

Wie seltsam, dass der angebliche Belehrer hier belehrt werden soll. Nicht nur wie er zu schreiben hat, sonderen wie auch der Charakter dieser Zeitung zu bestimmen ist. Ich bin Intellektueller und mag ein wenig 'anders' schreiben. Manchmal mag es so kompliziert sein, wie es meiner Meinung nach ist. Ist es nicht möglich. demgegenüber Toleranz zu üben und Kasseler Asyl zu gewähren? Eine gelegentlich scharfe Zunge in einen "Todesschuss gegen Unbedarftere" zu verwandeln, ist schon eine sprachlich gut gelungene Diffamierung. Wo sind die denn, die noch Unbedarfteren?
Dass sich bei einem Grünen despotische Züge zeigen, ist noch kurioser. Dazu reicht: "Er möge doch aufhören". Das ist in einen Konjunktiv verpackter Anweisungsversuch.

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