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Möge die Macht mit euch sein...

"Wahlen ändern nichts, sonst wären sie verboten" oder "Wer seine Stimme abgibt, hat nichts mehr zu sagen", könnte man es defätistisch betrachten und den Urnengang am kommenden Sonntag verweigern. Hilft aber auch nicht wirklich weiter. "Wir wissen nicht, was dieser freundliche Tankwart empfiehlt", fragen uns aber, was der geneigte kassel-zeitung-Leser so zu empfehlen weiß...
Mein Problem: Wer oder was hat meine Stimme(n) verdient? Ich darf ja auch noch zwei davon verteilen.
Für den Zweitstimmen-Check habe ich soeben zum zweiten Mal den Wahl-O-Mat befragt und habe diesmal das Parteienspektrum, mit dem meine Antworten abgeglichen werden sollen, erweitert.
Schockiert musste ich feststellen, dass DKP und MLPD noch vor den grünen Freunden, bei denen es neulich so nett war, auf meiner Hitliste ganz weit oben stehen. Die Pole-Position verteidigt Die Linke schon seit dem ersten Orakel. Nach den Grünen kommt, schon durchaus abgeschlagen die bemitleidenswerte Sozialdemokratie, gefolgt von Piraten, FDP und der Union. Mit der mich laut Wahl-O-Mat am wenigsten verbindet. Immerhin.
Zweitstimme also soweit scheinbar geregelt.

Schwieriger wird es nun mit der Ersten. Soll man sich taktisch verhalten? Oder seinen inneren Überzeugungen folgen? Oder einfach die geilste Kandidatin wählen?
Wenn es danach ginge, wäre es schnell geregelt. Nicole M. schwebte neulich auf einer Gartenparty engelsgleich mit ihrem Gefolge ein und ich dachte nur noch: "Wahoo!" Als Rednerin konnte sich mich dann aber doch nicht wirklich mitreißen. Jedoch hat sie auf der nach oben offenen Symphatiefaktorskala derart gepunktet…
Aber die Stimme für sie ist eigentlich für'n Ofen. Eine Schnitte auf ein Direktmandat: Fehlanzeige. Es gilt ja schließlich Mehrheitswahlrecht.
Gleiches gilt für den Oberlehrer, den die lokale Speerspitze des investigativen Journalismus neulich mit dem Oberschniegel aus der Modebranche in den Ring brachte.
Soll ich meine Stimme also der Dame geben, die mich immer an Meister Eder erinnert und die fix aus dem Hut gezaubert wurde, nachdem es für den ursprünglichen Bewerber eng wurde? Da laufe ich Gefahr, dass sie das große Kuschelprogramm macht und meine Stimme damit auch futsch ist bzw. ich mit Schuld an diesem Elend bin.
Oder nur Zweitstimme wählen? Den unionistischen Rechtsanwalt gilt es trotzdem zu verhindern. Und das wiederum könnte für Pumuckel sprechen.
"Was tun?", findet eine der berühmten documenta XII-Fragen und die eines nicht minder bekannten Herren aus den Ostgebieten hier mal wieder akute Anwendung.
Ich bin auf Ihre Wahlempfehlungen gespannt, die hier über die Kommentarfunktion möglich sind...

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thom am :

Die Kanzlerin sagte: "Schauen sie sich genau an, was sie kaufen! Heutzutage ist es oftmals so, dass da wo Käse draufsteht, gar kein Käse mehr drin ist."

Welch weise Worte.

Der Wahl-O-mat ist nicht völlig neu und dementsprechend sind Themen, welche sich die Parteien bedienen, so zugeschnitten, um möglichst viele Treffer im Wahl-O-mat zu erzielen.
Hinzu kommt noch die Gesetzmäßigkeit, dass die Parteien mit den geringeren Chancen, die meisten Themen auf ihre Plakate schreiben. Wohingegen diejenigen, welche die Wahrscheinlichkeit haben, in der Regierungsverantwortung zu landen, sich möglichst wenige Argumente liefern, mit denen der Wähler sie hinterher wegen gebrochener Wahlversprechen festnageln kann.
Deswegen stehen bei der WIR Partei nur noch Feststellungen bzw. Mutmaßungen auf den Plakaten. Natürlich auch mit fraglichem Wahrheitsgehalt. Wer z.B. die Kraft hätte, bräuchte nicht mit obigem Zitat die eigene Ohnmacht einzugestehen, sondern könnte dafür sorgen dass der allgegenwärtige Betrug ein Ende hat.

Wer Maschinen (Wahl-O-mat) zur Entscheidungsfindung benötigt, sollte sich mit der "warum"- und "wofür"-Frage befassen.
Wer die Wahl als Mittel zur Verhinderung noch schlimmeren Übels betrachtet, sollte sich fragen, ob denn das ganze Wahlsystem überhaupt das ist, wofür es gedacht ist.

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