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rundumdocumentavideo: Eine Machbarkeitsstudie



Auf einmal und gleichzeitig. Eine Machbarkeitsstudie
Performance im Citypoint - eine Kooperation von Alice Creischer, Andreas Siekmann, Christian von Borries, dem Landesjugendsinfonieorchester Hessen sowie DarstellerInnen.
Mit einem schriftlichen Zusatz zum Gemachten.



Die 'optischen anstalten' sind ein Projekt der electricity Bildwerke

Wirklich phantastische Idee, mitten in einem Konsumpalast, der die Passagen des 19. Jhs. nachzuahmen versucht, eine szenische Kapitalismuskritik zu 'performen': "Guten Tag meine Damen und Herren, wir führen Ihnen eine Welt vor, in der alle Verbindungen zwischen der Arbeit, den Waren und dem Geld aufgelöst werden..."
Also: Idee, Musik und musikalische Ausführung Klasse. (Der Herr von Borries ist schon so eine Nudel!) Die Möglichkeit, während der Vorführung frei im allgemeinen Lärm herumzugehen, wunderbar. Trotz Aufhängung von Parolen, gelegentlichem Herunterwerfen von Papierschnipseln und Rhönradeln im ersten stock of capital der Vortrag aber viel zu statisch, wie in einem Bühnenstück. Wozu hatte man die Ebenen und Rolltreppen? An vielen Stellen Worte gar nicht verständlich. Vorbildlich das City-Point-Sicherheits-Personal trotz Nervigkeit der Sache; bis auf den einen, der die optisch-akustischen Teamchefs Fligge und Weber gerne rausgeschmissen hätte. (Er ließ sich dann nicht mehr vor der Kamera zur Rede stellen, war verschwunden.) Kleines Detail: Nachdem es Papierschnipsel geregnet hatte, mussten die Point-Sisters sie sofort wieder zusammenkehren. Begründung: Rutschgefahr! Zweites Detail: Auf einem dieser Zettel eine entschuldigende "Bitte um Verständnis": "Sollte es Ihnen zu laut, zu schrill oder zu voll gewesen sein..."
Was nun tun? "Nur die geringfügige organisatorische Detailfrage der Umverteilung gesellschaftlichen Reichtums müsste noch geklärt werden..." Na dann man zu!
(Worte: Performance-Material, Pressemitteilung, Martin Reuter)


Die 'optischen anstalten' sind ein Projekt der electricity Bildwerke

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Kommentare

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wirsinds am :

... irgendwie mögen wir ihre Schreibe Herr Reuter - manchmal ganz großer Journalismus, zuweilen zynisch, in kleinen Dosen süchtig machend - vor allen Dingen, daß sie die Geschehen aufmerksam wahrnehmen, durch sehr viel Trainingeinheiten die Bestmarke überwinden und das schreiben, was wir auch wichtig finden!

Martin Reuter am :

nun herr wirsinds, danke für die mit Lob giftig verpackten Komplimente. Zynisch stimmt nicht, ironisch oder sarkastisch würde mE stimmen. Der Unterschied macht im Deutschen eh nix (wird nicht wahrgenommen). Ich bin dankbar für mein vollkommen korrekt dargestelltes roll model: ich bin der "gebildete Verlierer" (Sloterdijk, Zorn und Zeit: bitte wenigstens den Titel merken!). Daher die einigermaßen gut gesetzten Sottisen, absr auch eine unbeliebte Lust an der Genauigkeit. Schwieriges Amalgam. Aber besser als Angina.

Helmut am :

"bitte wenigstens den Titel merken!" aaah, wie ich diese Haltung liebe, "sehen Sie, es bereitet mir ja schon Kopfschmerzen, mich auf Ihr Niveau runterzudenken!"...

Martin Reuter am :

Herr Kollege, Sie haben glasklar erkannt, dass ich bei Ihrem techno-Pragmatimus mir alle Mühe geben muss, gelegentlich notwendige Denk-Schleifen, Umwegs-Überlegungen und Genauigkeits-Offensiven (sog. Informationen) unterzubringen. Im Grunde argumentieren Sie wie ein Newspaper: Bloß nicht mehr als 60 Zeilen oder evtl. Zeichen! Da sind Sie nun selber schuld!

Martin Reuter am :

entschuldigung ich hatte übersehn, dass dieser Kommentar um 5 Uhr 25 verfasst wurde!

Helmut am :

Nana, den Distinktionsgewinn muss man schon mit einem gelegentlichen Rempler bezahlen, also jetzt nicht auf Sissi machen! :-)

Hans am :

Wow, "Distinktionsgewinn"! (Bitte wenigstens das Wort merken!)
Sissi schreibt sich übrigens 'ursprünglich' (S. Franzels Briefe) "Sisi", verlor aber durch die Filme ein s (s. "Genauigkeits-Offensive")...

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