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Gerne!

„Wenn Ihr Unterstützung braucht, schreibt mir gern!“
„Komm gerne zu uns und bring dich ein.“
„Anmerkungen gern ins Forum“


Bisher habe ich etwas gern getan, jemanden gern gehabt oder gern einen Brief geschrieben. Jetzt jedoch ist das Wörtchen gern scheinbar zu einer – immerhin freundlichen – Aufforderung mutiert. „Schreibt mir gern“ soll eigentlich etwas ganz anderes aussagen: „Ich freue mich, wenn ihr mir schreibt!“ oder „Ihr dürft mir gern schreiben“. Ob ich dabei die Tätigkeit des Schreibens gern ausübe, ist eine andere Sache.
„Komm gerne zu uns“ sagt doch fast im Befehlston, dass man nicht nur kommen, sondern das auch noch mit Freuden tun soll. Dabei will mich der Schreiber nur besonders herzlich einladen.

Anmerkungen sind willkommen, wenn sie ins Forum gestellt werden und nicht irgendwo anders hin. Also: „Anmerkungen bitte ins Forum.“ Ob du, lieber Anmerkender, das gern tust, ist mir eigentlich schnuppe. Hauptsache, du befolgst die Regel!

Es ist eine wachsweiche, verklausulierte Höflichkeit, die nur ja keinen Anschein von Bevormundung oder Dominanz erwecken soll.

Noch deutlicher wird das, wenn das Wort mögen dazu kommt:
„Du magst gern zum Onboarding kommen!“ Diese Aussage unterstellt mir, wörtlich genommen, dass ich wahrscheinlich gern zu dieser Veranstaltung gehen möchte. Unmissverständlich klar wäre das sofort, wenn der Satz mit einem Fragezeichen endete.

Gemeint ist aber: „Wir freuen uns, wenn du kommst.“ Das kann man doch auch einfach so sagen, oder?

Genau! (Eine weitere Verlegenheitsfloskel, deren inflationärer Gebrauch mittlerweile auf die Nerven geht.)

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Kommentare

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V.B. am :

Diese nervigen Floskeln lassen sich endlos erweitern: z.B. "eigentlich", "sozusagen" und am falschen Ort ein besonders aussagekräftiges "genau".

Wolfgang am :

GENAU!

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