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Klare Worte des Naturschutzbeirates des Landkreises Kassel

Mit der notwendigen Klarheit hat sich zum Jahresende 2020 die Vorsitzende des Naturschutzbeirats des Landkreises über einen großen Verteiler mit über 300 Adressen an alle 11 Städte und alle 17 Gemeinden, an die Fraktionen in den Parlamenten und an die jeweiligen Verwaltungen des Landkreises gewandt. Und Frau Dr. Anna Kuntzsch, die Vorsitzende dieses wichtigen, ehrenamtlichen Gremiums, meint es durchaus ernst, wenn sie am Schluss ihres sieben-seitigen engagierten Plädoyers für mehr Ökologie meint: „Wir fordern alle politischen … Entscheidungsträger in den Städten und Gemeinden des Landkreises Kassel auf, sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden und unverzüglich und einvernehmlich ins Handeln zu kommen!“

Frau Dr. Kuntzsch spannt den Bogen von der Veröffentlichung des Club of Rome 1972 bis zum Ende des 2. Jahrzehnts des gerade angefangenen 3. Jahrtausends, das sich – wie die drei letzten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts - vor allem dadurch auszeichnete, dass Wirtschaft, Regierungen, Parteien und Politik von den drohenden Gefahren einer näher rückenden Klimaveränderung zuungunsten für uns Menschen nicht viel wissen wollten: Denn für uns wäre, wie man an vielen sich längst abzeichnenden Klimaphänomen überdeutlich ablesen kann, eine zu weitgehende Erwärmung denkbar ungünstig und kritisch. Unter geologischen Zeitmaßstäben betrachtet sind Warmphasen für evolutionäre Prozesse auf unserem Planeten durchaus spannend und interessant, wie uns das vor rund 500 Mio. Jahren zu Ende gegangene Kambrium mit seiner explodierenden Artenvielfalt eindrücklich lehrt. Für die menschlichen Gesellschaften auf dem Planeten Erde jedoch, beim derzeitigen technischen Entwicklungsstand und der Unmöglichkeit, am Ende dieses Jahrhunderts vielleicht 10 Milliarden Individuen auf einen oder mehrere andere Planeten evakuieren zu müssen, wäre eine 2 und mehr Grad übersteigende Klimaerwärmung vermutlich aber nicht nur ungemütlich, sondern mit zahlreichen, mehr oder weniger verheerenden Ereignissen verknüpft. Inzwischen ist das ja alles nicht nur sattsam bekannt, vielmehr Allgemeingut und das Gegenteil von neu…

Falls Sie jetzt meinen, dass Frau Dr. Kuntzsch dazu aufgerufen hätte, den Planeten Erde mit ökologischen Maßnahmen im Landkreis Kassel zu retten, wäre das nicht richtig. Richtig ist vielmehr, dass sie nach einer garantiert unvollständigen Aufzählung der bereits jetzt erkennbaren Folgewirkungen des wesentlich von uns verursachten Klimawandels sehr schnell auf unsere Region zu sprechen kommt. Und hier, so ihre Auffassung, gäbe es viel zu tun. Oder anders gesagt: In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die zum Landkreis gehörenden politischen Körperschaften alles andere als vorbildliche Ökologen hervorgetan. Sie haben viele längst nötige und technisch bzw. finanziell mögliche Maßnahmen, die einen Beitrag zur Verbesserung der Situation hätten leisten können, schlicht unterlassen.

Sie beschreibt sehr plastisch – von der Einstellung von Klimabeauftragten in den Gemeinden, der drastischen Einschränkung des Flächenverbrauchs, einer optimierten Ökostromproduktion, Maßnahmen zur CO2 Reduktion, des verstärkten Ausbaus des Nahverkehrs, mehr Projekten mit ökologischem Vorbildcharakter auf landwirtschaftlich genutztem Gemeindeeigentum bis hin zur Erhöhung der Artenvielfalt und ein größeres Engagement für mehr wirksame Maßnahmen zur Wassereinsparung – was alles auf die ökologische Agenda gehört. Auch wenn diese Aufzählung ebenfalls nicht erschöpfend ist: Eine große Anzahl von Möglichkeiten für kreatives Handeln auf Stadt- und Gemeindeebene wie auch auf der des Landkreises eröffneten sich, würden die Vorschläge und Forderungen, die Frau Dr. Kuntzsch macht bzw. erhebt, ernsthaft angepackt werden.

Werbewirksame Ankündigungen von Maßnahmen unter Benutzung eines positiv klingenden klimakritischen Vokabulars gibt es natürlich inzwischen auch in unserer Region. Genügend. Aber bei Worten soll es ihrer Meinung nach nicht mehr bleiben, vielmehr sollen nun auch, so der Tenor ihres Papiers, Taten folgen.

Wir fügen das erwähnte Papier von Frau Dr. Kuntzsch als PDF diesem kleinen Aufmacher und „Anwärmer“ bei und wollen Sie hiermit zu seiner Lektüre animieren.

Positionierung_NSB_Klimawandel_2020.pdf

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