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Antisemitismus in Reinkultur

In ihrer Ausgabe vom 6. November berichtet die HNA ausführlich über einen Auftritt von Simon Aulepp, Fraktion Kasseler Linke, in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung (StaVo) am Montag, den 4. November. Der folgende kurze Text ist ein Leserbrief an die HNA. Da ich mir wenig Hoffnung mache, dass er dort noch abgedruckt wird, stelle ich ihn hier in der Kassel Zeitung ins Netz…

Für einen antisemitischen Zwergenaufstand gegen die Fahne des Staates Israel braucht’s gar keinen verbohrten Antisemiten aus der ultrarechten Szene. Simon Aulepp, ein Linker von der SAV (Sozialistische Initiative Voran), der auf dem Ticket des Bündnisses KASSELER LINKE in die StaVo eingezogen ist, tut es auch. Was ist passiert?

In der besagten Stavo-Sitzung stellt sich Simon Aulepp ans Rednerpult, um Oberbürgermeister Geselle fragend zur Rede zu stellen, wie er denn dazu komme, aus Solidarität mit der brutalen rechtsextremen Attacke auf eine Synagoge in Halle die israelische Fahne am Rathaus der Stadt Kassel zu hissen. Keiner hat es vergessen: Um ein Haar wären einem rechtsextrem verbohrten Antisemiten in Halle mehr als 50 jüdische Mitbürgerinnen zum Opfer gefallen!

Ob das Hissen der Fahne am Rathaus der Weisheit letzter Schluss, die ideale Form der Solidarität mit den Jüdinnen und Juden in Deutschland, mit deren neuer Unsicherheit und Angst gewesen ist, sei dahin gestellt. Denn natürlich sind das zwei verschiedene Dinge, die Fahne des Landes Israel und die Situation der Jüdinnen und Juden hier bei uns. Aber eins ist doch unmissverständlich und überdeutlich: Das Hissen der Flagge Israels war gedacht und gewollt als sichtbarer, bekennender Akt der Solidarität mit eben diesen Jüdinnen und Juden. Wer das zum Gegenstand bohrender Fragen macht und in Zusammenhang mit den nur knapp dem Tod entronnenen jüdischen Mitbürgerinnen penetrant auf seiner einseitigen Israelkritik beharrt (als würde sich in der BRD irgendjemand solche Kritik verbieten lassen oder als wäre sie gar verboten), der ist ein Antisemit. Genau das will Simon Aulepp natürlich nicht sein, aber er ist ein solcher. Und er ist in seiner Partei damit beibleibe nicht allein. Leider.

Diese wenigen Sätze habe ich an die HNA geschickt mit dem Hinweis, dass ich den Leserbrief als Mitglied des Kasseler Bündnisses gegen Antisemitismus schreibe. Zur gleichen Zeit bin ich aber auch Mitglied der Kasseler Linken, die ich vor über 10 Jahren mit gegründet habe. Ich war bis heute stolz darauf, was für eine positive Rolle die aktuell 7köpfige Fraktion in der Stavo spielt. Kein Politikfeld, auf dem sie nicht mit guten Ideen und Vorschlägen auf sich aufmerksam machte. Und immer unterwegs im Interesse der kleinen Leute, die allzu oft auf der Strecke bleiben. Außerdem habe ich viele Jahre die Zeitung dieser Fraktion redaktionell verantwortet… Umso mehr schäme ich mich jetzt, dass es jetzt Personen in dieser Fraktion gibt, die sich derart antisemitisch verhalten.

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