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Als Modellprojekt anerkannt: Gemeinschaftsprojekt in Harleshausen

In Harleshausen entsteht ein Neubaugebiet am Feldlager. Dort werden auch etliche Gemeinschaftsprojekte entstehen. Die Genossenschaft "Kassel im Wandel" ist jetzt für ihr Wohnkonzept von der Landesregierung als Modellprojekt anerkannt worden.
Normalerweise werden isolierte Zellen oder Reihenhäuser für Einzelne und Familien gebaut. In den Wohnungen und Häusern wohnen dann Einzelne oder Familien und hier und da eine versprengte Wohngemeinschaft. Wenn Kinder kommen wird die Wohnung zu klein, wenn die Kinder flügge sind, werden Wohnungen und Häuser zu groß. Während die Kinder aufwachsen sind die Eltern alleine und gerne auch mal gestresst und überfordert. Wenn jemand krank wird, ist das eine Belastung und im Alter kommen für gewöhnlich dann das Alleinsein und die Einsamkeit. Jeder werkelt vor sich hin und das Ganze verbraucht viel zu viel Energie, Raum und Ressourcen. Die Mitglieder der Genossenschaft „ Kassel im Wandel“ wollen das anders; sie setzen auf vernetzte und kooperative Wohnformen. Die Wohnungen sollen getauscht und erweitert werden, wenn beispielsweise Nachwuchs ansteht oder verkleinert, wenn der Wohnraum fürs Alter zu groß wird. Sie sollen abgetrennt und wieder geöffnet, zu Wohngemeinschaften zusammengeschlossen oder für überzeugte Singels vereinzelt werden, je nach Bedarf und Wunsch. Zusammen wohnen in einem Haus oder in einer Wohngemeinschaft heißt auch, dass nicht getrennt wird zwischen den Einkommensgruppen und dass man sich gegenseitig unterstützt. Das ist der Kern des Projektes, und genau das war bisher mit den gängigen Förderungen und Vorschriften nicht möglich.

Nun hat das Land Hessen dieses Konzept für gut befunden und die Gemeinschaftshäuser als Modellprojekt anerkannt. Mit Brief und Siegel bestätigt Tarek Al-Wazir der Genossenschaft, dass sie etwas Besonderes vorhat: Arm und Reich können also zusammen wohnen in Mehrgenerationshäusern, die keinen Gewinn abwerfen. Damit sind sozialer Mietwohnungsbau und freier Wohnungsbau vereint und das Ganze in ökologischer Bauweise.

Modellprojekt heißt auch, dass das gute Beispiel ein Stück vorausgehen muss. Ein ökologisch bewusstes und generationsübergreifendes Zusammenleben will erst einmal erprobt werden. Dass davon Impulse in die sich verändernde Gesellschaft ausgehen, wünscht sich die Genossenschaft. Und dass dadurch die bauliche Trennung zwischen armen und reichen Stadtteilen langsam aufgelöst und der Ghettobildung entgegengewirkt wird. Sie verspricht sich davon eine lebendige Quartiersentwicklung, stabile Nachbarschaften, langfristige Verbindlichkeiten für Jung und Alt und bezahlbaren Miet-Wohnraum für Menschen in allen Lebenslagen. Das bedeutet auch, dass Lebenslagen sich verändern können und dürfen.

Auf dem selben Gelände ist eine eine zweite Baugruppe in der Planung, die mit der Genossenschaft eng zusammen arbeitet. Dort sind noch Wohnungen in unterschiedlichen Größen frei.

Weitere Information:kassel-im-wandel.de

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