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Freisprechanlage: "Medizinen, Apotheken, Gesundheitspolitik"

Wir werden uns morgen, dem 9.12.2018, gerne mit einem Apotheker unterhalten.
Er heißt Jonas Ohlwein, wird bei uns sein im Freien Radio Kassel 18-19 Uhr,
Wenn er sich rechtzeitig durch den innerstädtischen Glühwein gekämpft hat.

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Kommentare

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Klaus Baum am :

wir haben die sendung gehört ....

Marlis Cavallaro am :

Ja, wir haben die Sendung gehört, draußen nasser Adventstag, drinnen grippaler Infekt mit Husten und Radio hören auf dem Sofa...ich schreibe hier auf, was mir beim Hören durch den Kopf ging, und was wir dazu besprachen zu Hause, gewiss ist diese meine Sicht subjektiv und will nicht sagen: es hätte unbedingt in Eurer Sendung anders sein sollen... und wenn Ihr genau die Sendung gestaltet habt, die Ihr gestalten wolltet, würde dies hier Ideen für andere Sendungen anregen.
Vergessen will ich vorweg nicht, Euch zu danken, dass Ihr überhaupt Sendungen macht!!!
Wir fanden sie
- sehr nett und überzeugend als Hinweis auf das ( prinzipiell ja gute, von uns möglichst häufig auch praktizierte) "Geht zur lokalen Apotheke statt ins Internet zu solchen wie DocMorris",
- gut informativ als Erweiterung von Grundinfos zu Zuzahlungen, gesetzlichen Regelungen und Kassenvorgaben für Solches nicht Wissende
- ansonsten: harmloser, zahnloser und anscheinend weniger strukturiert und vorbereitet, als man es von Euch gewohnt ist.
Das heißt nicht, dass gerade dieser eine liebe, zu Teilnahme und Auskunft bereite Apothekenmensch nun mit einer Fülle beißend kritischer Fragen hätte ge-water-boardet werden sollen - doch etwas weniger Harmlosigkeit hätte mich gefreut.
Es gäbe mit Apothekermenschen einiges zum Eingemachten zu fragen und zu besprechen.
Zum Beispiel (aus Erfahrungen der letzten 15 Jahre): wenn viele Angestellte keine Auskunft mehr zu gesundheitlicher Selbsthilfe geben können, individuelle Rezepte/Kräuterrezepte und Zubereitungen sich entweder "nicht mehr rechnen", oder "Sowas macht man heute nicht mehr" als Auskunft zur Folge haben, Fragen nach anderen Mitteln als fertigen und Kamillepfefferminzefenchelanis erbleichenden PTAs den Schweiß auf die Stirne treiben, wenn viele Apotheker nicht mehr aufgrund dessen, was sie gelernt haben, kompetent öffentlich sich zur Medikamentenpolitik und zur Benachteiligung früher bewährter Mittel kleinerer Firmen äußern, in ihren Laden-Zeitschriften häufig kritikfrei die Strategien und Produkte der Pharmafirmen nachbeten lassen, (man, nur zwei Beispiele unter vielen, bei ihnen nicht darüber informiert wird, dass Diabetes 2 grundsätzlich sehr abschwächbar bis auch heilbar ist (auf dass das große Geschäft mit dem Insulin weitergehen möge...), oder darüber, dass Rechtfertigungen für Blutfette herunterdrückende Medikamente wissenschaftlich umstritten sind), und bei vielen auch nicht mehr über Naturstoffe, traditionell bewährte Therapien, Hausmittel, Heilpflanzen...dann stürben manche Apotheken zu Recht, denn sie sind mit solchen Merkmalen dann zu Verteilstationen abgesunken, Dealer der großen Industrien.
Zu sprechen wäre auch über die teils recht zugreifende Preispolitik bei rezeptfreien Mitteln, die nicht immer zu rechtfertigen ist mit "nicht so große Lagerbestände anlegen können und deshalb nicht soviel Rabatt erhalten"..Leuten aus Gesundheitsberufen, die selber bei Firmen Rabatte erhalten, sind die Gewinnspannen zwischen "Preis ab Werk" und Endverkauf bekannt..
Ob die Entwicklung zum Bayer-Dealerladen als Überlebensstrategie alternativlos bleiben muss, manche Apotheker zurückkehren zur historischen Berufsidentität und sich damit ganz gut "positionieren" am "Markt", auch vergessenes Wissen wiederbeleben helfen können, dafür könnte man in Deutschland und anderswo Beispiele suchen - da wäre es interessant zu sehen, wie die überleben.

MR am :

Liebe Marlis. Danke für den ausführlichen Kommentar.
Ich bitte zu bedenken, dass auch langjährige intime Auseinandersetzungen mit dem sog. Gesundheitssystem nicht auf einen Nenner zu bringen sind. Wir hatten bereits eine Sendung mit einer befreundeten Ärztin, die sich im Grunde auch ratlos zeigte, wie man dieses Konvolut hätte aufblättern können. Zumal ja der Begriff "System" in sich widersprüchlich ist. Ich wüsste ja gerne mal einen Systemtheoretiker, der das alles in uns verständlicher Form aufdröseln könnte. Im konkreten Fall hatten wir einen relativ jungen Mann, der sich um Differenzierung bemüht hatte. Nach seinen persönlichen Angaben geht er aus der Apotheke raus und wird sich nun umorientierend auf die sog. "Arzneisicherheit" spezialisieren. Dies alles sollte man für mich zunächst einemal zusammensammeln, bevor man urteilt.
Wie wärs?

Marlis Cavallaro am :

Zur Guten Nacht - schbell, weil müüüüde- ein Grüßlein: Meins ist kein "Urteil", schon gar nicht ein "Verurteilen" - da stehen einfach Fragen, die mir gleich kommen, wenn ich "Gespräch mit Apotheker" höre.
Gewiss sind solche Fragen jeweils andere,je nachdem, wo man positioniert ist in der ganzen Kompliziertheit...
Mit der berufserfahrenen Arbeitgeberin des
jungen Herrn - die ich - als inzwischen Stammkundin - kenne und schätze - habe ich bisher einige spannende Gespräche gehabt, im Internet tausche ich unter anderem auch mit Apothekermenschen Gedanken zu Gesundheits- und Medikationsfragen aus. Hier geht's also nicht um pauschales "Systemdienerbashing"!

MR am :

Das Wort "Urteil" scheint bei Dir eine Aufstandsstimmung erzeugt zu haben. Wir sind uns vielleicht einig, dass man aus Informationen und Urteilen sich seine eigene Meinung basteln muss mit ungewissem Ausgang. Ich war heute beispielsweise bei einem Urologen betreffs Harnblasenbeschleugungs-Vorgang, bei älteren Herren gang und gäbe. Die Liste der möglichen Nebenwirkungen des von ihm aufgeschriebenenen Medikaments, die ich recherchierte, macht mich jetzt noch schwindeln. Für ihn gab es als Techniker das Urteil, kann sein, kann nicht sein. Da müssen wir ja, with a little help of our friends, und jeder jeweils, selbst mit ziemlich Geduld hindurchsteuern?

Gertrud am :

Liebe Marlis und lieber Klaus,
danke schön für die Kritik. Ich fand es eine angenehme Unterhaltung mit Herrn Ohlwein und es kamen - da gebe ich Dir und Euch Recht - die ganz heißen Themen nicht auf das Tablett. Für mich war erst einmal interessant, was es aus der Apotheke zu berichten gibt. Es ist auch für die Apothekerzunft sicherlich nicht sehr angenehm, wie sich ihre Berufspraxis entwickelt hat: verkaufen, bestellen und Vorschriften lesen, statt mischen und mixen. Für mich war dieser Konflikt zwischen Rabatte im Internet und Apothekenverkauf spannend. Und gestern gab es die Nachricht, dass sich das nicht ändern, aber dass die Präsenz-Apotheke besser bezahlt werden soll.

Marlis Cavallaro am :

Ach - wenn in der Kassel-Zeitung Leute zu Sendungen öfters Nachbetrachtungen austauschen täten, wäre hier einiges mehr los...wenn auch nicht gleich der Waschbär..:-)..
Ja - ist doch irre, dass die Normal-Apotheken nun "Präsenz-Apotheken" heißen. Das erinnert an das Schild "Aroma-Tomaten", das in Frankfurt lange Zeit oft an Marktständen zu sehen war, die damit jene Tomaten auszeichneten, die überhaupt noch einen Geschmack hatten.Das eigentlich gut Selbstverständliche wird uns zur scheinbaren Besonderheit...
Unsere besagte Apothekerin warb damit, dass die Leute Preise der Internet-Apotheken vorweisen und daraufhin bei ihr daran orientiert kräftigen Rabatt erhalten könnten. Dies ist möglich, wenn man darauf besteht, auch wenn es mit den meisten, von der Vereinbarung nichts gehört habenden, neu hinzukommenden Jungangestellten regelmäßig Dispute bis hin zu Krach gab bzw. gibt ("Sie wollen hier wohl hier gar nichts zahlen" mit einem Blick, als finde eine "bettelnde-Rentner"-Invasion statt, Naserümpf....).Es werden nicht ganz so niedrige Preise für rezeptfreie Mittel gemacht wie bei den Versandapotheken, doch es ist eine vernünftige Lösung. In der Apotheke vor Ort nicht vorrätige Produkte zu bestellen hat eine schnellere Lieferung zur Folge als auf dem Post-/Hermes- etc. Versandweg und spart zudem den Käufern Versandkosten, der Umwelt Fahrzeugabgase für viele Einzelpäckchen-Lieferungen ( Apotheken erhalten ihre Lieferungen aus den Großhandelslagern über Sammeltransporte) und der Apotheke Totalverlust des Kunden.
Dass allerdings an derart rabattierten Waren nichts mehr verdient würde, ist unmöglich.Ich kenne die Spannen zwischen "Unverbindlicher Preisempfehlung" und Wiederverkäufer-Preisen (an dem
die Firmen ja auch noch gut verdienen). Zudem bleiben sparbedürftige Kunden dieser Art der Apotheke ja auf jeden Fall mit ihren Kassen-Arztrezepten treu, an denen nichts rabattiert werden kann und die den Apotheken den normalen Verdienst bescheren.
Nach Recherchen von Journalisten, zu denen wir kürzlich ein Interview hörten, ist auch für ordentliche Apotheken nicht mehr 100% sicher, unverfälschte Medikamente zu verkaufen. Der größte Teil der nach Asien ausgelagerten Produktionen kann mangels ausreichend Kontrolleurmenschen und -stellen nicht durchkontrolliert werden auf unzulässige Zusatz- und Giftstoffe. Apotheken können das nicht vor Ort leisten. Eins der Probleme, das nicht sie verursacht haben.
Und noch: yes, yes, dass die Sendung neben dem, was nicht angesprochen war, auch gefiel, hatte ich geschrieben. Es war ja kein "Gesamtverriss". Und siehe oben - schön, dass was anregend wirkt für Diskussion und Beschäftigung mit dem Thema.

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