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Polit-Gerangel

Sprachlos und mit angeekeltem Staunen verfolgt man die gegenwärtigen Prozesse In Deutschland. Sie bestätigen eigentlich nur eine Erkenntnis, die Robert Michels in "Zur Soziologie des Parteiwesens in der modernen Demokratie" gewonnen hatte. (Untertitel:"Untersuchungen über oligarchische Tendenzen des Gruppenlebens".) Ich zitiere hier die treffliche Charakteristik von Wikipedia: "Michels Hauptwerk ist die zuerst 1911 erschienene Studie über das sozialistisch-sozialdemokratische Parteiwesen. Hier entwickelt Michels das für Elitetheorien zentrale 'Ehernes Gesetz der Oligarchie': die machtpolitisch bedingte Verschiebung idealistischer Zielsetzungen durch eine nur noch am eigenen Machterhalt interessierten Parteiclique. Michels illustriert seine Leitthese mit empirischen Materialien aus der deutschen Sozialdemokratie zu Beginn des 20. Jahrhunderts." Er ist selbst (wie viele in der Zeit) politisch von Links über den Syndikalismus zu Mussolini gewandert.
Der unwürdigste Protagonist des Spektakels ist Seehofer. Dazu sollte man aber realisieren, das er zwei Kriege zu führen hat: als Innenminster und bezüglich seiner Position in der CSU. Das gilt aber für Merkel anscheinend ebenso. In den Hinterzimmern beider Parteien sind die Messer bereits gewetzt für den Führermord und die Neubesetzung der ersten Positionen. Mit Volksvertretung hat das überhaupt nichts mehr zu tun. Deutschlands Politik möchte den USA wohl in nichts nachstehen. Und die anderen Parteien dürfen zuschauen. Denn nicht nur das Volk, sondern auch die es bespaßenden "Medien" und Verwandtes lieben Spektakel statt Sachkunde.

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Kommentare

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Marlis Cavallaro am :

Yes, ein einziges Volkswegtreten ist das, da geht sich das Volk die Beine woanders vertreten -viele leider anstatt in menschlich schönen Alternatiefeln lieber in Marschstiefeln nach berüchtigtem historischen Vorbild.

MR am :

Wenn ich das Wort Volk benutze meine ich eher die Fiktion eines Zusammenspiels zwischen der Fiktion eines großen Zusammenhalts zwischen großen Menschenmassen und einer Organisation ihrer politischen Vertretung, die man gemeinhin Demokratie nennt ("Demos", ebenfalls fiktiv). Diese Menschenmassen treten nicht insgesamt in Marschstiefeln an, wie Pseudodemokraten es uns weismachen wollen, sondern nur zu einem berechenbaren Prozentsatz. Angenehmer wäre mir ein evangelischer Kontakt mit Leuten, die im Gegensatz zu den Wegtretern als Vortreter auftreten, um die (ich sags immer wieder mit Derrida) "kommende Demokratie" und ein anständiges Wirtschaftsmodell zu entwickeln. Also sozusagen Positivisten. Leute die in Nischen entweichen, technikfeindlich sind, von einer unberührten Natur träumen etc. können das wohl nicht sein.

Klaus Baum am :

Ich sag nur "goose-stepping".

Klaus Baum am :

Was den "Führer"-Mord betrifft, so ist die naheliegende Frage: Wer macht uns den Macbeth?

MR am :

Zu einem zünftigen Tyrannen dürfte es heute nicht mehr reichen. Vielleicht zu modernisierten Duodezfürsten. Oder vielmehr ist das blutig Tyrannische ins Autoritäre mit demokratischer Bemäntelung reduziert. Wie gesagt stelle ich mir mit scharrenden Füßen in Hinterzimmern mit gewetzten Messern (durch Veronika Baier??) ausgestatteten Führungsbegehrenden vor. Wahrscheinlich wird schon allgemein geraunt. Jedenfalls nochmal: Das hat mit pofessionellem Regieren von Volksvertretern nichts mehr zu tun. Das ist reine Selbstbeschäftigung (vgl. "Oligarchie").

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