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Die fortschreitende Amputation eines Zitats oder wie man einen shitstorm entfacht

:Es geht um den Obelisken von Olu Oguibe, der sagte in der Zeitschrift MONOPOL:

"Man hat mir versichert, dass 27.000 Studenten den Obelisken am Holländischen Platz sehen würden", ..... "Aber wenn ich eine Skulptur für Studenten gewollt hätte, hätte ich eine gemacht. Der Obelisk ist für alle, nicht nur für die Outsider in der Nordstadt." Die Stadt Kassel weist eine politische Motivation für ihre Präferenz des Holländischen Platzes zurück. In einer Pressemitteilung heißt es, der alternative Standort biete "der Idee des Künstlers noch besser Gewähr, wonach der Obelisk mitten im Leben der Menschen verortet sein soll.“<<

In der HNA hieß es zunächst noch - ohne den ersten Satz, der Oguibe 27.000 Studenten verspricht.

(Dass seine Äußerung eine Reaktion auf Ansinnen der Stadt ist, geht durch das Weglassen des ersten Satzes verloren):


>>"Aber wenn ich eine Skulptur für Studenten gewollt hätte, hätte ich eine gemacht. Der Obelisk ist für alle, nicht nur für die Outsider in der Nordstadt." Die Stadt Kassel weist eine politische Motivation für ihre Präferenz des Holländischen Platzes zurück. In einer Pressemitteilung heißt es, der alternative Standort biete "der Idee des Künstlers noch besser Gewähr, wonach der Obelisk mitten im Leben der Menschen verortet sein soll.“<<

Daraus wird dann durch Leserbriefschreiber, die des Lesens nicht mächtig sind, dass Oguibe die Bewohner der Nordstadt als OUTSIDER herabqualifiziere.

Darauf hin - man nennt es glaub ich turning of the screw - erscheint folgender Artikel in der HNA, dem die Bedeutsverdrehung schon vorausgegangen sein muss. Ich zitiere den Anfang:

>>Die Stadt Kassel kritisiert die Äußerung des Künstlers Olu Oguibe: Der Obelisk sei für alle da, sagte er, "nicht nur für die Outsider in der Nordstadt". Er solle auf dem Königsplatz bleiben.<< (Hier sind die Studenten schon weggelassen.)

Weiter geht es: >>In „keiner Weise nachvollziehbar“ findet Kulturdezernentin Susanne Völker Oguibes Erklärung, nach der es sich bei den Bewohnern der Nordstadt um Outsider handelt. Völker: „Die Nordstadt ist ein modernes und zentrales Quartier mit einer vielschichtigen Bevölkerungsstruktur.“ Sie werde vom „interkulturellen und weltoffenen Miteinander“ seiner Bewohner geprägt.<<

Was hat Frau Völker gelesen und wo, dass sie meint, sie müsse den Stadtteil NORDSTADT und seine Bevölkerung verteidigen? Oguibe hat ihre Bewohner keineswegs abschätzig beurteilt.

Den Gipfel der Amputation erreicht dann Frank Thonicke in seinem Kommentar in der HNA:

>>Komisch auch, dass der Mann, der Neuankömmlinge und Einheimische verbinden will, von den „Outsidern“ in der Nordstadt spricht, für die seine Kunst nicht da sei.<<

Ich finde, dass Oguibe rechtlich gegen die HNA vorgehen sollte.

Thonicke hat offenbar Mühe, Texte richtig zu verstehen.

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