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Pfingst-Nachlese

Es haben sich mal wieder so einige Kommentare zu meinem Beitrag zu Pfingsten angesammelt, Gott, an den ich nicht glaube, seis gedankt. Die Kommmentarmüdigkeit auf der Kassel-Zeitung ermüdet mich inzwischen sehr. Weshalb ich auf den Heiligen Geist des Geistes nochmal extra eingehen möchte.
Nachem mir einfiel, mich in den letzten Jahren als schon lange atheistisch gewordener Christ doch einmal besser zu informieren, mit was ich in der Jugend da einmal imprägniert worden (und wieder ausgetreten) war - ich war im Konfirmandenunterricht der mit Abstand schnellste Stellenaufblätterer, ohne Sinn und Verstand - überprüfte ich einmal, was ich nach der Schrift davon eigentlich verstanden hatte. Insbesondere interessierte mich das Verhältnis zum jüdischen Anteil. Das sog. Alte Testament ist bis auf ein bisschen Mose ja kaum bekannt. Ebenso unbekannt dürfte das sein, was im Hebräischen Kohelet heißt, das ist das, was man früher die Sprüche Salomos nannte, nun also "Der Prediger". Das ist das grausamst depressive Kapitel der Bibel. "Was ist alles so nichtig! es ist alles umsonst!" Klingt sehr nach Adorno.
Nun aber Pfingsten. Die Konstruktion der Trinität: Vater, Sohn und Heiliger Geist ist so kompliziert, dass sich einige Konzilien erbittert darüber gestritten haben. Ist Jesus nun auch ein Gott? Die Schriftgelehrten und Päpste aller Art haben sich dann auf die wahrlich salomonische Formel geeinigt: Es handele sich um eine "Wesenseinheit" (homeousie, Nicäa I, nach Chr. 325) Warum sie drei gebraucht haben, ist mir unerklärlich. Jedenfalls fährt der Heilige Geist auf die Apostel mit großem Getöse nieder und erleuchtet sie mit der Botschaft des Herrn, worauf in vielen Darstellungen die Zungen über ihrem Haupt schweben. "wir hören sie in unseren Zungen die Großtaten Gottes reden, mirabilia, wonderful works, megaleia, Großtaten." Das mögen andere beurteilen - das gelobte Land liegt jedenfalls im Krieg, und zwar durch Verschiedengläubige.
Warum mich das aber in echt interessiert, ist die Umsetzung dieser Szene in eine Kommunikationstheorie der Vielsprachigkeit bei Michel Serres. ("Der neue Sinn, der überall verteilt wird, geht aus vom Wind und vom Brausen. [NB noise im Englischen, bruit im Französischen Das hat mit Gelalle, wie Klaus Baum als Aufklärer unterstellt, nix zu tun] Hier wird nicht eine Sprache in mehrere übersetzt, hier werden mehrere Sprachen zur gleichen Zeit gesendet und empfangen." Wäre das nicht traumhaft, wenn man an das Hebräische und Arabische denkt, oder auch das Deutsche und das Bayerische?

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