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Das große documenta-14-Match – Wertschöpfung schlägt Mehraufwand mindestens 16:1

Es herrscht ja offenbar etwas Aufregung in Stadt und Land. Die Kosten der documenta 14 sind voraussichtlich um 19 % gestiegen. Das entspricht interessanterweise dem vollen Mehrwersteuersatz.


Schon die Antwort auf die Frage, in welcher Höhe eigentlich allein aus dem documenta-Budget von 37 bzw. ggf. 44 Millionen Euro Gelder in Form von Steuern direkt in die öffentlichen Hände zurückfließen, sollte zur Beruhigung der Diskussionen um die Bewertung der momentanen Situation beitragen können.
Die Antwort auf eine weitere Frage aber sollte diejenigen, die zur Zeit eilfertig und vehement die documenta-Leitung angreifen, zum Verstummen bringen, so diese denn nicht andere Ziele verfolgen, als sie vorgeben.
Es ist die Frage nach der Wertschöpfung der documenta insgesamt, auf die auch die künstlerische Leitung der documenta in ihrer Stellungnahme vom 14. September verweist.
Den entsprechenden Untersuchungsergebnissen der Projektwerkstatt documenta EFFECTS des Fachgebiets Architekturtheorie und Entwerfen an der Universität Kassel aus dem Jahr 2007 ist zu entnehmen:
Die Wertschöpfung der documenta (vor allem durch Kulturtourismus) wird hingegen auf 100 Millionen Euro geschätzt.
Das war 2007. Wie hoch aber werden diese Schätzungen heute, 10 Jahre später, angesetzt?
Es ist also sehr zu hoffen, dass der Aufsichtsrat der documenta-GmbH, und damit ja zugleich die Stadt Kassel und das Land Hessen, neben den Ergebnissen der laufenden Untersuchungen zu den documenta-Finanzen auch die Zahlen der allgemeinen Wertschöpfung veröffentlichen und zur Bewertung der Situation heranziehen.

documenta EFFECTS
Zitat: documenta EFFECTS – LABEL DOCUMENTA

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Kommentare

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klaus baum am :

Dieser Beitrag von Andreas Sandmann könnte zur Entschärfung der Debatte über das vermeintliche Defizit der d14 beitragen, denn Professor Hellstern von der Uni Kassel hat bereits 1997 einen Aufsatz veröffentlicht, in dem er feststellte, dass die documenta für die Stadt Kassel Einnahmen generiert, die man berücksichtigen muss, wenn man über ihre Kosten redet. Das Geld, das die documenta-Besucher in Kassel ausgeben (z.B.für Einkäufe, Gastronomie, Hotels, KVG usw.), fließt zum Teil in die Stadtkasse zurück). Der Aufsatz von Hellstern, wenn ich richtig erinnere, ist im Materialien-Band zur dX, hrsg. von Johannes Kirschenmann und Werner Stehr, erschienen.

Andreas Sandmann am :

Klaus Baum hat dankenswerterweise meinen Artikel ergänzt und präzisiert.
Der besagte Rückfluß an Geldern in die öffentlichen Kassen wird mit dem Fachausdruck »Umwegrendite« bezeichnet. Soweit ich recherchieren konnte, liegen bei Kulturprojekten die Rückflüsse selbst bei den jeweils vorsichtigsten Schätzungen über denen der gegebenen Fördergelder, was übersetzt heißt, es wird ein »Gewinn« erzielt.
Daher wären die dahingehenden Zahlen m. E. wichtig für eine weitergehende Bewertung.

MR am :

Und wer will oder verursacht diese sog. "Aufregung" gerade zum jetzigen Zeitpunkt? Ist es denn nicht klar, dass die sog. öffenltiche Hand ausgibt und die private nimmt`?

klaus baum am :

martin, nein! der rückfluss, der hier gemeint ist, bezieht sich auf steuern.

MR am :

Ach so, gewissermaßen Kapitlismusfrei...

MR am :

Trotzdem bleibt mir unbeantwortet die Frage, wer oder was zu diesem Zeitpunkt diese Aufregung benötigt. Die Medien natürlich sowieso. Ist es möglich festzustellen oder zu vermuten, wer diese Aufregung inszeniert?

MR am :

Weiter hilfreich könnte der - mir - informiert erscheinende und moderat formulierte Artikel sein: https://www.nzz.ch/feuilleton/vielen-dank-herr-szyzmczyk-ld.1318559

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