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Das Rotzlöffeltum und die Kritik der demagogischen Vernunft

Vortrag und Diskussion mit Thomas Maul
Mittwoch, 11. März 2015; 19.00 Uhr, Nora-Platiel-Str. 6 (Universität Kassel), Raum 0207

Der durchschnittliche Linke nach Auschwitz war und ist – ob klassisch antiimperialistisch, postmodern oder fundamental-wertkritisch gestimmt – im Denken wie in den daraus folgenden meist wenigstens harmlosen Praxisformen nur noch ein von antibürgerlichen Affekten getriebener Barbar, der sein Ressentiment gegen die Aufklärung, bzw. das (männliche-weiße-westliche) „MWW-Subjekt“ inzwischen derart zu rationalisieren versteht, dass Sexismus, Rassismus, Antiziganismus, Antisemitismus, Antizionismus etc. als eine notwendige Konsequenz der bürgerlichen Vernunft gelten.
Da an den antiautoritär großgezogenen autoritären Charakteren der 68er ff. jene bürgerliche Erziehung zur Zartheit vorbeiging, die den zivilisierenden, spontanen, angedrohten oder vollzogenen, elterlichen Schlag „auf die Pfoten“ desjenigen einschloss, der da Fliegen die Flügel ausriss, ist es mitunter am bürgerlichen Staat und seiner Polizei, das Versäumte nachzuholen – wie z.B. Anfang des Jahres an der Humboldt-Uni geschehen, als es galt, eine Kant-Vorlesung gegen linke Feinde des Geistes durchzusetzen. Wussten die Autoren der Dialektik der Aufklärung noch, dass das Interesse der kritischen Theorie an der Aufhebung des gesellschaftlichen Unrechts bloß der materialistische Inhalt gerade des idealistischen Begriffs der Vernunft ist, scheint man den Zusammenhang zwischen Kants, Marx’ und Adornos Fassung des Kategorischen Imperativs heute sogar gegen so manchen Antideutschen entwickeln zu müssen.

Der Vortrag findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Der Widerhall des Schlechten im Guten. Eine bessere Welt ist möglich – Wut und Sehnsucht nach Identität." des Bündnis gegen Antisemitismus Kassel statt.

Thomas Maul lebt und schreibt in Berlin. Zuletzt erschien von ihm das Stück “Sarahs Rache” (xs-Verlag 2013) und “Darum Negative Dialektik” (xs-Verlag 2014). Außerdem schreibt er für die Zeitschrift bahamas.

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