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„Zwangsjacke für Griechenland muss sein!"

Dies vertritt der Schreiber der Kolumne „Standpunkt" in der Lokalzeitung vom 24.2. und erinnert damit stark an die strenge Oberschwester des Psychiatrie-Knasts von „Einer flog übers Kuckucksnest“: Als sich dem Rebellen McMurphy in seinem Kampf gegen Entmündigung weitere Patienten anzuschließen drohen, wird er einer Gehirnoperation zugeführt, und in der Anstalt herrscht bis auf weiteres wieder Ruhe und Ordnung.
Diese Zwangsjacke hat es in sich: ...
Eine der Auflagen für Griechenland ist die Fortführung der Privatisierungen. Ein Beispiel von vielen: Der griechische Staat musste seine Anteile an der Lotto-Gesellschaft Opap an den einzigen (!) Bieter für läppische 650 Millionen Euro verschleudern, eine Geldmaschine, die jährlich 200 Millionen Euro an Steuern eingebracht hat.

Weitere drastische Beispiele zu Privatisierungen unter der Troika finden sich hier.

Nun regen sich Schäuble & Co darüber auf, dass die Syriza-Regierung die Privatisierung des Strombereichs stoppen will.

Selbst in der Region Kassel hat man mittlerweile eingesehen, dass man die eigenen Stadtwerke besser nicht verkauft und die Stromnetze (EAM) in die öffentliche Hand zurückholt. Für die Politiker ist dabei entscheidend, dass der Gewinn die eigenen klammen Kassen der Gemeinde aufbessert (natürlich gibt es auch noch viele andere gute Gründe).

Auf diesen Privatisierungen zu bestehen hilft dem griechischen Staatshaushalt nicht auf die Beine, sondern liefert ihn Beutegeiern aus. Das ist wohl der Zweck dieser Zwangsjacke.

Zwei aktuelle Filme in diesem Zusammenhang:

- „Macht ohne Kontrolle - Die Troika“

- "Wer rettet wen? - Die Krise als Geschäftsmodell auf Kosten von Demokratie und sozialer Sicherheit"

nächste Vorführung
Dienstag, 17. März um 18.30 Uhr
Saal der VHS, Kassel, Wilhelmshöher Allee 19-21
mit anschließender Gelegenheit zur Diskussion

Veranstalter: attac-Regionalgruppe Kassel in Kooperation mit der VHS Region Kassel

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Kommentare

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Kritik des Films am :

http://neoprene.blogsport.de/2012/12/05/11-121-12-berlin-der-euro-ein-weltmachtprojekt-nach-innen-und-aussen/#comment-116288

[...] Auffällig ist, dass die politische Unterordnung der betroffenen Staaten mittels der Vorschriften der Troika und die strikte Kontrolle darüber gar nicht als sachgemäßer Fall europäisch-deutscher Machterweiterung dargestellt wird, sondern nur als Folge dubioser falscher Wirtschaftstheorien, unfähiger Berater und Stamokap-mäßiger Profitgier.

Als Gegenbild dazu wird die Vorstellung eines harmonischen Europas breitgewalzt, und demonstrativ setzt sich der Film für die Güte eines eigentlich viel gerechteren Europas ein, ziemlich unbeeindruckt davon, dass diese idyllische Bild eine reine Wunschvorstellung ist. (Dass portugiesische meist auto-leere Autobahnen, portugiesische Bankbeziehungen nach Afrika oder griechisches Militärrzeug erst einmal von den „(supra-)nationalen Aufbruchsidealen“ der damals dort regierenden Nationalisten – das sollte nämlich auch nationale Nützlichkeiten für Europas Wirtschaft und für die NATO stiften – gekündet haben, ist dem Film daher übrigens auch keinen Kommentar wert.)

Das gesamte wirkliche Europa der europäischen Staaten in all seinen politischen Berechnungen, Maßnahmen, Fristverlängerungen und sonstigen Erpressungen und damit in seinem praktischen Hohn auf das Bild einer guten, für alle wohnlichen europäischen Heimat, das ist dem Autor als europäisch-eigene Machtentfaltung Richtung Großmacht Europa keine Sequenz in seinem Film wert. Thema verfehlt, muss man daher sagen. [...]

VB am :

Umso mehr Grund, sich diesen Film anzusehen und sich selbst eine Meinung zu bilden

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