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"Von der Herrentorte und Hitler"

Adriana Altaras
Die Regisseurin, Schauspielerin und Autorin Adriana Altaras las am Donnerstag, den 5. Februar, aus ihrem neuen Buch "doitscha-eine jüdische mutter packt aus". Das 25-jährige Jubiläum der Buchhandlung am Bebelplatz war ein gelungener Abend für alle Beteiligten.
Ausgebucht. Mit großem Interesse beobachtete das Publikum Adriana Altaras, die gleich zu Beginn der Sendung mit den Worten "Ich mach schon mal Regie." das Mikro umpositionierte, alles von dem zurecht gemachten Tisch räumte und darauf Platz nahm. "Ich bin zu klein", lautete die Begründung der Autorin. Klein aber oho! Bereits mit den ersten gelesenen Zeilen zog sie die Anwesenden in ihren Bann. Laut, leidenschaftlich, lebendig präsentierte die Schauspielerin die Figuren des Buches und nutzte dafür ihr großes Stimmen-Arsenal. Das Ziel der Autorin bei der Verfassung von "doitscha-eine jüdische mutter packt aus" lag in der Untersuchung des deutsch-jüdischen Familienbiotops im Jahr 2012 und dessen mögliche Übertragung auf das Neben- und Miteinander von Deutschen und Juden in der heutigen Gesellschaft. Eine ernste Thematik, die aus Perspektiven von Jung und Alt an den Leser herangetragen wird. Ausgewählte Kapitel verdeutlichten den Kontrast zwischen den Denkweisen und Lebensweisen der Familienmitglieder sowie ihre Positionierung zu Israel, Deutschland und den Geschehnissen des zweiten Weltkrieges. "Bärbel Schäfer würde jetzt fragen: Frau Altaras, ist das wahr?", lachte Adriana Altaras und beantwortete gleich die Frage: "Es ist natürlich überspitzt." Doch die Offenheit der Autorin sowohl im Text als auch in den Besprechungen ist bewundernswert. Viel Persönliches steckt in der "Operation am lebenden Objekt". Unter anderem die Persönlichkeit der Regisseurin und Schauspielerin, ihr Charme und Witz. Ironisch, sarkastisch und urkomisch ist die Erzählweise. Selbst in traurigsten Passagen musste der Zuhörer schmunzeln. Dennoch geht der Ernst der Thematik nicht hinter humoristisch geschilderten Begebenheiten verloren, es ist das Gerüst von "doitscha".

"Ich bin anders politisch."
Gefesselt von der Vortragsweise und dem Inhalt des Buches wollte das Publikum immer mehr hören. Fragen gab es kaum. Eine davon zu der heutigen politischen Situation. "Ich finde Pegida gut", sagte die Autorin. Ihrer Ansicht nach, ist es besser wenn die Gedanken der Menschen ans Tageslicht treten und nicht in den Köpfen versteckt bleiben, wo man sie weder sehen noch hören kann. "Ich bin anders politisch. Ich schreibe lieber und erkläre Inhalte in Talkshows", erklärte Adriana Altaras. Eine Demo wäre nichts für sie. Schließlich las sie noch ein Kapitel aus ihrem ersten Buch "Titos Brille". Eine abschließende Diskussion blieb aus. "Ich wollte nur Danke sagen", meldete sich eine Frau in der ersten Reihe zu Wort und erntete zustimmendes Nicken. Das 25-jährige Jubiläum der Buchhandlung am Bebelplatz verlief erfolgreich. Die neuen Besitzer Mike Trepte und Nadine Rau waren zufrieden und vor dem Tisch von Adriana Altaras versammelten sich begeisterte Zuhörer, um das kontrastreiche und faszinierende Buch signieren zu lassen.

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