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Beschluss für leichte Sprache gefasst

Petra Groß
Petra Groß
Die Kasseler Stadtverordnetenversammlung hat einen Beschluss für eine "leichte Sprache von der Stadt Kassel" verabschiedet. Petra Groß von der in Kassel ansässigen Organisation Mensch zuerst hat nicht nur an der Entwicklung des Antrages mitgemacht, sondern war auch live bei der Parlamentssitzung dabei.
"Es ist nicht nur toll, dass die Politiker den Antrag beschlossen haben. Es freut mich auch sehr, dass die Zeitungen und das Fernsehen nun auch viel darüber berichten", freute sich Petra Groß heute. Nicht nur die Hessisch Niedersächsische Allgemeine griff das Thema anhand des Beschlusses heute auf seiner Titelseite auf, auch das Hessische Fernsehen, RTL und andere Medien haben darüber berichtet. Dabei wird deutlich, dass das Thema nicht nur für Menschen mit Lernschwierigkeiten interessant ist, sondern auf einen empfindlichen Nerv gegen die Bürokratensprache trifft. "Wir haben das immer gesagt, dass eine leichte Sprache für alle gut ist. Schön ist es, dass das jetzt endlich mal bekannt wird. Dafür hat sich der Antrag schon gelohnt", so Petra Groß. Zusammen mit Josef Ströbl von Mensch zuerst, sowie mit Nicole Maisch und Ottmar Miles-Paul von den Grünen wurde der Antrag gemeinsam, also mit Menschen mit Lernschwierigkeiten entwickelt. "Das war für uns natürlich erst einmal ungewöhnlich einen Antrag gleich in leichter Sprache zu schreiben, weil die sonst im Stadtparlament ganz anders geschrieben werden. Dabei haben wir aber gleich eine ganze Menge gelernt, wie leichte Sprache sein muss", erklärte Nicole Maisch von der Kasseler Rathausfraktion von Bündnis 90/Die Grünen. Die Grünen hatten den Antrag entwickelt, der dann gemeinsam mit der SPD, CDU und den Kasseler Linken ins Parlament eingebracht wurde. Bereits bei der Diskussion um einen lokalen Teilhabeplan für behinderte Menschen hatten die Kasseler Linken vorgeschlagen, auch die leichte Sprache zu berücksichtigen, was nun mit diesem Antrag in die Tat umgesetzt wird.

"Der Antrag ist jetzt also von allen Abgeordneten im Kasseler Rathaus beschlossen worden. Jetzt bin ich mal gespannt, was passiert. Ich hoffe aber vor allem, dass jetzt auch andere Abgeordnete in anderen Städten sich für eine leichte Sprache einsetzen. Die Zeit dafür ist reif", so Petra Groß.


Hintergrund:
Der am 29. Januar 2007 von der Kasseler Stadtverordnetenversammlung einstimmig beschlossene Antrag im Wortlaut:

"Die Stadtverordnetenversammlung soll dafür stimmen:

Die Stadt Kassel soll mehr Informationen und Formulare für Anträge in leichterer Sprache machen. Das ist wichtig, damit Menschen mit Lernschwierigkeiten weniger Probleme haben. Möglichst alle Menschen sollen verstehen, welche Angebote und Rechte es in der Stadt gibt. Sie sollen auch verstehen, was sie tun müssen. Der Behindertenbeirat soll gefragt werden, was zuerst gemacht wird."

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