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Bürgerinitiativen und ihre falschen Freunde

Natürlich gibt es unter den Bürgerinitiativen solche, die nichts Anderes als enge Spezialinteressen verfolgen und solche, die ein von Politik und/oder Wirtschaft vernachlässigtes Problem bearbeiten, das von allgemeinem Interesse ist. Letzteres gilt auch für Nichtregierungsorganisationen, die in der Regel mit der englischsprachigen Akürzung NGOs bezeichnet werden. Alle drei Formen der Laieneinwirkung sind jedoch Bestandteil dessen, was in den angelsächsichen Ländern unter dem Begriff Graswurzelbewegung bekannt ist. Dieser Sachverhalt hat das große Geld und big government nicht ruhen lassen.
Wie in der deutschen Ausgabe von Le Monde diplomatique vom Juli 2014 auf Seite 19 nachzulesen ist (Die Gongos von Brüssel - Schattenspiele sogenannter Nichtregierungsorganisationen), gibt es inzwischen Gongos (Government-organized non-governmental Organizations - von Regierungen gesteuerte Nichtregierungsorganisationen). Eine davon ist die schon 1983 in den USA gegründete Stiftung National Endwoment for Democracy. Ihr Ziel ist "die weltweite Förderung der Demokratie". Irgend wo müssen die Milliarden ja bleiben, von denen Frau Nuland im Zusammenhang mit der Organisation der Unruhen in der Ukraine gesprochen hat, kann ich da nur sagen.
Daneben gibt es als weitere Form der verdeckten Einwirkung auf die veröffentlichte Meinung das "Astroturfing. Astroturf heißt Kunstrasen. Und das Bild spricht für sich: Diese graswurzellosen NGOs werden von Lobbygruppen finanziert und von einem PR-Unternehmen inszeniert. Astroturfing ist wohl die geschickteste Antwort der Wirtschfatslobbys auf die Legitimation der Zivilgesellschaft in Brüssel. Wenn dieser Trick funktioniert, können sie nämlich in ein und derselben Debatte zweimal auftreten, einmal als Industrievertreter und einmal als betroffene Bürger."
Bei uns in der Region wird derzeit heftig über Windräder in der Söhre gestritten. Ob da der Kunstrasen ausgerollt wird oder Gongos mit am Werk sind, kann niemand sagen. Man kann sich aber über die Grundlagen des Streits ein abgerundetes Bild machen:
Die Stromkonzerne können Versorgungssicherheit und Bezahlbarkeit. Sie können nicht: Mitweltverträglichkeit. Ihre Widersacher, die Sonne, Wind, Wasser und Biomasse nutzenden dezentralen Stromerzeuger, können Mitweltverträglichkeit und Bezahlbarkeit. Sie können noch nicht: Versorgungssicherheit. Die Bezahlbarkeit des dezentral erzeugten Stroms hängt aber an der Nutzung der Windenergie, die einen Anteil von 66 Prozent zum Mix der Erneuerbaren beisteuert. Und die "Beeinträchtigung des Landschaftbilds" wird in dem Augenblick ins Erträgliche gemildert, da die Konzerne endlich dem Rat der Sprecherin der Energiewerke Schönau folgen und ihre personellen, fachlichen, finanziellen und sachlichen Ressourcen in den Dienst des 100-Prozent-Umstiegs von fossilen und nuklearen Energierohstoffen auf Erneuerbare stellen. Dann reden wir von den Gegenden in Europa und Nordafrika, in denen Wind häufiger weht und die Sonne häufiger scheint. Dann reden wir von der Produktion von Strom in den genannten Gegenden und vom Transport von Überschüssen über Hochspannungsgleichstromübertragungsleitungen zu den Orten des Verbrauchs. HGÜ-Leitungen erzeugen keinen Elektrosmog. Sie setzen ionisierten Staub an, der von Wind und Regen in der Umgebung verteilt wird.
Wenn die 80-Prozent-Mehrheit im Bundestag auf der Höhe der Problemstellung wäre, dann würde sie in der Arbeit von Dr.-Ing. Gregor Czisch, die seit 2005 unter dem Titel "Vollversorgung Europas und seiner Nachbarn mit Strom aus erneuerbaren Energien" vorliegt und in Kassel entstanden ist, einen ihrer Größe entsprechenden Plan für ein ganz großes Projekt erkennen. Was die Eisenbahnen im 19. Jahrhundert für das Zusammenwachsen von Nationalstaaten geleistet haben, kann der kontinentübergreifende Stromtransport für das 21. Jahrhundert werden.
Die Leitungen sind von Terroristen angreifbar? Das sind die Öl- und Gasleitungen auch. Und sind Terroristen nicht einfach nur ein Hinweis auf die ungelösten Probleme einer gerechten Verteilung?

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Kommentare

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MR am :

ME können Terroristen kein "Hinweis" sein, sondern sind eine gewalttätige Gruppe. Stalin war ja auch kein "Anzeichen" dafür, dass es einen guten Kommunismus hätte geben können...
Dass alles gekauft wird, was gekauft werden kann, wäre ja nun eigentlich selbstverständlich, auch beim Ankauf von Dissidenz. Aber bekanntlich gilt trotzdem: "The best things in life are free" (Janie Bredford/Berry Gordy u.a.) - suchen wir sie.

Wolfgang am :

Is ja gut, MR, aber die Botschaft kommt rüber!

MR am :

Ich weiß, hauptsache message...

MR am :

Ichweißichweiß, hauptsache message...

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