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Klimaverwandlung 4: Wortblasendurchstechung

Wir von der WWWA (Word Wide Watching Agency) legen weiterhin Wert auf Vorreden, die von Bezeichnungssorgfalt handeln. Bei einem Großthema werden weitgehend unbrauchbare Großbegriffe bzw. Sprechblasen verwendet. Unbrauchbar insofern, weil hier das Ganze Große nicht mit der Lebensperspektive einzelner Menschen, um die es ja hier gehen sollte, zusammenkommen kann. Ein prominentes Beispiel ist die sog. Nachhaltigkeit. Einen Begriff aus der weitgehend funktionierenden Forstwirtschaft auf einen Post-Industrie-Komplex anzuwenden, ist schonmal Unsinn. Er wird dann zum Joker. Die Behauptung, man könne Ungleichgewichte ins Gleichgewicht bringen, ist derselbe Unsinn.
Der Vorschlag von Jochum und der Kontext promovieren mich zunächst zu weiteren Vorwörtern und Entfaltungen. So spricht er ganz im Rahmen der (auch medialen) Konvention in zwei Szenarien, die mir eine Groteske präsentieren: 1) Die Vorstellung einer "lernfähigen" Gattung, die kurz vor dem Abgrund (auch "abyss of selfishness" genannt) zu einer Kurskorrektur aufgerufen wird. So wie Kohl für sich eine "Wende" zum Markenzeichen gemacht hat, die real auf eine Verschrottung der DDR hinauslief. Eine Respektierung einheimischer 'Strukturen' war hier nicht beabsichtigt, sondern Klepsiklepsi. 2) Die Apokalypse. Man wird nicht müde, 'uns' den Untergang auszumalen, das ist Religion und überzogene bürgerliche Moral und künstliche Zeitnoterzeugung, und dann auch noch ein Hollywood-Film. Ich bitte deshalb herzlich darum, nicht in falschen, genauer: stellvertretenden Kollektivitäten und Hyperbegriffen und Filmskripten zu sprechen. Ich bin ein endliches Wesen mit einem absehbaren Lebensende. Ich versuche zu überlegen und zu machen, welchen Beitrag ich zu einer unsprechblasigen "Wende" leisten könnte. Ein kleiner Beitrag ist sicher, sich in einer großzeitigen und großräumigen Struktur zu verorten. Die Paläontologen und Paläoanthropologen können uns dabei gut helfen. Wir hören dann, dass es auch in vergangenen Zeiten heftige Schwankungen (vgl. "Eiszeit") gegeben hat. Der Täuschungs-Trick ist nun, dass wir darin die Natur für unschuldig erklären und uns moralische Überlastungen ("Steuerbarkeit") zumuten.
Es ist eigentlich die Forsetzung des Machbarkeits- und Fortschrittswahns des 19. Jhs. Kein Wunder: Denn die Erkenntnisse über die Begrenztheit des "Wachstums", die man aus der "Industrialisierung" gezogen hat, sind eine Folge daraus, und wahrlich noch keine 10.000 Jahre alt...

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