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Hann. Münden - Schilda - Kassel: Was zum Teufel hat denn da das Wasser- und Schifffahrtsamt geritten?

Wer glaubt, dass der Behördenschimmel etwas Ausgestorbenes sei, der irrt. Alle Welt in Kassel rätselt, was die Beamten und/oder Angestellten des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Hann. Münden wohl geritten haben mag, als sie vor der kleinen Unterneustädter Parkanlage zwischen Karl-Branner- und Drahtbrücke allem Anschein nach den Einbau von Dalben bzw. Pfählen für eine Anlegestelle oder gar ein Hausboot in der Fulda genehmigten.

Noch herrscht Dunkel im Behördendschungel, aber eins steht fest: Da ist gehörig was schief gelaufen! Offensichtlich sitzen in diesem Amt in Hann. Münden Leute, die die elementaren Grundbegriffe von Planung nicht auf dem Schirm haben. Sicher kann nur diese Behörde darüber befinden, ob, wann und wie Eingriffe in den Gewässerraum von Bundeswasserstraßen zu erfolgen haben. Vermutlich gibt es auch kaum jemanden, der den Herrschaften dieser Behörde da reinreden wollte.

Wenn sie aber einem - ganz offensichtlich - äußerst naiven privaten Bauherrn eine Genehmigung für derartige Vorrichtungen in der Fulda „verkaufen“ resp. genehmigen, dann müssen sie sich doch vorher abstimmen mit der zuständigen Behörde hier in Kassel, die über den Bebauungsplan regelt und bestimmt, was dann an Land passieren, vielmehr nicht passieren kann!? Dort jedenfalls, wo die Blütenträume eines unternehmungslustigen Bauherrn platzen werden, wird es all das nicht geben, was er bräuchte, damit die Genehmigung aus Hann. Münden überhaupt Sinn macht: nämlich Wegerecht, die Erlaubnis, eine technische und verkehrliche Erschließung mit Parkplätzen etc. zu bauen. Hier, in dieser gelungenen kleinen Parkanlage in der Unterneustadt, wird es all das ganz sicher nicht geben! Auch dann nicht, wenn der gute Mann im Ortsbeirat Unterneustadt einen Auftritt bekommen und von seinen „wässrigen Träumen“ berichten sollte. Auf keinen Fall!

Zerstörungen im Park für den Einbau der Dalben.....
Wie wird jetzt die Kuh vom Eis und die Leutchen der Hann. Mündener Wasser- und Schifffahrtsverwaltung zur Vernunft gebracht? Vermutlich wird das Rechtsamt der Stadt Kassel den Irrsinn auf gerichtlichem Weg stoppen müssen. Aber wahrscheinlich hat sich der gute Mann und Antragsteller mit seiner Genehmigung, die ihm nichts nützt, längst selbst einen Rechtsbeistand gesucht – und der wird ihm das Notwendige geflüstert haben. Dort jedenfalls - im Unterneustädter Park - wird er gar nichts bauen, um auf sein privates Boot und/oder Hausboot gelangen zu können! Die witzige Geschichte mit allen ihren Aufregungen wird bald vorüber sein. Schon beim nächsten Zissel wird mit Hohn und Spott beim Wasserumzug daran erinnert werden…

Auch wenn man selbst lange in einer öffentlichen Verwaltung gearbeitet hat und immer bereit war, die Kompetenz öffentlicher Verwaltung im Grundsatz gegen den modischen Privatisierungswahn zu verteidigen und bei allzu pauschalen Vorurteilen - "die können im öffentlichen Dienst weder gescheit bauen noch mit dem zur Verfügung stehenden Geld auskommen" - dagegen zu halten: diese dumm-dreiste Behördenaktion haut einen dann doch fast um! Sind die Herrschaften dort nicht fähig, einen Bebauungsplan zu lesen und dem Antragsteller danach zu erklären, dass ihm Dalben oder Pfähle an dieser Stelle in der Fulda gar nichts nützen? Wieso stimmen sich die mit dem Antrag befassten Kollegen nicht mit den zuständigen Behörden in Kassel ab? Es gibt doch Telefone und bestimmt auch Weiterbildungskurse, wo man lernt, dass Planung immer - auch im Wasserbereich - etwas mit Kommunikation und Abstimmung unter verschiedenen Behörden zu tun hat??

Dass das Image von Verwaltungen durch solche absurden Vorkommnisse ab- und nicht zunimmt: darüber muss man nicht spekulieren. Auf jeden Fall aber haben, das ist das Positive an dem bescheuerten Schildbürgerstreich des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Hann. Münden, die sich Unterneustädter BürgerInnen und Bürger, die an einen ganz anderen, deutlich transparenteren Umgang mit geplanten Maßnahmen seit vielen Jahren gewöhnt sind, nicht übertölpeln lassen und gleich alle Hebel in Bewegung gesetzt, um dem Treiben im Park ein rasches Ende zu setzen. Gut so!!
Eine Anlegestelle für wen und wozu? Die Antwort weiß nur das Wasser- und Schifffahrtsamt von Hann. Münden....

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Kommentare

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MR am :

Es ist doch wohl klar, dass die Anlegestelle für das Regierungspräsidium gedacht ist, zum Hin- und Her-Rudern. Deshalb braucht man auch keinen Zugang; und deshalb wohl auch das geheimnisvolle Tun - sonst gäbe es ja keinen Sinn?

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