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Straßen und Namen

Ich wohne in der Wilhelm-Marker-Straße. Das ist an sich schon verwirrend. Zweitens habe ich recherchiert. Auf die Straße tretend erfahre ich schildmäßig: 1894-1940, "Arbeiter, Politiker, Widerstandskämpfer" Im Netz steigt die Verwirrung. Es gibt nämlich zwei Wilhelm Markers:der eine wird im KZ Sachsenhausen, der andere vom NKWD in Moskau umgebracht. ?
Das Schild macht einen Unterschied: Mein Marker ist der Karl Heinrich Wilhelm. So abgebildet zu sehen auf der örtlichen Publikation von Rolf Wekeck, Widerstand gegen die Nationalsozialisten, Kassel 2013, bei Winfried Jenior. (Zufällig in einer Buchhandlung erlausche ich die Bemerkung: Die Stadt habe sich bei der Unterstützung dieser Publikation merklich zurückgehalten; bei ihrer Präsentation allerdings nicht... Nun aber S. 96 der Autor: "Mein Dank gilt nicht zuletzt der Stadt Kassel..." Korruptheit mag viele Gesichter haben...)
Nun aber zur Verwirrung: Der Wilhelm Marker von 1899-1937, geboren in Alsfeld, wird so beschrieben: "Sohn einer Landarbeiterin; Bauarbeiter. 1919 Mitglied der USPD, 1920 der KPD. Marker, der als Funktionär im RFB und im AM-Apparat im Waffenressort tätig war, zog im November 1929 in die Berliner Stadtverordnetenversammlung ein. 1930 reiste er nach Moskau, absolvierte einen militärpolitischen Lehrgang und war nach seiner Rückkehr wieder im AM-Apparat tätig; 1933 zweimal inhaftiert, flüchtete er im Oktober 1933 über Prag in die Sowjetunion. Er besuchte unter dem Parteinamen Alfred Rohde die KUNMS und arbeitete anschließend als Schlosser. Im August 1937 vom NKWD in Moskau verhaftet, wurde Wilhelm Marker am 8. Dezember 1937 erschossen."
Für einige Propagandisten mag es wichtig sein, auf welcher Seite der Achse von Gut und Böse man umgebracht worden ist -
Nun aber noch einmal ums Straßen-Eck: Wie ist das mit Herrn Leuschner, auf dessen Schild man ein lakonisches "Widerstandskämpfer" liest?? Selber nachlesen.

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