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Bürgerentscheid am Sonntag - Was passiert danach mit den Stadtteilbibliotheken?

Was passiert, wenn am Sonntag der Bürgerentscheid keine erforderliche Mehrheit bekommt?
Kurze Bemerkungen von Markus Braband – Vorsitzender des Freundeskreises der Stadtbibliothek Kassel

Die drei Stadtteilbibliotheken werden höchstwahrscheinlich spätestens zum 1. Oktober 2013 geschlossen. Aber was passiert mit den Medien, der Ausstattung, den Besuchern und den Mitarbeitern?

Die vorhandenen Medien werden, wenn keine andere Nutzung vorgesehen ist, auf die noch vorhandenen Bibliotheken verteilt. Sollte es weiterhin ein ehrenamtliches Engagement in den drei Stadtteilen geben, so könnten die vorhandenen Medien dort weiterhin eingesetzt werden. Was natürlich für die Stadtbibliothek einen Verlust von knapp 35.000 der insgesamt fast 200000 Medien bedeuten würde. Für das weitere Engagement wäre es ein Anfangsbestand, der aber, wenn er nicht erneuert wird, in zwei, drei Jahren veraltet wäre.

Die Ausstattung der Bibliotheken ist aber gleichzeitig Eigentum der Stadt Kassel, d.h. die Räumlichkeiten müssten eigentlich natürlich ausgeräumt werden. Was natürlich auch nicht mehr zur Verfügung stehen würde, ist das städtische Ausleihsystem, das nur Mitarbeiter der Stadt Kassel bedienen dürfen. Man hätte also eine Bibliothek ohne Ausleihsystem (ohne Herz) zur Verfügung.

Ja, die Besucher, die gehen jetzt natürlich alle in die Zentralbibliothek oder die noch vorhandenen Zweigstellen. Da fast die Hälfte des Medienbestandes aus Kinder- und Jugendbüchern besteht, ist ein großer Teil der Besucher Kinder und Jugendliche. Die müssten natürlich alle in die anderen Bibliotheken gehen; doch der Weg ist weiter und gerade für die Kleinen auch gefährlicher, vor allem, wenn die Eltern keine Zeit haben.

Da ja die Zentralbibliothek „nur“ rund 160.000 Besucher im Jahr hat, könnte sie die Besucher der drei geschlossenen Bibiliotheken ohne Probleme aufnehmen. Wer aber die Räumlichkeiten kennt, der weiß, dass bei einem großen Besucherandrang dort schnell die Luft ausgeht. Die Räumlichkeiten sind beengt, sie sind niedrig und versprühen den Charm der 70er Jahre Fertigplatte wieder. An eine bessere Ausstattung und Erweiterung der Räumlichkeiten ist gar nicht zu denken, was aber für eine Attraktivierung der Bibliothek von enormer Wichtigkeit wäre. Andere vergleichbare Städte sind schon in der Entwicklung Lichtjahre weiter. Sie haben gegriffen, das die Lesekompetenz nicht nur eines unserer wichtigsten Güter ist, sondern nur in einer ansprechenden Umgebung weitere Nutzer findet.

Nun zu den Mitarbeitern, denen wird natürlich nicht gekündigt. Trotzdem werden vier bis fünf volle Stellen eingespart. Wie funktioniert das? Den Mitarbeitern, die einen Zeitvertrag haben, wird einfach der Vertrag nicht verlängert, d.h. zum Jahresende sind diese Mitarbeiter arbeitslos. Es handelt sich hier um Fachkräfte, die nicht einfach in den verschiedensten Branchen wieder Arbeit finden können. Hier handelt es sich um Bibliothekare und Assistenten, die nicht einfach, wie im Supermarkt, durch 450 Euro-Kräfte ersetzt werden können. Was außerdem auch wegfällt, sind die Springerfunktionen. Bisher konnte man bei Krankheit oder in der Urlaubszeit Mitarbeiter an andere Standorte einsetzen, bei denen Not war. Dies wird in Zukunft nicht mehr möglich sein, da das Personal dafür nicht mehr ausreicht. Die Konsequenz wären dadurch möglicherweise kürzere Öffnungszeiten.

Derjenige, der eine solche Stadtbibliothek haben möchte, der sollte am Sonntag mit „Nein“ stimmen oder erst gar nicht nicht hingehen.

Wer aber eine gut funktionierende und dezentral organisierte Stadtbibliothek erhalten möchte, der muss am Sonntag zum Bürgerentscheid gehen und mit „Ja“ stimmen.

AM SONNTAG, den 30. Juni, BEIM BÜRGERENTSCHEID MIT JA STIMMEN!!!

Markus Braband – Vorsitzender des Freundeskreises der Stadtbibliothek Kassel e.V.

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