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Schlaue alte Ökonomen

In den 1950ern gab es Begeistete, so z.B. David Riesman, der sozusagen die "Einsame Masse" (oder "Lonely Crowd") und den Menschen mit 'Außensteuerung' (other-directed) erfand. J.K. Galbraith thematisierte ebenfalls in den 50ern das Leben in der "Überflussgesellschaft" ("Affluent Society"). Er war der gesunden Meinung, dass die Jagd nach Geld und Produktionssteigerung wohl nicht der letzte Ratschluss sei - und damit auch bei uns die zum Volkseigentum gewordene Verachtung für die Leistungen der bei uns so genannten "Öffentlichen Hand". Dazu eine kleine Passage aus "Gesellschaft im Überfluß" -deutsch zuerst 1958:
"Im besten Fall sind die öffentlichen Dienste ein notwendiges Übel, im schlimmsten Fall haben sie eine gefährliche Tendenz, vor der eine wachsame Allgemeinheit ständig auf der Hut sein müsse. Auch wenn sie wichtigen Zwecken dienen, sind sie doch steril. 'Der Staat ist außerstande, etwas in dem Sinne zu schaffen, in dem die Wirtschaft Werte und Wohlstand erzeugt ...' (Francis X. Sutton, Seymour E. Harris, Carl Kaysen und James Tobin in »The American Business Creed«, Cambridge/Mass. 1956.)
Eine solche Einstellung führt zu interessanten Widersprüchen: Autos sind wichtiger als die Straßen, auf denen sie fahren. Wir begrüßen den Ausbau des (in den Vereinigten Staaten privaten) Telefonnetzes, weil es das allgemeine Wohl fördert, fügen uns jedoch in eine Einschränkung des Postdienstes, weil sie als eine notwendige Sparmaßnahme gilt. Wir legen großen Wert auf die Vermehrung des Privateigentums, bejammern aber die zusätzlichen Ausgaben für die Polizei, die es schützen soll. Staubsauger für den Hausgebrauch sind lobenswert und gehören zu unserem Lebensstandard, Straßenreinigungsmaschinen aber sind ein lästiger Budgetposten. Deshalb sind auch unsere Wohnungen meist sauber und die Straßen im allgemeinen schmutzig."

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