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„Ein christliches Deutschland gibt es nicht mehr“

So gibt der Informationsdienst Wissenschaft (idw) die Schlagzeile eines wiedergegebenen Forschungsergebnisses des Historikers Thomas Großbölting [!] wieder - "Exzellenzcluster 'Religion und Politik'", Wilhelms-Universität zu Münster. (Alles religionsphilosophisch hochschwanger: Exzellenz, Münster usw.)
Kurz gesagt: Das Zusammenspiel der sinngebenden und/oder herrschenden Institutionen habe in Deutschland nach dem (letzten) Krieg prima funktioniert. Nun aber nicht mehr so recht.
Großbölting wird paraphrasiert und zitiert: "Begründet sei das 'altbundesrepublikanische' Kooperationsmuster zwischen Staat und Kirche im Grundgesetz von 1949, das wesentliche Bestimmungen der Weimarer Verfassung aufgenommen habe, so Prof. Großbölting. 'Zu einer Zeit, in der die Gesellschaft dominant christlich geprägt war und man einen ideellen Neuanfang nach dem Nationalsozialismus suchte, funktionierte dieses Zusammenspiel für Politik und Kirchen hervorragend.' In den 1950er Jahren hätten die Kirchen Idealbilder und Lebenspraxis für viele Felder wie Familie, Sexualität, Bildung, aber auch politische Entwürfe vorgegeben. 'Was damals noch als moralische Wegmarke galt, war zwei Jahrzehnte später nur noch eine Position von vielen.'" Aufgrund der vielfältigen Konkurrenz (siehe hier) glimme die Glut nur noch: "Das Christentum ist zu einem Anbieter unter vielen für Sinnstiftung und Sonntagsgestaltung geworden."
Ausführlich wiedergegeben sind diese Erkenntnisse im Großböltingischen Buch mit dem sinnstiftenden Titel "Der verlorene Himmel". "Das Buch stellt wesentliche Ergebnisse des Projekts C22 am Exzellenzcluster 'Transzendente Sinnstiftung und religiöse Vergemeinschaftung im nachmodernen Europa' dar." Diese Nachricht verdanken wir Sarah Batelka.

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