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Fracking und Propaganda

Ich weiß, dass Fracking eine Umweltgefahr ist. Und nehme die regelmäßigen Postings von Norbert zur Kenntnis. Allerdings nicht in der Form, dass es mich bewegt hätte, mich bisher näher mit der Materie auseinanderzusetzen. Geschweige denn, dass ich eine Beitrittserklärung unterschrieben hätte.
Das liegt vor allem daran, das mir der Stil der Aufrufe nicht zusagt. Gebetsmühlenartige, regelmäßig wiederkehrende, Propaganda, in Verbindung mit dem Schnorren um Unterschreiben einer Beitrittserklärung. Bei mir zumindest wirkt so etwas nicht. Wenn man etwas erreichen will, muss man es anders machen.

Einen völlig anderen Anstoß gab es, der mich bewegte, mich heute intensiv mit Fracking zu befassen. Nachdem ich mir einen Tag Fachwissen eingefahren habe, kann ich nun sagen, 'ich habe das Prinzip verstanden und weiß, wo die Gefahren liegen'. Was ich jetzt außerdem weiß, welche Firmen Fracking benutzen und wie man diese auf das Problem aufmerksam machen könnte.
Rainer Seele (Wintershall) fordert zudem den Einsatz der umstrittenen Fracking-Technologie bei der Gasförderung in Deutschland. Diese Technik zur Förderung von Öl und Gas in bisher auf konventionellem Wege unzugänglichen Lagerstätten sei nötig: „Ohne Fracking wird die Gasproduktion in Deutschland schnell zurückgehen“, sagte Seele dem Handelsblatt

Wintershall verwendet diese Technik bereits in Russland, Argentinien, den Niederlanden und auch Deutschland bei der Förderung konventionellen Gases. Ohnehin fördere das Unternehmen keine Rohstoffe in Trinkwasserschutzgebieten. Zugleich machte Seele aber deutlich, dass Wintershall nur in die Schiefergas-Förderung einsteigen werde, wenn dies keinen breiten Widerstand hervorrufe. "Falls es keine gesellschaftliche Akzeptanz gibt, werden wir keine Förderung durchdrücken."


Die Bürgerin bekommt bald eine seltene Möglichkeit, Widerstand oder Akzeptanz vor Ort und in bester Umgebung zum Ausdruck zu bringen und hoffentlich auch Gespräche mit Mitarbeitern der Firma führen zu können. Die Firma Wintershall veranstaltet (wie dem Extra Tipp bereits zu entnehmen war) einen Adventsmarkt auf dem Bebelplatz. .
Bequemer gehts kaum noch, was den Widerstand anbetrifft.

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Kommentare

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Umweltaktivist am :

Danke.

Mir gehen diese penetranten Meldungen auch auf den Wecker. 100 Punkte fürs gute Anliegen, 2 Punkte für Stil.

Die Botschaft, die bei mir ankommt, ist: Leser, du bist ein so aufmerksamkeitsgestörter Einfaltspinsel, dass man dir alles im Wochenabstand aufs Neue in den Kopf kloppen muss.

Wenn ich jetzt irgendwo Fracking lese, dann denke ich: Ah, das sind diese Nervtexte da in dieser Zeitung...

Schreiber am :

In diese Richtung wollte ich gestern den genannten Beitrag kommentieren, stellte dann jedoch fest, dass die Kommentarfunktion geschlossen ist.
Wie war das nochmal mit dem Schelm und dem denken?

Schreiber nochmal... am :

... das großartigste ist: "Kostenlos und ohne jede weitere Verpflichtung" kann ich die Anti-Fracker unterstützen und habe allein mit dem Beitritt zur BI offenbar schon eine großartige Weltverbesserungsmaßnahme unterstützt. Wie soll das funktionieren?

Th G am :

der schreiber des beitrages kann die kommentarfunktion deaktivieren. ich hoffe er liest wenigstens mit.
Fracking ist ein ernstes Problem und sollte die Leute nicht erst aufwecken, wenn hier gefrackt wird, sondern weil hier die Firmen hausen, die weit weg von hier fracken.

um dem einhalt zu gebieten, müssen die bürger inforiert sein und den stoff verstehen. aufklärung und weiterbildung ist also gegfragt. norberts methode halte ich für ungeeignet. ranga yogeshwar, jean pütz und harald lesch wären diejenigen, die es interessant einleuchten liessen. aber eigentlich genügt schulbuch lesen. bzw. lexikon.
also wikipedia

Hydraulic Fracturing (von englisch to fracture ‚aufbrechen‘, ‚aufreißen‘; auch Fracking,[1] „Hydrofracking“, „Fraccing“,[2] „Frac'ing“"[3] oder „Frac Jobs“ genannt[4]) ist eine Öl- und Gasfördermethode, bei der in technische Tiefbohrungen eine Flüssigkeit („Fracfluid“, dt. Plural „Fracfluide“) eingepresst wird, um im Speichergestein Risse zu erzeugen, aufzuweiten und zu stabilisieren. Dadurch wird die Gas- und Flüssigkeitsdurchlässigkeit der Gesteinschicht erhöht, so dass Erdgas und Erdöl wirtschaftlich gewonnen werden können"

its me am :

Mir hat der Fracking-Autor unlängst einen unangenehmen Kommentar gleich mal gelöscht. Kein guter Stil. Kommentare sperren - wozu, wenn man keine Angst vor Kritik hat?

Th G am :

Tja so ist das eben, in der Welt der Informationen. Statt etwas einzurichten, wo Bürger nachfragen könnte, wird er mit Unterschriftenlisten bedrängt, die Agitation demjenigen zu überlassen, der sich dafür (bzw. dagegen) engagiert, indem er Unterschriften sammelt.
Die Welt der Informationen reagiert aber auf solche Werbekampagnen, indem sie sich über Fracking informiert und über die Firmen die es veranstalten. Aber auch über Initiatoren der Gegenveranstaltungen.

Norbert Ickler am :

Vielen Dank, Herr Grund. Sie sind nach meiner Informationsserie – also seit Monaten - der erste, der ein paar Zeilen zu Fracking in einem eigenen Beitrag veröffentlicht.
Kurz zu mir: Ohne Kenntnisse von Presse- oder BI- Arbeit bin ich sofort nach Information aus den Medien der BI beigetreten. Ich führe persönliche Informationsgespräche bei allen Gelegenheiten, auch an Ständen, bei Info- Veranstaltungen und mehr; unter anderem in der Kassel-Zeitung veröffentliche ich zum Fracking. Ich gehöre sonst keinerlei Organisationen an und betreibe keine Klientelpolitik. Ich begreife meine Arbeit als Engagement eines Menschen für alle Menschen Ich tue das mit allen meinen Kompetenzen und ausdrücklich auch Unzulänglichkeiten.
Zur Kritik:
Ich greife hier nur konstruktive Kritik auf. Alles andere nützt weder mir noch den Lesern, schon gar nicht der Sache, die das eigentlich wichtige ist.
Der „Stil“ meiner Äußerungen sagt Ihnen (und Ihren Kommentatoren) nicht zu. Das akzeptiere ich. Aus zahlreichen persönlichen Gesprächen mit Lesern der Kassel-Zeitung erhalte ich jedoch ganz überwiegend positive Rückmeldungen wie zum Beispiel: „Na endlich macht das dort mal einer; „aufrüttelnd“, „klar, da les ich erst mal Deine Meinung und wissenschaftlich belegte Fachinformationen für meine Meinungsbildung bekomme ich dann über die Links aus dem Artikel auf die Seite der BI und von da weiter in alle Richtungen“. Auch das ist Teil der „Wahrheit“, die für Sie und alle zu betrachten ist.
„Gebetsmühlenartige Propaganda“ ist eine subjektive Einschätzung, die manche, aber offensichtlich nicht viele Leser teilen. Tatsächlich habe ich jeden meiner Artikel aus anderer Sicht wechselnd, aktuell und in unterschiedlichem Vorgehen gestaltet; sauber getrennt nach persönlicher Meinung, Zitaten und Zugang zu Fachinformationen.
Das - negativ belegte - „Schnorren um Unterschriften“ können Sie nur – unzutreffend – verwenden, wenn Sie meine Artikel nicht genau kennen. Ich habe erklärt, warum ich auf die Möglichkeit des Beitritts zur BI aufmerksam mache, ja offen dafür werbe. Naturgemäß wiederholt sich diese Mitgliederwerbung. Mir scheint, zum Verständnis fehlen noch Informationen zu der Arbeit, die viele Freiwillige unentwegt leisten. Also hier noch einmal:

„Die Bürgerinitiative Fracking freies Hessen tritt für den Schutz des genießbaren Wassers und damit gegen Fracking mit all seinen Gefahren ein.
Hierzu sollen die Menschen informiert werden z. B. in persönlichen Gesprächen, an Infoständen, in organisierten Informationsveranstaltungen, durch Verteilen von Informationsmaterial, durch regelmäßige Veröffentlichungen in aller Art Medien, auf der eigenen Internetseite samt Links und was immer hilfreich erscheint…
Das dies bitter nötig ist, zeigt die Tatsache, daß auf unsere persönlichen Nachfragen über drei Viertel der Menschen antworten wie z. B. Fracking „sagt mir nichts“ oder „habe ich schon gehört, aber worum geht es eigentlich“

Weiter stehen die Fachleute der BI in ständigem Kontakt mit den Entscheidern in Politik und Wirtschaft. Neben den dort ausgetauschten fachlichen und politischen Argumenten wird als Botschaft immer die aktuelle Mitgliederzahl der BI erwähnt, um zu signalisieren, daß sich immer mehr Menschen gegen Fracking wenden und wie viele von diesen dafür mutig mit ihrer Unterschrift offen eintreten. Das nachhaltige Mitglieder- Werben macht hierfür Sinn.
Sie und andere fühlen sich durch die wiederholten Werbungen zum Beitritt gestört. Es gibt aber nicht nur Sie, der sie offensichtlich zu den regelmäßigen Lesern gehören. Es gibt auch Gelegenheits- und Erstleser, die die vorhergehenden Artikel nicht sehen. Auch denen möchte ich Zugang zum Thema verschaffen. Zählen diese Menschen nicht? „Wenn man etwas erreichen will, muss man es anders machen“ Wie, das sagen Sie allerdings nicht. Wenn Sie das besser, stilvoller, nicht störend können: bitte schön, nur zu.
„Einen völlig anderen Anstoß gab es, der mich bewegte, mich heute intensiv mit Fracking zu befassen“. Welchen Anstoß? Dazu sagen Sie wieder: Nichts. Wenn Sie das offen gesagt hätten, hätten ich und andere Aktive die Möglichkeit, von Ihnen zu lernen. Das wäre mal konstruktive Kritik. Diese Möglichkeit geben Sie uns leider nicht.

„Nachdem ich mir einen Tag Fachwissen eingefahren habe,…“. Sehr löblich, daß Sie diesen Aufwand getrieben haben. Das wäre einfacher zu machen gewesen. Ohne Computer- oder Internet- Könner zu sein habe ich dafür eine Stunde benötigt, in dem ich über die Seite der BI und der dranhängenden Links gegangen bin.
„Was ich jetzt außerdem weiß, welche Firmen Fracking benutzen“ – „Rainer Seele (Wintershall) fordert…“. Diese und viel mehr Sachinformationen habe ich Ihnen und allen längst durch Links auf die BI- Seite und von da weiterführende in meinen Beiträgen zur Verfügung gestellt. Auch das hätten Sie also einfacher haben können.
„und wie man diese auf das Problem aufmerksam machen könnte“. „Die Firma Wintershall veranstaltet einen Adventsmarkt auf dem Bebelplatz. .
Bequemer gehts kaum noch, was den Widerstand anbetrifft“. Danke, wissen wir längst. Wir werden sowieso dort sein – Sie auch?

Ich bin gespannt auf Ihren eigenen Beitrag in der Sache, mit dem Sie über wirklich neues Informieren. Werden Sie sich auch sonst in irgendeiner Weise konstruktiv einbringen? Wir würden gern von Ihren eigenen Aktivitäten lernen. Wir würden uns über Ihr Engagement freuen.

Kommentare:
Zu: Umweltaktivist.
„Die Botschaft, die bei mir ankommt, ist: Leser, du bist ein so aufmerksamkeitsgestörter Einfaltspinsel, dass man dir alles im Wochenabstand aufs Neue in den Kopf kloppen muss“.

Offensichtlich haben Sie noch nicht bemerkt, dass ich die Frequenz meiner Artikel bereits von wöchentlich auf monatlich reduziert hatte.
Ihre Anmerkung habe ich bereits oben mit beantwortet. Hier nochmal im Ausschnitt:
Sie und andere fühlen sich durch die wiederholten Werbungen zum Beitritt gestört. Es gibt aber nicht nur Sie, der sie offensichtlich zu den regelmäßigen Lesern gehören. Es gibt auch Gelegenheits- und Erstleser, die die vorhergehenden Artikel nicht sehen. Auch denen möchte ich Zugang zum Thema verschaffen. Zählen diese Menschen für Sie nicht?

Zu: Schreiber:
Gut beobachtet: Die Kommentarfunktion habe ich abgeschaltet (das werten Sie offensichtlich negativ), nachdem ich wiederholt Kommentare erhielt, die die Grundsätze der Wertschätzung verletzten. Schade, aber das muß ich mir und den Lesern nicht antun.

Zu Schreiber nochmal:
„…allein mit dem Beitritt zur BI offenbar schon eine großartige Weltverbesserungsmaßnahme unterstützt. Wie soll das funktionieren?“
Hierzu habe ich bereits oben Stellung genommen. Hier gern nochmal im Ausschnitt für Sie:
„Weiter stehen die Fachleute der BI in ständigem Kontakt mit den Entscheidern in Politik und Wirtschaft. Neben den dort ausgetauschten fachlichen und politischen Argumenten wird als Botschaft immer die aktuelle Mitgliederzahl der BI erwähnt, um zu signalisieren, daß sich immer mehr Menschen gegen Fracking wenden und wie viele von diesen dafür mutig mit ihrer Unterschrift offen eintreten. Das nachhaltige Mitglieder- Werben macht deswegen Sinn.“
Die Aktiven der BI wissen, daß Menschen in der Mehrzahl niederschwellige Angebote, sich zu engagieren annehmen. Das Angebot hierfür ist die Mitgliedschaft; Sinn: siehe oben. Wenn Sie sich die Mühe machen, die Seite der BI zu besuchen, auf die ich oft verlinke, werden Sie weitere, aufwendigere Angebote finden, sich zu engagieren.

Zu Th G
„…aufklärung und weiterbildung ist also gegfragt.“ Bis hierher stimmen Sie vollständig mit mir und allen in der BI überein.
„norberts methode halte ich für ungeeignet. ranga yogeshwar, jean pütz und harald lesch wären diejenigen, die es interessant einleuchten liessen. aber eigentlich genügt schulbuch lesen. bzw. lexikon.
also wikipedia
Ich würde es niemals wagen, mich mit Ranga Yogeshwar, Jean Pütz und Harald Lesch auch nur in großem Respektsabstand zu messen.
Wären Sie aber besser informiert bzw. hätten wenigstens mal die BI- Seite durchstöbert, hätten Sie bemerkt, daß zumindest ranga yogeshwar und jean pütz bereits sehr gute Filmbeiträge erstellt haben, die allerdings in ARD und ZDF vor Beginn der Diskussion um Fracking in Nordhessen ausgestrahlt haben. Auch Sendungen wie Monitor u. a. haben bereits das Thema ausführlich behandelt. Können Sie leicht den Mediatheken entnehmen.
Daß Sie das bisher offensichtlich nicht getan haben, beweist doch gerade, dass jede Publikation – auch hier - zu Fracking nötig ist.
Sie sind aufmerksam geworden und haben Wikipedia eingesehen. Das ist schön. Aber auch das zeigt: Ohne einen Anstoß – von wo auch immer – informieren sich die Menschen nicht.
Ihre Zitate wären Grundstoff für einen eigenen Artikel. Warum veröffentlichen Sie keinen?

Zu: Ist me:
Auch hierzu bereits oben:
Die Kommentarfunktion habe ich abgeschaltet (das werten Sie offensichtlich negativ), nachdem ich wiederholt Kommentare erhielt, die die Grundsätze der Wertschätzung verletzten. Schade, aber das muß ich mir und den Lesern nicht antun.
Bei der Abschaltung entfallen auch alle bisherigen Kommentare. Ihren Kommentar erinnere ich etwa so „Penetrant…wöchentlich zum Beitritt getreten werden… geh weg“ Entspricht das Ihrer Vorstellung von gutem Stil? Das ist nicht nur unangenehm. Es dient weder der Sache noch der Verbesserung der Pressearbeit und es nützt keinem einzigen Leser.

Zu ThG 2.2.1
„Statt etwas einzurichten, wo Bürger nachfragen könnte, wird er mit Unterschriftenlisten bedrängt, die Agitation demjenigen zu überlassen, der sich dafür (bzw. dagegen) engagiert, indem er Unterschriften sammelt.“
Ich habe in meine Beiträge überwiegend den Link zur Seite der BI www.FrackingfreiesHessen.de einbezogen (beim letzten hat er nicht funktioniert). Diese Seite wurde bereits vor Monaten zur Information aller interessierten eingerichtet. Ich bitte bei allem Drang zur Kritik höflich, dies zur Kenntnis zu nehmen und einschließlich der von mir bereits sattsam erwähnten Links zu vielen verschiedenen Quellen zu nutzen.
Zum Unterschriftensammeln: Ich biete eine Möglichkeit zum Beitritt an, dränge jedoch niemanden. Leser, die sich durch ein offenes Angebot bedrängt fühlen, wird es immer geben. Aber denen kann ich hier nicht helfen. Wer aufmerksam liest, erkennt dies alles.

Th G am :

Wenn man sich zum Ziel setzt, den Bürger zu informieren, dann setzt man automatisch voraus, dass der Bürger nicht informiert ist. Und das Ziel der Kampagne ist, dass alle Bürger über die Risiken informiert sind.

Am Ende werden es alle wissen. Ja und dann?
Was ich in obigen langen Erläuterungen und überhaupt vermisse, sind effektive Gegenmaßnahmen.

Norbert Ickler am :

Willkommen auf Ihrem Weg in die Wirklichkeit. Der Inhalt Ihrer Äußerungen löst in mir das Bild aus, dass das ein langer, steiniger Weg ist. Warum?
"...dann setzt man automatisch voraus, dass der Bürger nicht informiert ist..." Nein. Das ist verallgemeinernd und unrichtig. Den Informationsgrad, den die Aktiven bei ihrer Arbeit mit den Menschen antreffen, liegt bei etwa 25 % - leicht ansteigend - das habe ich oben bereits erläutert. Ich unterstelle dem "Bürger" also gar nichts; Statt dessen erfülle ich das Realitätsprinzip mit Leben. Ich halte mich an die Tatsachen, die mir entgegen gebracht werden.
Alle "Bürger" zu informieren ist ein schönes Ideal, das wir anstreben können. Realistisch bleiben wissen wir: das werden wir nie erreichen. Aber wir können anstreben, einen grösst möglichen Teil davon Wirklichkeit werden zu lassen. Und dafür haben wir sehr wenig Zeit. Frau Puttrich hat die nächsten Entscheidungen zu Fracking in Hessen lediglich auf "das kommende Frühjahr" vertagt.
"Was ich in obigen langen Erläuterungen und überhaupt vermisse, sind effektive Gegenmaßnahmen".
Welch eine Kehrtwende von Ihnen: In Ihrem Artikel agieren Sie alles wissend und es besser zu können; meine Arbeit lediglich negativ bewertend - und jetzt erwarten Sie ausgerechnet von mir die Aufzählung "effektiver Gegenmaßnahmen".
Was die Aktiven der BI und rührigen Einzelpersonen bereits tun, hätten Sie bei aufmerksamer Lektüre meines obigen Antwortkommentars entnehmen können. Es steht Ihnen wie jedem frei, sich dieser Arbeit anzuschließen.
Darüber hinaus liegt es an Ihnen und an jedem einzelnen Menschen, seine Phantasie und Kreativität im Rahmen der geltenden Gesetze und der Wertschätzung aller in die Arbeit für die Sache einzubringen - so er das denn leisten will.
Ein Patentrezept für effektive Gegenmaßnahmen gibt es nicht. Das kann Ihnen niemand vorgefertigt anbieten. Auch ich nicht.
Wir Aktiven strengen uns - bei aller Unzulänglichkeit - täglich an, die Sache im Sinne aller Menschen zu fördern. Und das im Wissen, wie begrenzt unser Einfluss auf Industrie und Politik ist; und daß wir in dieser Arbeit keinerlei Sicherheit für Effektivität und schon gar nicht einen Weg zu einem sicheren Erfolg haben. Zum Beispiel ich hier in der Kassel-Zeitung - tue dies frei nach dem Motto Erich Kästners: "Es gibt nichts Gutes außer man tut es". Ich tue wenigstens etwas.
Ich hätte mich ehrlich gefreut, in den obigen Kritiken mehr konstruktive Beiträge vorzufinden, durch die ich meine Pressearbeit verbessern und der Sache besser dienen könnte. Schade, daß dem nicht so ist, mal ehrlich.
Im Übrigen treffen die Aktiven das hier zu beobachtende Phänomen des "Kritiksturms" gelegentlich wiederkehrend auch in Versammlungen und auf der Straße an. Eifrig und laut wird z.B. gesagt: "das nervt"; "so geht das nicht"; "das ist schlechter Stil"; "ich weiß , wie das besser / effektiver geht" und vieles mehr. Nachgefragt, welche konstruktiven Vorschläge der Kritiker machen möchte kommt fast nichts, meist Dinge, die wir schon bearbeiten. Weiter gefragt, ob sich der Kritiker innerhalb oder außerhalb der BI selbst engagieren möchte, wenden sich die meisten schnell ab. Das ist ein Teil der Wirklichkeit, so wie wir sie täglich erleben. Das soll nicht verschütten, daß wir immer wieder auf Menschen treffen, die sich informieren und dann auch engagieren. Das sollten wir bei aller Kritik nicht vergessen.
Wir arbeiten in der BI mit etwa 4.700 Mitgliedern und über 100 Aktiven - wie gesagt ohne jede Sicherheit oder Erfolgsgarantie. Aber wir tun es - für alle.
Also: Schon wieder "lange Erläuterungen" von mir. Das erscheint mir aber nötig. Sonst hätte ich diese Zeit anders investiert.
Ich bin ehrlich gespannt, wie Sie weiter denken und handeln werden.

Wolfgang Ehle am :

Hier wird deutlich, warum Bürgerbewegungen überwiegend erfolglos agieren. Ich will's mal drastisch formulieren - denn nach über 15 Jahren BI-Arbeit in verschiedenen Bereichen stinkt es mir langsam:

Mangelhaft begründete Kritik, selbstgefälliges Kritikastergehabe ohne wirkliches Wissen um das Problem, stammtischgängige Parolen und vorsätzlich missverstandene Aussagen - so auch diese Diskussion hier. Die Konzerne freut's. Denn wir sind dumm genug uns gegenseitig madig zu machen, wir sind im doppelten Sinne die Dummen.

Ich bin nicht unbedingt Herrn Icklers Meinung, dass man das Thema Fracking in einer Stunde drauf hat. Aber nach einem Tag sollte man dann auch etwas mehr verstanden haben, als der Verfasser dieses Artikels. Und das bezieht sich nicht nur auf Chemie und Physik des Verfahrens, sondern besonders auch auf die Schwierigkeit der Vermittlung dieser Sachverhalte und ihrer Konsequenzen. Da ist der Verweis auf die Web Site Frackingfreies Hessen durchaus angebracht und hilfreich.

Nicht jeder ist ein Überflieger, der die Bedrohung durch dieses Verfahren sofort kapiert. Und in der Tat gibt's immer noch genügend Leute, die überhaupt nichts davon wissen. Also: wer glaubt informiert zu sein: Die entsprechenden Artikel einfach überblättern. Klugscheißerkommentare schreiben nur solche Leute, die ihrem schwachen Ego eine billige Wohltat erweisen wollen.

Konstruktive Mitarbeit an einem Problem, das ich als solches verstanden habe, geht anders. Lieber "Umweltaktivist", eine gesunde Umwelt braucht auch ein gesundes zwischenmenschliches Klima und Achtung vor dem Engagement des anderen - zumal anzunehmen ist, dass Sie im Grunde am gleichen Strang ziehen.

Norbert Ickler am :

Danke für Ihre Stellungnahme, Herr Ehle.
Zugegeben: Die eine Stunde entspringt meiner - wie jedermanns Erinnerung trüglichen - Erinnerung. Mag sein, es waren auch zwei oder drei.
Auch ich habe gestern vormittag schon einen relativ ausführlichen Antwort- Kommentar - zwar nicht so drastisch formuliert - in die gleiche Richtung an "Th G" gesendet. Unter anderem mit dem Hinweis auf das Realitätsprinzip, sachliche Begründung und gegenseitige Wertschätzung sowie darauf, daß mir und anderen Aktivisten solche Zerfleischung schon mehrfach begegnete, die der Sache schadet.
Meinen Antwortkommentar habe ich absichtlich so abgeschickt, daß "Th G" ihn vor Veröffentlichung zur Kenntnis nehmen kann und dieser erst nach seiner Einwilligung erscheint. Ich bin gespannt, was jetzt passiert.
Im Übrigen bin ich bestrebt, meine Pressearbeit zu verbessern. Hierzu bin ich für konstruktive Kritik dankbar.
Ich werde meine Arbeit im Sinne der Sache - auch hier - fortsetzen.
Ich frage mich und alle:
Wer ist bereit, - wie auch immer - die Sache zu unterstützen und wird das auch tun?

Norbert Ickler am :

P.S.: Meine oben erwähnter Antwort- Kommentar bezieht sich auf "3.1 Th G" und enthält auch Hinweise auf den vorgefundenen Informationsgrad in der Bevölkerung und darauf, daß weder ich noch sonst jemand "Patentrezepte mit Erfolgsgarantie" im Sinne von "effektiven Gegenmaßnahmen" anbieten können.
Wir stellen uns mit allen unseren Unzulänglichkeiten in den Dienst der Sache, frei nach Erich Kästner: "Es gibt nichts Gutes außer man tut es.

MR am :

Nr. 1: Hier gibt es einen hartnäckigen Aktivisten, der häufig Meldungen produziert. Nr. 2: Die Häufigkeit kann kommunikationstechnisch nerven, muss aber nicht. Denn es gibt keine "ideale Frequenz". 3) Es wird Werbung für einen Beitritt der "mündigen Bürger" zu einer begründeten Aktion gegen ein technisches Verfahren betrieben. Mit solchen Werbungen werden wir täglich bombardiert (arme Kinder und Inder, Afrika etc.), so dass sich der Überdruss multiplizieren kann. Warum das aber sich über dem Aktivisten ausschütten muss, ist unklar. Für information overload kann er nichts. 4) Das technische Verfahren sieht nach "bedingungslose Ausbeutung" aus, ruft also zusätzlich ethische Bedenken hervor. 5) Kommentare schaukeln sich häufig ins Nichts. Dieses Nichts landet in gegenseitigen Beschuldigungen verschiedener Positionsnehmer. Watzlawick'isch ausgedrückt, übernimmt die Metakommunikation die Kommunikation. Bis hin zu der grotesken Annahme, der Gegner (im Falle Wintershall) werde sich freuen, dass man sich gegenseitig zerfleische. Es sind nicht umsonst gefinkelte Überlegungen erschienen, die sich mit der "Schwierigkeit nein zu sagen" beschäftigen. Dazu gehört die zur Zerstörung gehörige Selbstzerstörung. Usw. usf.

Th G am :

Eigentlich wollte ich mit obigem Beitrag etwas anderes erreichen. Die Kritik des Stils der Frackinggegner ist nur die etwas ausschweifende Einleitung auf das gedachte Hauptthema, das bis jetzt zu kurz kam.

Was obige Vorwürfe angeht..
Aus meiner Sicht sehe ich mir persönlich von Norbert vorgeworfen, mich nicht informiert zu haben. Obwohl ich im Kommentar Wikipedia zitiere. Wenn ich mich über etwas informieren will, was ich noch nicht kenne, dann sehe ich grundsätzlich auf Wikipedia und/oder in ein anderes Lexikon. Wenn ich mich auf den Seiten der Gegner und Befürworter informiere, dann kann ich das nicht als objektive Informationen betrachten. Ich kann bestenfalls die Informationen der Lobbyisten mit den objektiven Informationen aus Lexikon und wissenschaftlichen Abhandlungen vergleichen.

Man kann den Firmen Fragen stellen, die Fracking (oder sonstwas) betreiben. Man kann die Fragen stellen, um sich selbst zu informieren. Wenn man gut genug informiert ist, kann man den Firmen auch die richtigen Fragen stellen.

Und dieses kann man auf dem Adventsmarkt der Firma Wintershall auf dem Bebelplatz. Man kann dort bei Keksen und Glühwein den Mitarbeitern der Firma seine Meinung vorbringen. Hardcore-Protestler könnten Plakate aufhängen, Chöre Lieder singen...
Sowas halt. Darauf wollte ich durch meinem Beitrag verweisen. Für hinzu gekommene Lächerlichkeiten bin ich nicht verantwortlich.

Norbert Ickler am :

Zu: "Aus meiner Sicht sehe ich mir persönlich von Norbert vorgeworfen, mich nicht informiert zu haben".
Nein, leider schon wieder ein Missverständnis. Der Beweis: Ich zitiere Sie und mich selbst: "„Nachdem ich mir einen Tag Fachwissen eingefahren habe,…“. Sehr löblich, daß Sie diesen Aufwand getrieben haben..."
Vermutlich beziehen Sie sich aber auch auf: "Wären Sie aber besser informiert bzw. hätten wenigstens mal die BI- Seite durchstöbert, hätten Sie bemerkt, daß zumindest ranga yogeshwar und jean pütz bereits..."
Ich meinte also nicht "nicht" informiert sondern "besser" in anderem, konkretem Zusammenhang.
Zudem entwickelt sich hier augenscheinlich eine Grundsatzdiskussion über die Kritik an der Kritik des Kritikers... u.s.w. (Gibt es so etwas wie "Metakritik?) Ich halte das in diesem Ausmaß nicht mehr für zielführend.
Ich meine: Ich werde meine Arbeit bei aller Unzulänglichkeit weiterführen und versuchen, diese zu verbessern.
Sie können Ihren Beitrag doch unabhängig davon nach Ihrem Gusto leisten. Motto: Keine zerfleischenden und lähmenden Diskussionen, sondern unterstützende und nur so viel wie unbedingt nötig, damit genug Zeit und Kraft für die eigentliche Arbeit bleibt. Diese sind nämlich (zumindest bei mir, aber ich denke, bei den meisten anderen auch) begrenzt. Alles, was die Sache fördert ist gut. Können Sie damit leben?

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