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Kindergenesungshaus eröffnet. Ein ganz normaler Teil des Gesundheitssystems

Melanie Tappenbeck, Krankenschwester und Heilpädagogin, mit ihren Kindern Carolin und Anton
„Ich möchte mehr für die Kinder tun – und in diesem Bereich ist gerade in Deutschland noch viel zu erledigen!“, sagt Dr. Sabine Schäfer. Auf der Marbachshöhe ist sie ihrem Ziel einen Schritt näher gekommen: Das IAKCHOS Kindergenesungshaus bietet berufstätigen Eltern neue Möglichkeiten. Deutschlandweit sucht das Kindergenesungshaus seinesgleichen. Hintergrund: Kranke Kinder werden immer wieder zu früh in den Kindergarten oder die Schule gebracht, da sich ihre Eltern keine Fehlzeiten im Job erlauben dürfen. Gerade Alleinerziehenden bietet sich oft keine andere Alternative. Doch ohne die notwendige Erholungsphase nach einer Operation oder Erkrankung kann sich der Gesundheitszustand des betroffenen Kindes erneut verschlechtern. Rückfälle und eine Ansteckungsgefahr für andere Kinder drohen. „Wenn wir die Probleme wegschieben, tauchen sie an anderer Stelle wieder auf“, erklärt Wolfgang Gutberlet seinen Entschluss, das Projekt Kindergenesungshaus zu unterstützen. Die Stiftung DAMUS DONATA, deren Vorstand Gutberlet ist, finanzierte die Gründung und die laufenden Betriebskosten für die ersten 18 Monate. Im Anschluss müssen neue Wege gefunden werden.
Vereinbarkeit von Familie und Beruf
Man sei mit den Krankenkassen und anderen Institutionen in Verhandlungen, berichtet Sabine Schäfer. „Es sollte aber nicht verschwiegen werden, dass auch die Arbeitgeber in der Pflicht sind, für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu sorgen“, betonte Anne Janz, Gesundheitsdezernentin der Stadt Kassel, bei der Eröffnungsfeier. Stattdessen habe sich der Arbeitsalltag vieler Menschen verdichtet, die Aufgaben für Familien seien größer geworden. Das Kranksein dürfen sich daher viele gar nicht mehr erlauben. „Manchmal wird mir Angst und Bange, wenn ich sehe, wie wir schon den Kleinsten zumuten, immer volle Leistung zu erbringen“, so Janz. Die acht Plätze im Kindergenesungshaus seien zwar vorerst nur ein Tropfen auf den heißen Stein, doch gleichzeitig ein bedeutsamer Anfang, bestätigt Wolfgang Gutberlet. Erweise sich das Konzept in den nächsten Monaten als tragfähig – und davon sei sie überzeugt – müsse es nicht auf kommunaler Ebene stehenbleiben, findet die Gesundheitsdezernentin.

Skepsis überwinden
Die Initiatoren hoffen, dass sich ihr Angebot, Kinder von 18 Monaten bis 14 Jahren tagsüber in einer fachkundigen Einrichtung zu betreuen und gesund zu pflegen, zu einem festen Bestandteil des deutschen Gesundheitssystems entwickelt.
Als Sabine Schäfer vor fünf Jahren begann, ihre Idee vom Kindergenesungshaus vorzustellen, stieß sie auf viel Skepsis. Die Banken waren vorsichtig, weil ein Verein als Träger des Projekts natürlich keine Rücklagen vorweisen kann. „Das gesamte Konzept war einfach zu neu, dafür gab es vorerst keine Gelder“, sagt Schäfer. Aufgehalten hat es sie dennoch nicht.
Seit August steht ihr Kindergenesungshaus im Erdgeschoss des Gesundheitszentrums Marbachshöhe berufstätigen Eltern zur Verfügung – mitsamt erfahrenem Pflegepersonal, einer Kinderkrankenschwestern und einem Koch, der die kleinen Patienten mit Mahlzeiten aus biologischem Anbau versorgt. Spielzimmer, Heilbäder, Garten und medizinische Versorgung inbegriffen.
„Ich bin gespannt auf die Ergebnisse“, äußert sich die Leiterin des Gesundheitsamts Dr. Karin Müller, „eine solche Einrichtung wie das Kindergenesungshaus brauchen wir hier!“


Kontakt:
IAKCHOS Kindergenesungshaus
Ludwig-Erhard-Str. 34
34131 Kassel
Tel. 0561/3149706
info@gzm-kassel.de
www.gzm-kassel.de

Tag der Offenen Tür im IAKCHOS Kindergenesungshaus
11. Oktober, 16-18 Uhr
Infotelefon vormittags 3 14 97 06

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