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Wolfhager Bürger demokratisieren Energiewende


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Vor einem Jahr kamen Hunderte von Interessierten zu den beiden Auftaktveranstaltungen für die Gründung einer Bürgerenergie-Genossenschaft in Wolfhagen. 40 unter ihnen waren bereit sich ehrenamtlich für die Vorbereitungen zu engagieren, arbeiteten eine Satzung aus, klopften rechtliche Fragen ab und schafften die politischen Rahmenbedingungen für die Beteiligung der Bürgerenergie-Genossenschaft an der Stadtwerke Wolfhagen GmbH - ein Schritt zur Demokratisierung der Energiewende.
Am 28. März 2012 fand in der vollbesetzten Wolfhager Stadthalle nun die Gründungsversammlung statt. Es herrscht Aufbruchsstimmung.
Wilfried Steinbock, Vorstand des Gründungsteams, zeigte sich von der historischen Dimension seiner Mission überzeugt: "Wir schreiben heute Abend Geschichte", so seine Worte. Martin Rühl, Geschäftsführer der Stadtwerke Wolfhagen rief den Anwesenden zu: "Wir wollen die Energiewende in Wolfhagen machen! Nicht aus reiner Nächstenliebe, sondern wir wollen auch schwarze Zahlen schreiben."
Der geplante Bürgerwindpark am Rödeser Berg ist dazu ein zentraler Baustein, wie sich bei der Vorstellung des Geschäftsplans durch Prof. Hans Martin zeigte. Klaus Schaake sprach mit dem emeritierten Hochschullehrer für Arbeitswissenschaft, der seinerzeit an der Universität Kassel lehrte und sich heute für die Energiewende engagiert.
Die BürgerEnergieGenossenschaft Wolfhagen bringt mit der bundesweit einzigartigen Bürgerbeteiligung an ihrem kommunalen Stadtwerk die lokale Energiewende entscheidend voran und sichert die Teilhabe an der regionalen Wertschöpfung.

Die Kunden von heute werden zum Mitgestalter und Miteigentümer von morgen: Seit über einem Jahr laufen die Vorbereitungen zur Gründung der BürgerEnergieGenossenschaft Wolfhagen. Am 1. März machten die Stadtverordneten den Weg für die genossenschaftliche Beteiligung an den sich bereits in Kommunalbesitz befindlichen Stadtwerken frei, am 28. März gründet sich die von Bürgerinnen und Bürgern getragene Genossenschaft.
Mit der genossenschaftlichen Bürgerbeteiligung ist für die Stadtwerke Wolfhagen GmbH eine Erhöhung ihres Stammkapitals verbunden.
Über ein Mehr an Demokratie bei kommunalen Entscheidungen hinaus bietet sich für die Stadtwerke dadurch die Möglichkeit, verstärkt in Erneuerbare Energien zu investieren, denn bis 2015 will die Stadt ihren Strom zu 100% aus regenerativen Quellen erzeugen.
Genossenschaftsexperte Dr. Burghard Flieger hält das Wolfhager Modell bundesweit für „den derzeit wohl innovativsten Ansatz der Bürgerbeteiligung.“

Energiewende auf lokaler Ebene vorantreiben
Für Wilfried Steinbock, Vorsitzender der Gründungsgruppe der neuen Energie-Genossenschaft liegen die Vorteile für Bürgerinnen und Bürger auf der Hand: „Wir haben als Genossenschaft zwei Stimmen im Aufsichtsrat der Stadtwerke. Somit können wir bei der Preisgestaltung mitreden und haben Einfluss auf die Geschäftspolitik. Durch den vorgesehenen Energiebeirat planen und gestalten wir Energieeffizienz-Maßnahmen vor Ort direkt mit.
Eine ,Sach-Dividende‘ aus dem Energiesparfonds fördert Einsparmaßnahmen in den Haushalten der Genossenschaftsmitglieder, zusätzlich schüttet die Genossenschaft eine monetäre Dividende von maximal 6% aus.“
Über ihre Stadtwerke-Beteiligung hinaus kann die BürgerEnergieGenossenschaft eigene Projekte entwickeln, um die Energieerzeugung aus regenerativen Quellen vor Ort zu diversifizieren und damit die Energiewende auf lokaler Ebene voranzutreiben.
Für Dr. Burghard Flieger ist dieser innovative Ansatz der Bürgerbeteiligung an einem Stadtwerk ein einzigartiges und vorbildhaftes Win-Win-Modell: Es fördert die lokale Energieerzeugung aus regenerativen Quellen sowie einen sparsamen und effizienten Energieeinsatz. Und es stärkt die regionalen Wirtschaftskreisläufe.

HINTERGRUND
BürgerEnergieGenossenschaft Wolfhagen
Die BürgerEnergieGenossenschaft will die Vision einer zukunftsweisenden ökologischen Energieversorgung verwirklichen, die Wertschöpfungspotenziale der Erneuerbaren Energien für die lokale und regionale Entwicklung aktivieren und Bürger wie Mitglieder wirtschaftlich wie ideell daran beteiligen.
Aufgabe der Genossenschaft ist die Förderung ihrer Mitglieder. „Ein Mensch- eine Stimme“ ist das genossenschaftliche Grundprinzip. Hier entscheidet nicht die Höhe der Einlage über das Stimmrecht.
Stromkunden der Wolfhager Stadtwerke können bis zu 20 Anteile zu jeweils 500.- Euro zeichnen. Auch eine Zahlung in Raten ist für den Pflichtanteil vorgesehen.
Für eine sichere, atomstromfreie und preisgünstige Strom-, Gas- und Wärmeversorgung auf Grundlage effizienter und regenerativer Energiequellen erarbeitet die Genossenschaft konkrete Förderprojekte. Parallel zum Ausbau der erneuerbaren Energieerzeugung unterstützt sie gemeinsam mit der Wolfhager Stadtwerke GmbH und der Stadt Maßnahmen, um die Energieeffizienz in Haushalten und Betrieben zu verbessern.
Die genossenschaftliche Beteiligung an der Stadtwerke Wolfhagen GmbH, einem 100%igen Tochterunternehmen der Kommune, steht im Mittelpunkt der Geschäftstätigkeit.
Über ihre Einlagen stockt die BürgerEnergieGenossenschaft Wolfhagen das Stammkapital der Stadtwerke von 1,0 Mio. auf 1,33 Mio. Euro auf und beteiligt sich mit 25 Prozent an dem kommunalen Unternehmen.
Im Aufsichtsrat der Stadtwerke vertreten zwei Genossenschaftsmitglieder die Interessen von Bürgern wie Mitgliedern. Über Veto- und Vorkaufsrechte und qualifizierte Mehrheiten kann die BürgerEnergieGenossenschaft gestaltend auf die energiepolitische Ausrichtung der Stadtwerke Einfluss nehmen.

HINTERGRUND
Der Wolfhager Weg zur Energiewende
2006 übernimmt die Stadtwerke Wolfhagen GmbH das bis dahin von E.ON Mitte betriebene Stromnetz. 2008 beschließt die Stadtverordnetenversammlung, die Energieversorgung bis 2015 zu 100% aus regenerativen Quellen gewährleisten zu wollen. 2010 gewinnt die nordhessische Kommune den Bundeswettbewerb „Energieeffiziente Stadt“ und wird mit ihren Impulsen zum bundesweiten Vorreiter für die Energiewende auf lokaler und regionaler Ebene im ländlichen Raum.
Energiepolitisches Kernziel der Stadt Wolfhagen ist eine klimaneutrale, weitestgehend eigenständige Vollversorgung aus lokalen Erneuerbaren Energien. Dazu gehören die konsequente Hebung von Energieeffizienzpotenzialen in Haushalt, Industrie und Gewerbe, die Minderung des Energieeinsatzes bei der Stromnutzung, der Gebäudewärmeversorgung und der Mobilität.
In diesen Transformationsprozess und die damit verbundene Umsetzung bindet die Stadt Wolfhagen ihre Bürger und wichtige lokale Akteure durch die Öffnung der kommunalen Stadtwerke für die BürgerEnergieGenossenschaft ein.

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