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Landkreis Kassel: Neue Netzgesellschaft mit 16 Kommunen nimmt Fahrt auf

"Nachdem sich die Parlamente von 16 Kommunen aus dem Landkreis Kassel für die Gründung eines Versorgungswerkes entschlossen haben, nimmt die gemeinsame Netzgesellschaft der Städte und Gemeinden und dem Regionalversorger E.ON Mitte AG mit dem zukünftigen Namen Energie Region Kassel GmbH & Co. KG nun zügig Fahrt auf: Bereits mit Beginn des neuen Jahres wird E.ON Mitte die Ortsnetze der beteiligten Kommunen in die neu gegründete Gesellschaft einbringen", teilt die neue Netzgesellschaft in einer Pressemeldung mit.
Dokumentation Pressemeldung:

Kurz darauf werden sich die 16 Kommunen an dem Versorgungswerk zu 51 Prozent, E.ON Mitte zu 49 Prozent beteiligen. Der Wert des insgesamt einzubringenden Netzes beträgt rund 36 Millionen Euro. Davon entfallen 18,36 Millionen Euro auf die Städte und Gemeinden. Die Kooperation steht noch unter dem Vorbehalt der Prüfung und Freigabe durch die zuständige Kartellbehörde. Alle weiteren Schritte zur Verwirklichung werden nach einem vereinbarten Zeitplan umgesetzt. Das Versorgungswerk ist keine geschlossene Gesellschaft. Weitere der ursprünglich 24 Projektkommunen können noch beitreten.

Stärkerer Einfluss der Kommunen
Nach Angaben von Silke Engler-Kurz, Sprecherin der kommunalen Energiekommission und Erste Stadträtin der Stadt Baunatal, investieren die beteiligten Kommunen mit dem neuen Versorgungswerk in das Eigentum der örtlichen Stromnetze und werden damit maßgeblichen Einfluss darauf ausüben. Außerdem partizipieren sie von der wirtschaftlichen Entwicklung der Energieversorgung. Dadurch werden zusätzliche Einnahmen für die kommunalen Haushalte erzielt. Die Kommunen organisieren sich in einer eigenen Gesellschaft, die den Kaufpreisanteil der Kommunen durch Kredite finanziert und über eine erwartete regulierte Rendite aus dem Netzbetrieb tilgt. Silke Engler-Kurz: “Mit E.ON Mitte gewinnen wir einen in der Region erfahrenen Partner. Außerdem ist sichergestellt, dass auch wichtige Zukunftsaufgaben, wie die Entwicklung von intelligenten Netzen und der Zubau und Anschluss von Anlagen zur Nutzung von Erneuerbaren Energien umgesetzt werden.“

Dirk Stochla (Vellmar), Vorsitzender der Bürgermeisterkreisversammlung des Landkreises Kassel, und Andreas Güttler, stellvertretender Vorsitzender der Bürgermeisterkreisversammlung, unterstrichen, die Ausschreibung des Kooperationsmodells und die einhergehenden Konzessionsentscheidung seien im Rahmen eines sehr komplexen, aber auch fairen Verfahrens erfolgt, um eine bestmögliche Lösung im Sinne der Versorgungssicherheit und der Wirtschaftlichkeit für die Kommunen zu finden. Die Mitglieder der Energiekommission betonten, dass durch das gewählte Rückpachtmodell E.ON Mitte als Netzbetreiber mit qualifizierten und erfahrenen Mitarbeitern vor Ort wie bisher einen sicheren, kundenorientierten, effizienten und umweltverträglichen Betrieb der Stromnetze garantiere.

Kompetenz und Arbeitsplätze bleiben erhalten
E.ON Mitte- Vorstandsmitglied Georg von Meibom dankte der Energiekommission für die faire und konstruktive Zusammenarbeit. Von Meibom:“ Wir freuen uns auf die Fortsetzung unserer Zusammenarbeit im Versorgungswerk. Die neue, gemeinsame Netzgesellschaft bietet eine gute Perspektive für die Region.“ E.ON Mitte, so von Meibom weiter, sei kompetent im Netzbetrieb und in der Einbindung von Anlagen, die erneuerbare Energien zur Strom-und Wärmeerzeugung nutzen. Ein wichtiges Ziel neben dem Erhalt der Versorgungssicherheit sei es, das Potential an Erneuerbaren Energien in der Region in konkrete Projekte umzusetzen. Von Meibom:“Mit unseren Tochtergesellschaften E.ON Mitte Wärme und E.ON Mitte Natur sowie unseren neuen Dienstleistungen Energetische Gebäudesanierung und Windservice sind wir der richtige Partner für die Kommunen und das Versorgungswerk, neue Zukunftsgeschäftsfelder gemeinsam zu entwickeln.“

Georg von Meibom unterstrich, dass die neue Netzgesellschaft auf der einen Seite die Mitwirkungsmöglichkeiten der Kommunen in der regionalen Energieversorgung erhöhe, auf der anderen Seite würde aber auch die Kompetenz von E.ON Mitte weiter genutzt und die Arbeitsplätze sowie die Wertschöpfung in der Region blieben erhalten.

An der neuen Netzgesellschaft sind die Kommunen Ahnatal, Baunatal, Calden, Espenau, Fuldabrück, Fuldatal, Grebenstein, Helsa, Immenhausen, Lohfelden, Naumburg (OT Heimarshausen), Oberweser, Reinhardshagen, Söhrewald, Vellmar und Zierenberg über eine kommunale Beteiligungsgesellschaft mittelbar beteiligt. Die kommunale Beteiligungsgesellschaft übernimmt nicht nur die Finanzierung des Netzkaufpreises, so dass auch kleineren und finanzschwächeren Kommunen die Beteiligung ermöglicht wird, sondern bündelt vielmehr auch die Interessen der Kommunen. Die Zahl der Netzkunden beläuft sich auf über 75 000, das Niederspannungsnetz hat eine Länge von etwa 1600 Kilometern.

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Kommentare

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Joe am :

Wenn man sich nicht an einer fortschrittlichen Entwicklung der Region beteiligen will, macht man halt mit E.off

orio am :

Es sist schon eine dreiste Verdrehung der Tatsachen, dass die Koopeation mit dem Atomkionzern E.on dazu führen soll, dass die KOmmunen größeren Einfluss auf die Entwicklung der notwendigen dezentralen Strukturen der Energeiversorgung bekämen.
Das Gegenteil ist richtig:
E.on wird - ungeachtet seiner 49 %igen Minderheitsbeteiligung - das Geschehen dominieren. Denn die Betriebsführung will man ja gerne dem erfahrenen Konzern überlassen. Und der wird in allen Fällen qua technischer Kompetenz seine Vorstellungen durchdrücken. Der kleine Dorfparlamentarier weiss doch nur, dass der Strom aus der Steckdose kommt. Und das Geschäftsmodell eines Stromkonzerns alter Prägung beruht auf der Verteilung von Strom aus zentralen Großkraftwerken (Kohle, Gas oder Atom, und auch Off-Shore-Windkraft!!). Da sollte man sich keinen Illusionen hingeben, was die Chancen einer regionalen Energieerzeugung angeht.

Massive Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze wird es nur geben, wenn die Erneuerbaren in der Fläche konsequent ausgebaut werden. Dann profitiert das lokale Handwerk und Gewerbe, dann entstehen Arbeitsplätze, dann erübrigen sich gigantische Überlandleitungen und dann gehen die anonymen Aktionäre der Stromkonzerne leer aus! Nur dann!

orio am :

Es ist schon eine dreiste Verdrehung der Tatsachen, dass die Koopeation mit dem Atomkionzern E.on dazu führen soll, dass die Kommunen größeren Einfluss auf die Entwicklung der notwendigen dezentralen Strukturen der Energieversorgung bekämen.
Das Gegenteil ist richtig:
E.on wird - ungeachtet seiner 49 %igen "Minderheits"-Beteiligung - das Geschehen dominieren. Denn die Betriebsführung will man ja gerne dem erfahrenen Konzern überlassen. Und der wird in allen Fällen qua technischer Kompetenz seine Vorstellungen durchdrücken. Der kleine Dorfparlamentarier weiss doch nur, dass der Strom aus der Steckdose kommt. Und das Geschäftsmodell eines Stromkonzerns alter Prägung beruht auf der Verteilung von Strom aus zentralen Großkraftwerken (Kohle, Gas oder Atom, und auch Off-Shore-Windkraft!!). Da sollte man sich keinen Illusionen hingeben, was die Chancen einer regionalen Energieerzeugung angeht.

Massive Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze wird es nur geben, wenn die Erneuerbaren in der Fläche konsequent ausgebaut werden. Dann profitiert das lokale Handwerk und Gewerbe, dann entstehen Arbeitsplätze, dann erübrigen sich gigantische Überlandleitungen und dann gehen die anonymen Aktionäre der Stromkonzerne leer aus! Nur dann!

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