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NVV-Fahrpreise auf Rekordniveau - wie sieht es in anderen Verkehrsverbünden aus?


Mit der für dieses Jahr geplanten Fahrpreiserhöhung werden die Ticketpreis im Nordhessischen Verkehrsverbund seit 2006 um durchschnittlich 23,5 % gestiegen sind. Die offizielle Inflationsrate lag für diesen Zeitraum bei 12,4 %.
Kritik an den hohen Fahrpreisen weist der NVV i. d. R. mit dem Hinweis auf gestiegene Fahrgastzahlen im Regiotram-Verkehr zurück, über zurückgehende Fahrgastzahlen bei einigen Tram- und Buslinien spricht man nicht so gern.
Und es könnte sein, dass das, was Volkswirte die "Preiselastizität der Nachfrage" nennen, von den NVV-Verantwortlichen grundsätzlich unterschätzt wird und demnächst noch mehr potentielle Fahrgäste sich für andere Verkehrsmittel und Mobilitätsformen entscheiden. Bereits heute spielt ausserhalb der Tarifzone Kassel-Plus der ÖPNV eher nur eine kleine Nebenrolle.
Ein Blick in das Tarifsystem vergleichbarer benachbarter Verkehrsverbünde offenbart nicht nur, wie phantasievoll und kundenfreundlich ÖPNV-Tarife sein können, sondern könnte auch für die anstehende Reform des NVV-Tarifsystems Anregungen liefern.
Der Verkehrsverbund Raum Braunschweig (VRB) zwischen Oberharz und Lüneburger Heide besitzt ein echtes Zonen-Tarifsystem. Eine Zone umfasst entweder die Städte Braunschweig, Wolfsburg oder Goslar oder ca. 10 bis 20 kleinere Ortschaften. Tickets sind im VRB grundsätzlich zeitgebunden und nicht wie beim NVV streckengebunden. Wer z. B. eine Einzelfahrkarte für eine Zone zum Preis von 2,20 Euro (Stadttarif 1,90 Euro) erwirbt, kann damit 90 Minuten unbeschränkt in der Zone mit dem ÖPNV fahren, also auch "Hin-und-Zurück". Ein für das Gesamtgebiet des VRB gültiges Vierer-Ticket kostet 28 Euro (NVV-Fünfer-Ticket 53,50 Euro). Die Abo-Monatskarte für das Gesamtgebiet kostet 107 Euro (NVV 178,30 Euro).

Auch der Mittelthüringische Verkehrsverbund (MTV), der sich zwischen Fröttstädt und Gera ca. 130 Km vor allem in West-Ost-Richtung erstreckt, benutzt ein Zonen-Tarifsystem. Die Fahrt über zwei Tarfizonen mit einer Einzelfahrkarte z. B. kostet 1,80, werden die Tarifzonen der Städte Erfurt, Weimar, Jena oder Gera berührt sind 2,30 Euro fällig. Bahncard-Inhaber bekommen einen Preisnachlass von 25 %, auch wenn sie Busse und Strassenbahnen benutzen. Die Tageskarte für das gesamte Tarifgebiet kostet 18 Euro (NVV 22,50 Euro), wobei es allerdings für die Bundesländer Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen auch ein gemeinsames, werktags ab 9.00 Uhr gültiges Single-Länderticket zum Preis von 21 Euro gibt. Die üblichen Zeitkarten sind im Gebiet des MTV ähnlich teuer wie beim NVV.

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Kommentare

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seb am :

Diese Verkehrsmittel müssten zum Nulltarif angeboten werden. Und die Kosten auf das Benzin. Dann sind mit einem Schlag viele (Umwelt)Probleme verbessert.

Wolfgang am :

Ist schon sehr richtig. Aber bis die Idee mehrheitsfähig ist und bis Politiker bereit sind, ihr Mandat dafür auf's Spiel zu setzen, bis dahin wird noch viel Benzin verfahren werden.

Mal sehen, ob es die Piraten durchhalten...

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