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Nato-Luftterror in Libyen forderte bereits hunderte zivile Opfer


Über den Krieg in Libyen werden wir in Deutschland nur sehr selektiv informiert. Berichte in Schweizer Medien und im englisch-sprachigen Internet lassen aber den Schluss zu, dass der seit Mitte März andauernde Luftkrieg der Nato ("zum Schutz von Zivilpersonen") mehr Zivilisten das Leben gekostet hat wie die Bodenkämpfe der verfeindeten tribalistischen Milizen und Militärs.
Die Neue Züricher Zeitung schrieb bereits am 31.3. von 40 registrierten Toten unter der Zivilbevölkerung. Seit dem sind bei ca. 10.000 Einzel-Luftangriffen über 20.000 Raketen und Bomben niedergegangen, und zwar weitgehend in Tripolis und der näheren Umgebung der Hauptstadt. Der offiziöse iranische Fernseh-Sender PressTV sprach Anfang dieser Woche von 800 zivilen Toten in Folge der Nato-Luftangriffe, wobei man wissen muss, dass der Iran zu den schärfsten Kritikern Gaddafis gehört und die Rebellen unterstützt. Zum Vergleich: In der seit Monaten umkämpften Stadt Misrata sind nach unterschiedlichen Quellen ca. 100 Zivilpersonen zu Tode gekommen.

Derweil ist hinter den Kulissen ein heftiges Gerangel um die Öl-Lizenzen der Nach-Gaddafi-Zeit ausgebrochen. Italienische und deutsche Konzerne, die wie die Kasseler Wintershall unter Gaddafi gut im Geschäft waren, haben schlechte Karten. Dem Scheichtum Katar wurde seine Beteiligung an den Nato-Angriffen und vor allem die Ausrichtung seines Fernsehsenders Al Jazeera auf Nato-Linie bereits mit den ersten Öl-Lizenzen der Rebellen-Regierung in Bengazi vergolten. Hinsichtlich der bankrotten Supermacht muss man damit rechnen, dass die sich den "Wiederaufbau" des Landes mit Öllieferungen zu günstigen Bedingungen bezahlen lässt und. wie im Falle des Irak, diverse Herrschaften auch skrupellos die Chance zur persönlichen Bereicherung nutzen werden.

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Kommentare

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Loch am :

Ja Kallok, beten Sie für Demokratie! Das wird schon helfen.

Richard Kallok am :

Na ja, beten ist nicht unbedingt die von mir präferierte Kommunikationsform. Ansonsten freue ich mich aber z. B. darüber, dass die meisten Völker und Regierungen Lateinamerikas den vermeintlichen Demokratie-Bringern aus dem Norden einen kräftigen Fusstritt verpasst haben, - und die Demokratie aufbauen

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