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Aber wir haben doch schon Ökostrom, oder?

Nix wie weg!
Greenpeace Energy hat momentan achtmal so viele Neukunden pro Tag wie sonst. Soll ich als Kasseler auch zu so einem Anbieter wechseln, der Ökostrom verkauft, weil ich die Atomindustrie nicht mit meinem Geld belohnen will? Oder ist das gar nicht nötig, weil die Städtischen Werke Kassel (STWKS) schon "Naturstrom" verkaufen?
Nicht erst seit dem Artikel "Mogelpackung - Stromanbieter verkaufen Atomstrom als Ökostrom" sind die Stadtwerke ins Gerede gekommen. Aber was hat es damit auf sich?
Die Städtische Werke AG Kassel ist Mitglied im RECS. Damit ist ihr wie jedem Mitglied in diesem System folgendes möglich:

Umetikettieren

Der Stromversorger kauft Strom an der Strombörse, z.B. einen Mix aus Atom und Kohlestrom, für 7 ct/kWh. Zusätzlich kauft er beispielsweise von einem norwegischen Wasserkraftwerk ein RECS-Zertifikat für Wasserstrom (Nur 0,05 ct / kWh). Diesen Strom verkauft er jetzt als Naturstrom. (Q). Das norwegische Wasserkraftwerk müßte seinen Strom jetzt als Atom- und Kohlestrom verkaufen. Ob das überprüfbar und transparent auch geschieht, darf man in Frage stellen.

Was hat sich durch das Umetikettieren denn nun geändert? In Norwegen wird weiterhin der Wasserstrom im Land verbraucht, in Deutschland der Atom- und Kohlestrom, nur dass der Stromversorger jetzt mit einem grünen Aufkleber werben kann. Der Großteil des Geldes, das der Kunde bezahlt, fließt weiter den Stromkonzernen zu, die den schmutzigen Strom erzeugen. "Wer RECS zertifizierten Strom bezieht, fördert damit den Erhalt von Atom- und Kohlekraftwerken und verhindert die Energiewende" (Q).
Eine Veränderung wurde durch dieses Neubenennen nicht bewirkt, da konkret Norwegen seit je her einen überwiegenden Teil seines Stromes aus Wasserkraft erzeugt. Anders wäre es, wenn der norwegische Strom real nach Deutschland transportiert würde und hier schmutzigen Strom ersetzen könnte. Genau dies, so kritisiert Herrmann Albers, Präsident des Bundesverbandes Windenergie, blockiert das Bundeswirtschaftsministerium mit seiner Weigerung, die Einspeisung von Strom aus einem Seekabel von Norwegen nach Deutschland zu regeln.

Wie echten Ökostrom erkennen?

Um echten Ökostrom zu erkennen, raten die Umweltschützer den Kunden, sich an den eigentumsrechtlichen Verflechtungen der Unternehmen zu orientieren. (Q). Die Initiative "Atomausstieg selber machen" hat auf ihrer Seite dazu Kriterien aufgestellt.

Was will ich fördern?

Wichtigstes Kriterium ist, einen Versorger zu wählen, der mit dem Strompreis neue Kraftwerke für regenerativen Strom fördert, und nicht nur den Strom umetikettiert. Die Anbieter EWS Schönau, Greenpeace energy und Naturstrom verzichten ganz bewußt auf eine Teilnahmen an dem anrüchigen RECSystem.

Zur Auswahl des Stromanbieters in Kürze mehr in der kassel-zeitung.


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Kommentare

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Lüder Kriete am :

Gut so, mehr davon!

Gerald am :

Preis spielt aber auch eine Rolle. Auf www.naturvolt.de kann man die Preise für die von "Atomausstieg selber machen" empfohlenen Anbieter berechnen lassen.

stefanauskassel am :

Ist doch völlig egal woher der NaturStrom kommt. Ob aus Deutschland oder Norwegen. Wichtig ist doch das der Naturstrom nachgefragt wird. Je mehr bestellt wird, desto mehr muss produziert werden. Momentan ist es sogar noch so, dass wesentlich mehr Naturstrom produziert wird als nachgefragt. Also Leute, steigt um auf Naturstrom, egal ob durch RECS nachgewiesenen oder den überteuerten von Lichtblick oder Greenpeace die in irgendwelche ausländischen Projekte investieren.
Mein Tip: Bleibt bei den Städtischen werken in Kassel. Die investieren nämlich auch in eigene neue Naturstromanlagen wie Wind, Sonne und Biogas. Und das in der Region Nordhessen. Zudem sind die auch wesentlich billiger als die wie Lichtblick oder Greenpeace die Geld im Ausland verpulvern wovon wir nix haben.

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