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Flughafen Kassel-Calden: Täuschung und Selbsttäuschung auf hohem Niveau


Der Luftverkehr werde deutlich zunehmen, verkündet das Internetport "regiowiki" der HNA. Die Zahl der Passagiere, die auf deutschen Flughäfen abgefertigt werden, steige von 146,7 Mio. im Jahr 2003 auf 255,6 Mio. im Jahr 2015.
Vor einigen Tagen hat das Statistische Bundesamt Zahlen zu den Flugpassagieren im Jahr 2010 vorgelegt. Sie dokumentieren nochmals, in welchem Umfang bei der politischen Durchsetzung des umstrittenen Flughafenbaus mit Täuschung und Selbsttäuschung gearbeitet wurde und wird.
Wirtschaftsmedien berichteten regelrecht jubilierend, dass die Zahl der Flugpassagiere, die in Deutschland angekommen oder abgeflogen sind, sogar leicht über dem Rekordjahr 2008 liegt. Waren es damals 168 Mio, so waren es 2010 169 Mio. .
Gegenüber dem Jahr 2003 war das eine durchschnittliche jährliche Steigerungsrate von 2,04 %. Setzt sich die Zunahme der Passagierzahlen mit dieser Steigerungsrate fort - was aufgrund zunehmender Krisenhaftigkeit durchaus zweifelhaft ist - so würden im Jahr 2015 auf deutschen Flughäfen 186,9 Mio. Passagiere abgefertigt.
Die Zahl 255,6 Mio. ist also eine reine Phantasiezahl. Sie entspringt auch nicht, wie angegeben,einer "gesamtdeutschen Verkehrsprognose auf der Grundlage des Bundesverkehrswegeplanes", sondern resultiert nur aus einem von mehreren Szenarien, das zudem auf der blossen Fortschreibung kurzfristiger Trends von Ende der 90er Jahr beruht.

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Kommentare

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Hans Weichlein am :

Flughafen Kassel-Calden - Täuschung...
Verehrter Richard Kallok, ich verstehe Ihre Verwunderung über den Passagieranstieg von ca. 75 % in zwölf Jahren nicht. Betrachten Sie doch einmal die von der FGK prognostizierten Zahlen im Vergleich dazu:
aktuell: 0 Passagiere
2013: 302.000 pax
2042: 1.000.000 pax

Diese wundersame Passagierexplosion in Prozenten auszudrücken, ist für mich zu schwer, da halte ich mich doch lieber an Europamathematik. Auf Seite 12, Abs. 58 der Begründung für die erneute
Notifizierung liest der erstaunte Nichtmathematiker den Satz: "Die Erhöhung der Mittel (von 151 auf 225 Mio Euro)führt auch nicht zu einer höheren Beihilfeintensität, die wie schon zum Zeitpunkt der ersten Entscheidung 100 % beträgt". Noch Fragen? Wenn also Ihre Frau für ihre Einkäufe früher 50 Euro ausgegeben hat, heute dagegen 250 Euro verplempert, nicht schimpfen, es bleibt ja bei 100 %.

Lüder Kriete am :

Hallo meine Herren, aber um was geht es (Euch/Ihnen) denn hier?

Wolfgang Ehle am :

Jungs, nicht aufregen. In Calden wird alles anders. Da gelten diese Prognosen ohnehin nicht. Denn hier wird ein profitabler Point-to-Point Flugverkehr zum Beispiel nach und von Gan Canaria durchgeführt. Durch das zusätzliche hohe Frachtaufkommen speziell zwischen diesen beiden Destinationen schreiben die Airlines insgesamt schwarze Zahlen. Und nebenbei stoppen sie den demografischen Wandel: Junge Spanier kommen hierher und alte Nordhessen auf die Insel.

Wer wollte da noch an der Weisheit eines Herrn Posch zweifeln?

Hans Weichlein am :

Kann man denn nicht schon heute auch nicht ganz so alte Menschen auf die Insel schicken, nicht nur aus Nordhessen? Sie müßten dann allerdings ab Frankfurt fliegen, Calden geht ja nicht wegen der "abgenutzten Landebahn" (O-Ton EU-Kommission).

Eine Kandidatenliste kann kurzfristig erstellt werden, angeführt vom weisen Herrn Posch.

Wolfgang Ehle am :

We ich den zwischen Ihren Zeilen hindurch scheinenden Wunsch richtig lese, würde diese Maßnahme einen signifikanten Anstieg der Paxe-Zahlen auf Rhein-Main nach sich ziehen.

Als ehemals betroffener Anwohner des Flughafen-Umlandes muss ich leider sagen: Das wäre gegenüber den Südhessen aber ganz schön gemein!

Hans Weichlein am :

...macht nichts, ich bin ehemals Betroffener des Fluglärms in Düsseldorf. Die Hessenomas und -opas können meinetwegen auch ab dort fliegen.

Wolfgang Ehle am :

Ich will das Thema jetzt nicht überdehmen, aber ab Düsseldorf gibt's doch fast nur Nachtflüge mit UPS. Da fehlt einem dann doch der Komfort...

Hans Weichlein am :

Verwöhnter Bengel !

MR am :

Ich freu mich, dass die Gegner von etwas ausnahmsweise mal so gut gelaunt sind. Es fehlt die Verbissenheit, das gefällt mir. Auch btritt der Bügrer hier mal als "echter" Betroffener auf, d.h. er spricht von matters of concern, also von Dingen die 'ihn' selbst betreffen oder betroffen haben, und nicht als Stellvertreter...

Hans Weichlein am :

...und ich freue mich, dass Sie als Callcentersüchtiger Zeit für diesen Kommentar gefunden haben - an einem Sonntag!!!

Wolfgang Ehle am :

Von wegen verwöhnt! Die Nachtflüge sind _Fracht_flüge - daher auch für einen gestählten Obergefreiten der Reserve von 1968 eher unkommod!

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