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Christian & The 2120's - Nolo Contendere

Schweden ist bei uns in weiten Bereichen unbekannt. Leider auch bei zeitgenössischer, populärer Musik. Hier nun kommt einer aus Västra Götalands län im südwestlichen Winkel des Landes. Und der macht das wirklich gut. Roots-Musik, die mit allen Wassern gewaschen ist: Blues, Boogie, Rock, Folk. Da dampft es aus den Boxen und manch einer wird nachschauen, ob nicht ein Alligator unter seinem Sofa knurrt. Der Weg durch Wälder, Sumpf und Moor ist Abenteuer pur; die Pfadfinder klasse - Christian & The 2120's!
Durch 12 ursprüngliche Audiotope führt der Weg. Für Christian hat er in Chicago begonnen. Dort, in der 2120 Michigan Avenue residierte die Plattenfirma Chess Records. Diese hat mit ihren zahlreichen Künstlern nachhaltigen Einfluss auf die Musikgeschichte der Welt geübt. Für Herrn Smedström war ihre Adresse Namensgeber für seine Band. Und den Artikel davor haben ja alle großen Bands. Also los:

Los geht's im Galopp über die Heide. What Else Is New ist ein Song über die gemeinsamen Unterschiede und unterschiedlichen Gemeinsamkeiten, die Träume so mit sich bringen können. Die Instrumentierung; Christian: Gitarren, Baritongitarre, Gesang; sowie Tobbe Bövik: Schlagzeug, Joel Lundberg: Bass + Keyboard; geht mit schnellen, kurzen Anschlägen zur Sache. Willkomen im Sumpf! Jetzt geht's deutlich schwerer voran. Dafür aber mit mehr Kraft. Evil Ways braucht einen verzerrten Bass, lautes Gitarren Solo und ein treibendens Schlagzeug. Die Wege durch's Abenteuer sind eben nicht immer gepflastert.
Hotell Ett, Oskarshamn

the2120's | MySpace Music Videos


Gone to Hell beginnt mit einem gediegenen Honky-Tonk-Piano. Das Stück kommt fast demütig daher: sanft, angemessen, schön. Mit solchen Melodien verliert die Hölle ihre Schrecken. Bei (stop) Chasin The Tail nimmt die Band wieder Fahrt auf. Wieder dieser verzerrte Klang, wie er bei so mach alter electric-Blues-Aufnahme zu hören ist. Christian streut einiges Sliding ein. Ms Johanna unterstütz mit Background Gesang - hörenswert. She Said Burn entzündet ein wildes Feuer im Moor. Hier leuchten weder Glühwürmchen noch Irrlichter. Hier brennt der Busch. Zum Refrain "Who do you love" hämmert ein Klavier in bester Velvet Underground Manier. In drei Minuten fünfzehn ist alles abgefackelt - aber die Hitze bleibt.

Es folgt mit Freefall das Personal-intensivste Stück des Albums Nolo Contendere. Ein ruhiges, nahe am Folk angesiedeltes Stück, hat Harmonie-Gesang und eine Mandoline (Thomas Ponthen) zu bieten. Christian steckt nochmals den Glasfinger auf. Okay, das Kräfte sammeln hat geklappt, es wird wieder rockiger: Bringer Of Headache (and such) glänzt mit kantigen Riffs und Improvisation.


Pin Your Soul ist keine Voodoo-Hymne, sondern knackiger, schwingender Rock. Der Flügel klingt als würde er im Inneren mit Schlegeln bearbeitet. Das Schlagzeug klopft lange nur an die Bass-Drum, explodiert dann aber. Mit 5:38 das längste Lied der CD.

Und noch einmal dieses hervorragende Bar-Piano. The Last Kiss ist eine Ballade mit einer sehr prägnanten Bass-Linie. Die Gitarre hält sich lange zurück, um dann doch voller Kraft und Freude eine Duftmarke zu hinterlassen. Und nun der super-coole Tribut an den Boogie. It Ain't Cool macht einen saustarken Eindruck. Dem Chor stand 'Sympathy for the Devil' Pate, aber hier geht's um eine andere Kategorie. Hätte gerne 10 Minuten länger sein dürfen. Auch Some People überzeugt durch die Spielfreude der Band. Aus der Erinnerung an die Vorbilder ist eine überzeugende eigenständige Musik geworden, die keinen Grund hat nur in den schwedischen Wäldern gehört zu werden. Mit dem abschließenden God Says Nothing Back, das daher kommt wie Frühnebel an einem beginnenden Sommertag, rundet Christian & The 2120's einen wohl klingenden Gesamteindruck kunstvoll ab. - Eine erste kurze erfolgreiche Stippvisite hierzulande ist gerade beendet. Im Herbst soll mehr folgen. Das ist schön! (D.M.A and Misty Music)


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