Skip to content

Mein Röntgenblick auf Bettenhausen - Teil 26 – Der Dorfplatz brennt

Der Dorfplatz in Bettenhausen brennt am Sonntag den siebten September von zehn bis elf Uhr nachts.... die meisten Anwohner hängen lediglich am Fenster...
Eben schlug es auf dem Dorfplatz 13! Vor zehn Minuten, also um zehn Uhr nachts. Ich bin im Schlafzimmer und will mich ins Bett legen, aber es stinkt bestialisch und mir wird übel. Als ich aus dem Fenster gucke steht da ein Feuerwehrauto und überall sind Männer mit Taschenlampen und stecken die Köpfe zusammen. Ach du Scheiße, es brennt, habe ich gedacht und bin im Schlafanzug raus auf die Straße. Das ist ja wie bei den Assis habe ich gedacht als ich unten war: Im Schlafanzug raus auf die Straße! Aber dann ist mir eingefallen, dass ich nur im Schlafanzug auf die Straße renne, wenn ich glaube, es brennt und bis jetzt hat das immer gestimmt – es hat jedes Mal total gebrannt!
Was brennt denn hier, habe ich gefragt. Das Kabel da in der Erde, das brennt, hat ein Feuerwehrmann gesagt und ich bin käseweiß geworden, weil die Benzintanks von den Baumaschinen bei uns vorm Haus stehen und in etwa daneben brannte dieses Kabel. Das stinkt ja bestialisch, habe ich gesagt. Ja, hat der Mann gesagt, das Kabel brennt.
Das gehört zur Straßenbeleuchtung, Starkstrom, sehen sie ja hier überall, man sieht ja nichts mehr, sind ja alle Lampen aus hier unten. Ja stimmt, habe ich gesagt, man sieht ja nichts mehr.
Ist das denn Branntstiftung, habe ich gefragt, weil, hier steht ja auch das Dixiklo für die Bauarbeiter, sehe sie ja, und das wird dauernd umgeschmissen und das ist immer Absicht, aber sie haben noch keinen gefasst. Ja, wenn wir das wüssten - das wissen wir nämlich nicht, hat der Feuerwehrmann gesagt.
Zum Schluss kam noch einer, der sollte das Kabel reparieren, weil hier unten die Straßenlampen ausgefallen sind und das macht er gerade. Also: jetzt!

Ich bin also im Schlafanzug wieder ins Haus und dann ist mir eingefallen, dass mein Nachbar K. mich auch dauernd im Schlafanzug sieht – und das kommt beispielsweise so:
Ich schlafe und die Nachbarin von gegenüber klingelt Sturm. Als ich aufmache ist sie käsebleich und stottert, der K. ist auf dem Dachboden und macht irgendetwas mit den Dachziegeln. Hören sie mal, dieser Lärm, furchtbar. Ich brauche einen Zeugen, aber, also ich gehe da nicht auf den Boden, wer weiß was der K. sonst mit mir macht. Ist mir egal, was er macht, habe ich gesagt und bin im Schlafanzug auf den Dachboden.
K. hatte gerade ein Loch ins Dach gemacht um im Gewittersturm zu beobachten wo das Wasser durchs Dach fließt.....
Warum machen sie denn da ein Loch ins Dach, habe ich ihn gefragt. Was machen S.SSSII.II.IIEE.E.E.E.E.E.E denn hier, hat er gefragt, ich dachte sie wohnen in Stuttgart! Ja, aber ich bin wiedergekommen habe ich gesagt, also, warum machen sie da ein Loch ins Dach? Daraufhin hat er angefangen meinen Schlafanzug anzustarren. Ist, was nicht in Ordnung Herr K., habe ich gefragt. Das ist Bauernmalerei, da auf meinem Schlafanzug, hat meine Kusine gemacht, handgemalt, ist doch schön und außerdem habe ich den Schlafanzug schon seit 1985!
Vielleicht war es das. (?!)
K. hat also Ziegel aus dem Dach genommen, ein dicker Wasserstrahl schoss auf den Boden, ich habe die Hand darunter gehalten und gesagt: Herr K. hier läuft Wasser durch das Dach – aber wie sau. Das ist gut so, hat K. gesagt – ich habe das Dach repariert, jetzt müssen sie mir Geld geben!
Daraufhin habe ich angefangen Herr K. anzustarren, er trug nämlich eine amtliche Uniform, weil das in seinem Beruf Pflicht ist.
Herr K. sie haben das Dach nicht repariert, sie haben es kaputtgemacht und Frau F. hat mir Beschied gesagt, damit ich Zeuge bin, hab ich gesagt. Sie sind kein Zeuge, sie haben nichts gesehen, hat er zu meinem Schlafanzug gesagt. Ich bin ganz klar Zeuge, ich sehe doch was sie gerade machen und außerdem halte ich offensichtlich meine Hand unter ihr Loch und es schifft darauf wie Sau, habe ich zu seiner Uniform gesagt.
Das habe ich gerade repariert, hat er zu meinem Schlafanzug gesagt. Sie haben ein Loch gemacht, habe ich zu seiner Uniform gesagt. Das wird teuer für sie, hat er zu meinen Schlafanzug gesagt, sie müssen das bezahlen, wenn das Dach kaputt ist und ich wollte ihnen doch helfen. Sie haben das Loch gemacht, habe ich zu seiner Uniform gesagt. Das können sie doch gar nicht beurteilen, hat er zu meinem Schlafanzug gesagt. U.s.w., U.s.w
Das Ende vom Lied: Wir haben das Dach neu decken lassen müssen und K. hat bei uns einen dicken Berg Schulden und in seiner Uniform habe ich ihn schon lange nicht mehr gesehen.

Scheiße – schon wieder Tatütatata und es stinkt auch wieder – Ich muss rrraaaauuus und gucken was jetzt schon wieder los ist – Zwei Männer und ein Dieselgenerator vor meinem Fenster – Die Abgase hängen über meinem Bett....Noch zwei Feuerwehrautos mit Tatütata – das ist heute wieder Scheiß-laut hier! Außerdem ist mir schlecht von den Abgasen, wenn das so weitergeht muss ich mich übergeben – Hoffentlich kriegt mein Schlafanzug nicht ab – den habe ich nämlich schon seit 1985!

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

Sascha K am :

Och nöö...

So sorry, aber ICH habe das Kabel dort erst wieder angeflickt, weil uns das (Straßenbeleuchtungs-)Kabel geklaut wurde!!! Jetzt darf ich als dort beschäftigter Mensch wieder dort hin und alles reparieren.

Also nicht nur MIR geht der Kabelklau hier in Kassel langsam auf den Geist (und nicht nur das...), wird ZEIT, diese Kabel GLEICH NACH DER VERLEGUNG unter Spannung zu setzen, damit sowas nicht mehr passiert...

Gute Nacht!

Sabine Scheffer am :

Ehrlich....geklaut?? Ich dachte, das Neueste hier unten wäre, dass schon wieder Autoscheiben eingeschmissen worden wären und Kinder täglich das Klopapier aus dem Dixiklo klauen und durch die Gegend werfen...
Laut HNA werden überall Regenrinnen geklaut....aber das Stromkabel? Stand das denn nicht unter Starkstrom? Kann man die Dinger nicht endlich eingraben?
Mach ma!

junge am :

Unsere Korrespondentin in Bettenhausen hat doch immer eine spannende Geschichte parat. Haben bestimmte Stadtteile vielleicht etwas Magisches, so wie auf Monte Veritá?

Sabine Scheffer am :

Magisch? ...? Schön wärs...Bettenhausen ist doch nur der offizielle Kasseler Hinterhof...Ich habe mit Matthias P. Gibert gesprochen, der in seinem neuen Krimi "Kammerflimmern" alles Böse in Bettenhausen geschehen lässt. (Ich schreibe einen Artikel über seine Lesung sobald ich Zeit habe!)Außerdem habe ich mit Giberts größten Fan gesprochen, der sagte: Ja,ja das Milieu - das weiß man ja, wie es in Bettenhausen so ist...das kennt man ja...Ich wollte unbedingt wissen, was er meint - aber er sagte, dass dürfe er nicht sagen, weil er sonst in Gefahr gerät!!!!!!!!!!!!!!!
Höhöhöh....geil!

mädchen am :

ja eben, dramatisch allemal und darum abstoßungsanzüglich! Oder: In Gefahr und größter Not ist es in B.h. am Schönsten!

Sabine Scheffer am :

hihihi...ABSTOßUNGSANZÜGLICH....hihihi: gutes Wort!

Wolln se ma sehen, wies hier widder uussieht, wenn widdder eina das Klo umschmeissen tut?
De Bauabbeidder müssen jedden Morjen das Klo widda uffstellen....Hähähä

mädchen am :

ich hab allmählich den Eindruck, dass da die CIA - kurz, die "Firma" - am Werk ist...

Kommentar schreiben

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

BBCode-Formatierung erlaubt
Formular-Optionen