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Mein Röntgenblick auf Bettenhausen - Teil 19 -

Wenn der Bettenhausener mal Freizeit macht….und dabei tatsächlich einen Schatz entdeckt
Wenn der Bettenhausener bei Sonnenschein seinen Stadtteil mal verlässt geht er gerne an die Fulda. Die fließt in Bettenhausen schließlich auch, hinten an der Müllverbrennung nämlich, wo unsere Losse einmündet und der Bettenhausener kennt sich so gesehen schon ein bisschen aus, denn die Fulda die gibt es in Bettenhausen eben auch.

In meinem Fall hieß das, ich bin ins Auto, weil es noch drei Wochen TÜV hat und ich deshalb ein bisschen herumfahren wollte und bin runter an die Buga – ist ja fast vor der Tür, wenn man Auto fährt.
Da bin ich vom Parkplatz über die Wiese ans Ufer vom Bugasee und an der Wasserkante losgelaufen - immer geradeaus und immer am Wasser entlang. Man will je schließlich mal was sehen, wenn man aus Bettenhausen raus kommt. Und da die Sonne schien funkelte da was am Wasser. Und noch was und noch was und noch was. Da bin ich näher ran. Da glitzerte was und ein Stück weiter glitzerte noch was und in der Sonne sah das alles ganz toll aus.
Und da der Bettenhausener gerne mal was aufhebt, wenn es auf der Erde liegt und keinem gehört und es in die Tasche steckt und mit nach Hause nimmt, um zu Hause nachzugucken ob es vielleicht wertvoll ist, war ich nach nur fünf Minuten Besitzer von 30 braunen, perlmuttglänzenden, in der Sonne perlmutt-funkelnden, Muscheln.
Da fiel mir schon auf, das da was nicht stimmen kann, beziehungsweise, das das was ich da gefunden hatte auf keine Fall wertvoll ist, denn am Wasser lag auf einem kilometerlangen Streifen entlang der Seen ganz viel davon.
Muscheln also, keinesfalls wertvoll aber sehr, sehr faszinierend:
Wie kommen so viele Muschen, groß wie Kinderhände und immer zwei Schalen aneinandergehängt, hier in die Buga?
???
Wissen Sie es?
Ich wusste es nicht.
Also habe ich Leute gefragt. Zuerst zwei Frauen. Die haben gerätselt, sie wussten es nämlich auch nicht. „Ach das haben die Kinder von Meer mitgebracht und hier am Strand verstreut“, vermutete die eine. Kann aber nicht sein – kein Kind streut kilometerlang Muscheln.
„Da müssen sie das Gartenamt fragen,“ riet mir die andere, „die streuen das hier wahrscheinlich um die Enten und die Gänse zu füttern, die holen sich dann das Fleisch da raus.“
???
Ich bin dann los um die großen Graugänse zu beobachte. Die haben gemacht was Gänse immer machen. Sie sind in großen Gruppen über die Wiesen gelaufen und haben hart gearbeitet. Gänse müssen wirklich arbeitet, wenn sie fressen wollen: Sie rupfen unentwegt Grashalme aus, stundenlang.
War wenig wahrscheinlich, dass sie die Muscheln fressen, kann aber sein.
Dann habe ich einen jungen Kerl gefragt, der hatte keine Idee.
???
Dann eine Frau: „Ach das ist noch von der Documenta,“ hat sie gesagt, „da schütten die draußen an der Buga Muscheln an den Strand, für die Gäste.“ Nette Idee.
???
Dann hatte ich endlich einen der was wusste: „Das sind Flussmuscheln“, sagte der Wirt vom Bootshaus am Auedamm, „die haben wir beim Saubermachen unten an der Fulda immer massenweise.“
Volltreffer – Ich habe im Internet recherchiert (ich habe ja noch meine Besenstiel, s.o.) und Bilder gefunden, die genau das zeigen, was hier bei mir auf dem Schreibtisch liegt. Nur auf den Bilden sind die Muscheln sauber, meine sind außen natürlich dreckig.
Es sind unio crassus - gemeine Flussmuscheln, die gerne in stehenden Gewässern leben und bis zu fünfzig Jahre alt werden können. Andere Quellen sagen: „Die Gemeine Flussmuschel lebt in Bächen und Flüssen mit klarem, schnell fließendem Wasser über sandigem und kiesigem Substrat.“ UND: „Die Gemeine Flussmuschel steht auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten“ und ist ganz, ganz, selten geworden. BEDROHT! SELTEN! RAR!
Toll, oder? So was haben wir hier in Kassel! (massenweise)
– Mal ehrlich – hätten Sie es gewusst?

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Kommentare

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Gertrud Salm am :

Keinesfalls hätte ich das gewusst, ich dachte, hier gäbs nur Miesmuscheln.Aber deren natürliche Feinde sind Walrösser und Austernfischer und nordhessische Saubermacher.

Sabine Scheffer am :

Miesmuscheln sind die Austern des kleinen Mannes - kleine Männer hat es hier zwar,(in unserem Haus wohnt auch einer...) aber für ne ordentliche Miesmuschel fehlt den Bettenhusenern das salzige Meer....
In Bettenhausen gibt es auch keinen Nordseeladen....aber in der Losse stehen manchmal Männer und angeln...Äh - habe ich was verpasst? Nordhessische Saubermacher? Hä? Mist mir fehlt irgendwie der rote Faden.... (!!!)

Martin Reuter am :

Ich dachte schon, die Bettenhusener wären in Tiefschlaf gefallen oder zu gemeinen Sprachlos-Muscheln geworden.

Gertrud Salm am :

Nichts verpasst, nur ich hab was vergessen:
keine, das kleine Wörtchen keine. Muss also richtig heißen: keine nordhessische Saubermacher.Tschuldigung für die Sinnverwirrung.

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