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Städtische Werke und Arbeitsförderung helfen bei Stromschulden

"Stromkunden mit Geldnöten werden es gern hören: Die Städtische Werke AG und die Arbeitsförderung Kassel-Stadt (AFK) helfen gemeinsam säumigen Kunden, Zählersperrungen und den Aufbau von Schulden zu vermeiden", lesen wir in einer Pressemeldung.
Dokumentation der Pressemeldung:
Zentrales Anliegen: Den Kunden soll die Verantwortung nicht abgenommen werden. Vielmehr soll ein säumiger Stromverbraucher in eigener Verantwortung die Weichen für eine ernsthafte Schuldentilgung stellen.Gerade wenn die Schulden schon auf ein erhebliches Maß angewachsen sind, ist es für Bezieher von Arbeitslosengeld II schwer, das nötige Geld für die Zahlung der Rückstände aufzubringen. Grundsätzlich hat der Gesetzgeber für diesen Fall zwar vorgesehen, dass die Arbeitsförderung ein Darlehen gewähren kann - doch auch ein Darlehen muss zurückgezahlt werden.AFK und die Städtischen Werke empfehlen dem Schuldner, bereits bei Erhalt der ersten Mahnung das Gespräch mit dem Energieversorger zu suchen. So soll eine Regelung gefunden werden, um eine Sperrung noch rechtzeitig zu verhindern. „Mit uns kann man auch in schwierigen Situationen reden“, ermuntert Andreas Helbig, Vorstandsvorsitzender der Städtischen Werke. „Reagiert der Schuldner allerdings nicht auf die Mahnung, wird die Energieliefersperre mit entsprechender Terminankündigung eingeleitet.“ Mit diesem „Warnschuss“ wird er noch einmal nachdrücklich aufgefordert, umgehend einen Weg aus der Schuldenmisere zu finden.Nach Erfahrung der AFK kommen viele Schuldner erst, wenn Strom, Gas, Wasser oder Fernwärme bereits abgestellt sind. „Aber auch dann müssen wir zuerst den Gang zum Versorger verlangen“, erläutert Stadtkämmerer Dr. Jürgen Barthel. „Manch einer muss lernen, dass er - bevor der Staat helfen kann - zunächst alle Möglichkeiten in eigener Verantwortung ausschöpfen muss. Ist einmal ein Zahlungsrückstand eingetreten, muss er selbst mit seinem Gläubiger klären, wie dieser wieder getilgt werden kann.“Ist die Energielieferung bereits eingestellt, so führt der erste Gang zum Energieversorgungsunternehmen. Dort kann beispielsweise mit einer Sofortzahlung der Rückzahlungswillen unter Beweis gestellt werden. In jedem Fall aber sollte der Säumige selbst eine angemessene Ratenzahlung anbieten, erklärt Dr. Barthel.Bevor die AFK zwischen dem Schuldner und den Werken vermitteln und helfen kann, prüft sie auch, ob zusätzlich Schulden aufgelaufen sind und ob der Schuldner - anstelle seine Stromrechnung zu zahlen - eventuell andere Gläubiger bedient. „Hier müssen wir oft klarstellen“, so Dr. Barthel, „dass die Zahlung von Miete und Energie absoluten Vorrang hat. Zahlungen für Ratenkäufe, Handy-Rechnungen oder an Inkassobüros können nicht geleistet werden, wenn dadurch kein Geld mehr für den Lebensunterhalt, die Miete und die Stromrechnung bleibt.“ Ansonsten sei jede Hilfe sinnlos, da es früher oder später wieder zu Rückständen kommen wird.Sind die Energieschulden Teil einer größeren Gesamtverschuldung - nach Erfahrung der AFK gar nicht so selten - so schickt die Arbeitsförderung den Hilfebedürftigen zunächst zur Schuldnerberatung. Dort kann das Schuldenproblem insgesamt bearbeitet werden kann - nicht zuletzt, um Wiederholungssituationen zu vermeiden.Andreas Helbig von den Städtischen Werken versichert: „Bei einem erstmaligen Zahlungsrückstand werden wir uns immer auf ein angemessenes Ratenangebot einlassen. Dabei sollten die Schulden möglichst schnell getilgt sein.“Die AFK kann eine solche Ratenvereinbarung durch eine Abzweigung aus dem Arbeitslosengeld II absichern. Das ist vor allem dann eine wichtige Hilfe, wenn es wiederholt zu Zahlungsrückständen gekommen ist. Voraussetzung allerdings: Der Schuldner ist mit einer Abzweigung aus seinen monatlichen Leistungen einverstanden. Dabei achtet die AFK darauf, dass die Belastung für den Schuldner möglichst erträglich bleibt. Die finanzielle Belastung soll nicht höher sein, als sie durch die Rückzahlung eines Darlehens wäre.Die vom Schuldner veranlasste Abzweigung aus dem laufenden Arbeitslosengeld ist durchaus eine selbstständige Schuldentilgung, auch wenn die AFK diesen Prozess unterstützt. Mit jedem abgezweigten Monatsbetrag sinken die Schulden Zug um Zug. Und sobald der Schuldner eine Arbeit aufnimmt, tilgt er den Restbetrag aus seinem Arbeitseinkommen weiter.Die Vermittlung zwischen Energieschuldner und Energieversorgern klappt nach Auskunft von Dr. Jürgen Barthel sehr gut. 2007 ersparte dieses Verfahren immerhin 171 Familien die Sperrung der Energieversorgung.

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Kommentare

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Martin Reuter am :

Lieber Herr Schaake, wie kann man eine solche Meldung unkommentiert weiterreichen? Die Überschrift ist doch schonmal falsch: Es geht nicht um Hilfe, sondern um Überschuldungs-Abzahlungs-Strategien, d.h. um die Aufrechterhaltung von Zahlungsfähigkeit. Voraussetzung: "Der Schuldner ist mit einer Abzweigung aus seinen monatlichen Leistungen einverstanden." "Abzweigungen"?

Klaus am :

... weil fürs Kommentieren im Zweifelsfall der Herr Reuter zur Verfügung steht. Immer hin habe ich "Doku" dazu geschriben.

Martin Reuter am :

Ich finde es nach wie vor interessant, über das Verhältnis Allgemeinsprech und Selbstsprech nicht nur nachzudenken, sondern auch entsprechend zu sprechen.

Almut Jürries am :

Danke für die "Hilfe", liebe AFK!

Dass Herr Barthel sich nie dazu hinreißen lässt – oder wenn nur mit Beleidigungen gegen Hilfsbedürftige – nachzufragen, wie es denn so vielen SozialleistungsempfängerInnen gelingt, ständig Schulden anzuhäufen, ist nichts neues. Hier ein paar Anmerkungen dazu:

ALGII-BezieherInnen bekommen oft nur einen Teil der Energieversorgung bezahlt und müssen den Rest von ihrem gesetzlich nicht zu unterschreitenden Einkommen von 345 EUR bestreiten. Wie soll sich da kein Schuldenberg bei ständig weiter steigenden Energiekosten anhäufen, da das ALGII nicht an die Steigerungen angepasst wird?
Von den ständig steigenden Preisen für das tägliche Leben einmal abgesehen, sollen nun vom absoluten Existenzminimum auch noch Rück- und Nachzahlungen getätigt werden – übrigens nicht nur im Falle der Energieversorgung gibt es diese Zahlungen, so dass sich schnell mehrere zu zahlende Rechnungen anhäufen. Dies hat ja sogar Herr Barthel schon eingesehen, wie er mit der Andeutung auf die Inkasso-Büros gelungen verdeutlichte.
Wie soll das funktionieren, ohne dass ich zum Fakir werde, der nichts mehr isst?

Ich selbst muss monatlich aufgrund gestiegener Miete und steigender Energiepreise jeden Monat 80 EUR vom ALGII und einem kleinen Zuverdienst abkneifen, nur für Miete und Nebenkosten wie Gas. Ich bin in der Ausbildung und kann mir noch nicht mal Bücher und andere Lehrmittel anschaffen, weil solche sozialdemokratischen Herrn wie der sehr geehrte Herr Barthel da auch Schmarotzertum wittern würden und deshalb die Gesetze nur eine Kann-Regelung bei einer solchen Finanzierung vorsehen.

Ich könnte noch stundenlang schreiben, wie wir ALGII-BezieherInnen das bisschen Geld ständig nutzen MÜSSEN, um schlimme Löcher zu stopfen – und dazu gehört zwar ein abgestellter Stromkasten in erster Linie, aber ebenso Rechnungen von Inkassobüros –damit wir noch über die Runden kommen und nicht vor Gericht unsere Zahlungsunfähigkeit beeiden müssen.

Insofern finde ich es eine Frechheit von Herrn Barthel – der schlimmer Weise sich auch noch Sozialdezernent schimpfen darf - , dass er nicht seinen schäbigen Mund hält, ohne auch nur eine leise Ahnung davon haben zu wollen, wie SozialleistungsbezieherInnen ihr Leben managen müssen, damit sie ihre Kinder noch füttern können. Dieser Kerl gehört bei der nächsten Wahl, die bald ansteht, abgewählt! Und dieser Artikel von der Seite genommen!

klaus am :

Wenn diese Dokumentation einer Pressemeldung, die als solche gekennzeichnet ist, ein solcher Aufreger ist, zeigt das, dass sie genau hier hingehört. Denn darüber kann man mal die Originalmeldungen lesen, die so über den Äther kommen. Ich finde, dass sollte mensch aushalten können.
Nur vom Löschen werden sich die Verhältnisse kaum verändern.

Almut Jürries am :

Bezüglich des Löschens gebe ich insofern recht, als dass das Unterlassen von Schreiben auch nichts besser macht, aber - und das hat Martin Reuter ja schon angesprochen - wie man etwas schreibt und weitergibt, trägt möglicherweise etwas zu den miesen Verhältnissen bei.
Herrn Barthels Aussagen unkommentiert wiederzugeben, hat aus meinen Augen eine eigene Aussagekraft...
Deshalb bleibt bei mir beim Lesen dieses Artikels ein wütender Beigeschmack durch eigene Betroffenheit.

klaus am :

Wäre es da nicht konsequent, Ihrem Ärger, Wut und Betroffenheit in einem offiziellen Schreiben an Dr. Barthel und vielleicht auch an die Stadtwerke Ausdruck zu verleihen?
Da könnte man dann auf deren Reaktionen warten und auch damit arbeiten und sie ggf. in kassel-zeitung dokumentieren.

Almut Jürries am :

ich habe erst jetzt wirklich begriffen, was das Wörtchen "doku" auf der Seite bedeutet: Dass der Text nicht von Klaus Schaake selbst geschrieben wurde, sondern zitiert wurde. Insofern bin natürlich dafür, dass der Artikel auf der Seite so bleibt.
Ich würde mir wünschen, dass es mir früher aufgefallen wäre. Dazu könnten die BetreiberInnen der Seite was beitragen?
Ich hab mir die Zeit für den Kommentar genommen, aber ob ich es schaffe, das gleiche noch mal an Herrn Barthel zu richten - von dem ich mir eigentlich keine Reaktion vorstellen kann -, behalte ich mir erst mal vor.
Mein Lob an die Seite möchte ich hier trotzdem noch loswerden (denn meine Wut hat nichts mit ihr zu tun)! Schön, dass es sie gibt!

klaus am :

Danke für den Hinweis. Wenn man sich in Kreisen bewegt, in denen dieser Jargon nichts ungewöhnliches ist, vergisst man darüber gern mal diejenigen, denen es nicht so geht. Betriebsblindheit halt.
Die Zeitung kann da nichts machen, eher die Autoren. Ich habe das nun verändert und werde das in Zukunft auch deutlicher machen.

Martin Reuter am :

Aufregung verständlich und berechtigt, Weitertransport verdienstvoll, Löschen nicht gut, Frage des Nachrichtenstils nach wie vor offen, falls sich jemand dafür interessiert...

demokratie am :

Die Linke und Meinungsfreiheit...ist schon toll. War das das nicht immer einer der größten Kritikpunkte an der hiesigen Presselandschaft, dass dort Nachricht und Meinung zu häufig vermischt werden?

Martin Reuter am :

Kalauerproduzent Nr. 5 hat mal wieder zugeschlagen! 1) Klaus Schaake hat eine offizielle Meldung weitergegeben und dies korrekt mit "Doku" überschrieben. 2) Daraufhin gab es verschiedene Reaktionen, die mit "links" rein gar nichts zu tun haben. Wenn 3) Nr. 5 überhaupt begreift, was mit diesen Unterscheidungen einmal gemeint war und heute möglicherweise gemeint sein könnte. "Meinungsfreiheit" sollte wenigstens einen Hauch von "Sache" enthalten.

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