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Das Grimm-Universum

Geschichte, Sprachforschung, Märchen, schöne Aussichten oder moderne Ausstellungen: Für jeden Geschmack hat die Grimmwelt ein Angebot. Alle von den Brüdern Grimm beeinflussten Bereiche sind in diesem Museum veröffentlicht.




„Mama, schau nur, da gibt es ein Süßhaus. Ich will das alles essen!“ Die vierjährige Tochter läuft fröhlich zur Mutter. Während das Kind so begeistert von der Märchenwelt ist, untersucht Mama die Grimm´schen Handschriften. „Und wo ist Papa? Ich will, dass wir alle zusammen dahin gehen“, ist die Tochter kaum zu halten. In der Zeit spielt der Vater mit dem Sohn ein Wortspiel. Sie diskutieren ganz aktiv, welche Wörter sie jetzt in den Computer eingeben sollen.

So ist die Grimmwelt: Für jeden Besucher gibt es etwas ganz Besonderes. Für den Betrachter von außen stellt sich die Frage, wie man zu dieser Vielfalt gekommen ist?

Nach dem Architektur- und Ideenwettbewerb, wo die zahlreichen Projekte, wie dieser Ort eingerichtet werden kann, vorgestellt wurden, wurde die Grimmwelt endlich in 2015 eröffnet. Seitdem steht das Museum sowohl für feste als auch für Sonderpräsentationen zur Verfügung. Das aktive Entdecken der deutschen Sprache und Sprachgeschichte sowie die lebendige Vermittlung von Grimms Märchen sind dort jederzeit zu finden. Viele weitere Erlebnisse warten auf die Besucher in dem Sonderausstellungsraum.

Die Grimms von A bis Z

Ob Sprachwissenschaftler oder Märchensammler: Für jeden Aspekt des Lebens der Brüder Grimm gibt es eine Schau. Dafür gliedert sich die Haupthalle in 25 Teile, jeweils einem Buchstaben entsprechend. „Z“ steht zum Beispiel für Zettel, auf denen die Grimms alle für sie wichtigen Informationen aufgeschrieben haben. Jeder Geschichte, jedem Märchen oder Artikel entspricht ein Zettel. Das andere Beispiel wäre „O“ für Organisation. Wilhelm und Jacob Grimm haben mehr als 1400 Leute kennengelernt, die sie unterstützt haben. Politiker, Wissenschaftler, Erzähler – mit allen blieben die Brüder in Verbindung. Weil Facebook und E-Mail erst etwa 150 Jahre nach den Grimms erfunden werden sollten, haben Jacob und Wilhelm Briefe geschrieben – sehr viele. Ihr Briefnetzwerk umfasst fast die ganze Welt, was von Anfang bis zum Ende an der großen elektronischen Karte zu beobachten ist.

Die Grimms von A bis Z

Sprachforschung und Das Deutsche Wörterbuch

Für diejenigen, die Germanistik studieren, Sprachforscher sind oder sich einfach für Geschichte interessieren gibt es in der Grimmwelt viel zu entdecken. Jacob und Wilhelm gelten als die Mitbegründer der Germanistik. Seit sie in Kassel waren, begann Jacob seine Arbeit an der Deutschen Grammatik. Später haben die Brüder angefangen Das Deutsche Wörterbuch zu verfassen. Dessen ganzen Weg kann man in der Grimmwelt anhand von 14 Szenen betrachten. Ungewöhnlichkeit und Tiefe der aus Papier geschnittenen Bilder können jeden Besucher verzaubern. Jedem Bild entspricht eine Periode oder ein Ereignis, das die Brüder beeinflusst hat.

Die Ungewöhnlichkeit und Tiefe verzaubern

Darüber hinaus zeigt der ganze Raum, der dem Deutschen Wörterbuch gewidmet ist, den kolossalen Umfang der gemachten Arbeit. Der Eindruck verstärkt sich auch durch alle an der Wand hängenden Ausgaben des Wörterbuchs.

Alle Ausgeben Des Deutschen Wörterbuches auf einer Wand

Wer daran interessiert ist, seinen Wortschatz zu erweitern, dem hat die Grimmwelt auch etwas zu bieten. Am Anfang ist es dabei sinnvoll ein „Wortnetz“ zu bilden, womit sich Vater und Sohn in der oben beschriebenen Szene beschäftigt haben. Dafür gibt es drei Computer, die man mit Wörtern und ihren Synonymen „füttern“ muss. Da kann man auch mit Freunden spielen und etwas voneinander lernen. Wer das nicht tun will, kann einfach alles lesen und dabei neue Wörter entdecken. Zum Beispiel, welche Synonyme das Wort Liebe hat: Gefühl, Gewohnheit oder einfach der Name der Freundin?

Neue Wörter zu lernen macht einfach Spaß

Darüber hinaus hat die Grimmwelt auch einen Ort für die Leute, die Quatsch machen wollen, reserviert. „Ärschelein“ – so heißt das Teil der Ausstellung, wo man neue Ausrufe, Flüche und sogar Schimpfwörter lernen kann. Von A wie „Autsch“ bis Z wie „Zettelfresser“ – hier gibt´s alles.

Bin ich jetzt der Zettelfresser?

Die kleine Märchenwelt

Ob Klein oder Groß: Zum Held eines Märchens zu werden, davon träumt doch fast jeder. Die Grimmwelt ist ein wunderbarer Platz, um diese Wünsche zu erfüllen. Wissenschaft und Märchen sind durch die Treppe voneinander getrennt. Die ganze untere Etage ist – egal ob Schneewittchen oder Frau Holle – der Märchenwelt gewidmet.

Die Treppe hat auch eigene Geschichte

Beim Eintreten sieht man einen kleinen improvisierten Wald, der zu dem magischen Spiegel führt. Der Spiegel lässt den Betrachter oder die Betrachterin sich so fühlen, als wäre man die Königin aus dem Schneewittchen-Märchen. Er erhöht erstmal mit der langen Rede, die mit “Sie sind sehr hübsch” endet, das Selbstbewusstsein, um danach, mit nur vier Wörtern – „Aber Schneewittchen ist schöner“ – so zu tun, als könne man sofort die Prinzessin töten. Nach dieser Besichtigung ist es möglich die sieben Zwerge kennenzulernen und sich schon als echtes Schneewittchen, das ins Waldhaus geraten ist, zu fühlen.

Und wer ist die schönste in der Welt?

Nach dem Wald stößt man auf ein Häuschen, das aus Kuchen und Zucker gebaut ist, genauso, wie im Märchen von Hänsel und Gretel. Die Süßigkeiten sind leider oder zum Glück nicht zum Essen; fotografieren darf man sie aber sehr gerne. Vorsicht sollte trotzdem dabei sein, denn wer weiß, wann die Hexe kommt!

Und die Hexe ist schon da!

Zum Schluss ist es möglich Rotkäppchens Oma zu besuchen. Ist das aber wirklich die Oma? Oder liegt da vielleicht jemand ganz anderes im Bett?

Wer nach diesem intensiven Erleben ein bisschen Ruhe braucht, für den hat die Grimmwelt auch etwas vorbereitet. Mindestens zwei Möglichkeiten bieten sich dem Besucher. Beispielsweise das Märchen vom Rumpelstilzchen in verschiedenen Sprachen zu hören. Das alles wird von Leuten verschiedener Altersgruppen erzählt. Das hilft in die Kindheit einzutauchen, weil jeder von uns dieses Märchen als Kind von den Großeltern, Eltern oder sogar den Geschwistern gehört hat. Eine zweite Möglichkeit wäre es, sich auch zahlreiche Verfilmungen der Märchen anzusehen. Beides lohnt sich.


Veranstaltungen für jeden Geschmack

Außer der festen, den Brüdern gewidmeten Ausstellung, finden in der Grimmwelt auch andere Veranstaltungen statt, die einen Besuch wert sind. Moderne Sonderausstellungen, die man schon für sich selbst interpretieren kann oder wissenschaftliche Veranstaltungen und Workshops, wo die Besucher weitere neue Kenntnisse bekommen können. Zum Beispiel war die Grimmwelt ein Teil des Kasseler Atelierrundgangs, bei dem eine der 80 professionell bildenden Künstlerinnen und Künstler ihre Werke ausgestellt hat. Oder auch eine Ausstellung, die viele fantastische Wesen von den Märchen zeigt.
Auch die schönste Terrasse Kassels auf dem Dach der Grimmwelt bietet sich für schicke Lounge-Partys mit toller entspannender Musik und einem wunderschönen Blick auf die ganze Südstadt und die Umgebung an.

Die Sicht ist einfach you genießen

Fazit: Die Grimmwelt ist viel mehr als nur ein Museum. Sie ist ein Ort, wo jeder etwas persönlich für sich finden kann.






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Kommentare

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Klaus Baum am :

danke für den artikel

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