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JASON ISBELL and the 400 UNIT - Here We Rest

Egal wie es kommt, ganz gleich wie man's nimmt, die Hauptsache ist, dass das Cover stimmt! Nun insgesamt tut es das auch beim vorgestellten Album, aber betrachtet man sich die Sache von hinten, so mag man doch auf ganz unmusikalische Gedanken kommen, denn dort kommt der Meastro in glattem Banker-Outfit. Wer aber genau hinschaut, dem wird auffallen, dass das wohl eher nicht die Wallstreet ist. Und genau damit beginnt diese Geschichte des verdächtig nahe an einem Triple-A-Rating gelegenen Jason Isbell!
Ohne an dieser Stelle seine komplette Vita vorzustellen, wollen wir aber doch deutlich darauf hinweisen, das Jason Isbell und seine Leute aus dem Staate Alabama im tiefen Süden der USA kommt. Muscle Shoals, der Heimatort, hat knapp 13.000 Einwohner und ist weit weg von Wall Street, Aufschwung und der Aufmerksamkeit von Uncle Sam. Ein idealer Platz um auszuruhen, eben. - Man kann also ohne Übertreibung vermuten, dass dort das Leben in sehr geordneten Bahnen verläuft. Wenn da nicht die Musik-"Industrie" des Ortes wäre. (Die Beschäftigung damit ist hoch interessant, soll hier aber auch nicht weiter verfolgt werden.)

Einer von diesen, geprägt von einem unglaublichem Quantum an "on the road", Sensibilität für die Seelen seiner Mitmenschen und voller Melancholie und Fantasie in der Umsetztung seiner Kritik ist Jason Isbell. Musikalisch ist das für unsere Ohren schnell überzeugend. Die amerikanische Form von Kritik aber ist uns durchaus nicht leicht eingängig. Das ist schade. Schade auch, dass das vorliegende Album auf fast jedes weitere Wort inkl. der Songtexte verzichtet. Dem interessierten Leser sei deshalb die entsprechende Webseite mit den Lyrics empfohlen.

Herr Isbell und seine Unit spielen Country-Folk-Rock der gehobenen Art. Neben Jason an Gesang und Gitarre, schlägt auch Browan Lollar solche Saiten, wenn er nicht gerade ein CD-Cover gestaltet. Derry DeBorja haut auf die Tasten und Jimbo Hart ergreifft den Bass. Chad Gamble trommelt.

Gleich im einleitenden Alabama Pines wird der Reichtum von Word und Klang deutlich. Eine Fiddle, gespielt von Pearl Shires, lässt die südstaatliche Hitze flirren. Jason verkündet: "I needed that damn woman like a dream needs gasoline." - Ist das nur ein amerikanischer?



Weiter geht's mit kräftigem Rock und Go It Alone. Die beiden Gitarren umspielen den Gesang, rutschen dabei auch über die Saiten, die Tasten werden zu vollen, schwirrenden Akkorden gedrückt. Das Tempo hält sich ans Speedlimit. Aufbruchstimmung ist angesagt. We've Met besingt diese Zweisamkeit, die doch nicht viel mehr als verdoppelte Einsamkeit ist.

Codeine greift diese allgegenwärtige Macht der Sucht auf. Wie war das doch mit der Hoffnung, die zuletzt stirbt? Auch hier ein tolles Gefiddle. Das Schlagwerk wird vom Tamborin dominiert.



Stopping By schildert einen Hausbesuch bei Papa. Naja, ein paar Jahre sind vergangen seid dem letzten. Und Veränderung hat es auch gegeben. Einer von diesen wundervoll melancholischen Songs des Meisters.



Mit Daisy Mae gibt es ein akustisches Intermezzo. Auch für sie hat es nicht zur First Lady gereicht. The Ballad of Nobeard ist ein siebenundzwanzig Sekunden kurzer Auftakt in aller bester Zirkus-Manier für Never Could Believe. Und hier geht einmal mehr die Post ab: Boogie, Shuffle, Squaredance, Reggae, Rock, Dr. John, Mardy Gras und eine reichliche Portion gute Laune werden hier in viernullsechs abgefeiert. Dieses Lied volle Pulle auf'm Ackerschlepper und die Saat knallt durch!

Heart On A String lässt sich hier wieder anschauen. Und tanzen dazu natürlich auch.



Save It For Sunday und Tour Of Duty lassen wir einfach zum Selbstentdecken. Denn es macht ganz bestimmt viel Spaß, sich dieser Gesellen anzunehmen. Jason Isbell and the 400 Unit haben mit Here We Rest eines der seelenvollsten Alben mit Musik aus dem Süden der USA der jüngeren Vergangenheit heraus gebracht. Eine ganz starke Überraschung! (Lightning Rod Records | Blue Rose Records)


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