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KRAAN - Diamonds

Mit ihrem nunmehr dritten Album seit 2003 haben Hattler und die Wohlbrandt Jungs ihrer unendlichen Geschichte ein neues Kapitel hinzugefügt. Musik zwischen Ledersofa und Karabik-Strand, zwischen Wochenend-Hitze und Sonntags-Chill-out sind in eine umfangreiche Zahl von null/eins-Kombinationen gepresst. Doch ganz im Gegensatz zum eher in harten kubischen Formen auftretenden Kohlenstoff Originals sind diese Diamanten weich und fließend. Das nimmt ihrer Faszination aber nichts. Auf diesem Claim wird jeder Schürfer fündig, selbst wenn es beim einen oder anderen ein Geduldsspiel werden könnte. Die Schürflizenz vergibt Kraan!
53 Minuten für stilvolles easy listening verteilt auf 11 Titel ist schon mal eine ordentliche Sache. Wer dazu ein offenes Ohr für Nu-Jazz und Lounge-Musik hat, oder seine Wurzeln im seeligen deutschen Krautrock gründet, der sollte mal den Wellness-Drink warten lassen, den Sauna Termin verschieben und das Handy abschalten. Denn hier kommt die ultimative Klingelton-Alternative! Und die kann deutlich mehr als nur anklopfen und bimmeln. Jan Fride Wolbrandt schlägt zu - mal hart, mal zart, mal minimal, mal kolossal. Ein echter Rock Drummer eben. Da ist's auch egal, ob er die handwerklichen Fähigkeiten der beiden anderen begleitet oder ein rein elektronisches Klang-Erzeugnis.

Mit Hellmut Hattler sieht man sich gleichsam einem gewichtigen Stück deutscher Rockmusik-Geschichte gegenüber. Trotzdem und das tut gut, ist er keineswegs der Übervater in diesem Trio. Sein Bassspiel ist an Virtuosität, Einfaltsreichtum und Kompetenz kaum zu überbieten. Dabei ist sein Stil so persönlich, dass er damit dem Hörer immer wieder die Möglichkeit bietet, ihn wieder zu erkennen, ganz gleich, ob er 'einfach' nur Teil der Rhythmus Gruppe ist oder den Part der Melodie-Gitarre übernimmt. Ein Kritiker Kollege (Daniel Hauser) fand, das wie wir finden, schöne Bild: "Hellmut Hattler scheint auf seinem Bass beinahe zu reiten."

Und nicht zu vergessen Peter Wolbrandt. Neben den Sounds seiner Gitarren ist er auch für die Synthie-Klänge verantwortlich. Seine improvisatorischen Qualitäten sind oftmals nicht leicht zu erkennen, da sein Spiel eher minimalistisch über die Klangteppiche gelegt ist. In den beiden von ihm geschriebenen Titel Ring My Bell und Am Hafen kommt dann auch die Krautrock Vergangenheit der Band in ein attraktives zeitgemäßes Format. Das er auch in höchsten Tönen zu singen vermag, gibt seinem Spiel mitunter eine humorvolle Leichtigkeit, einfach wie Diamantenglanz, oder?

Für Promo Zwecke haben sie einen akustisch guten Video-Clip ins Netz gestellt. Bei der optischen Begleitung der Musik hätte aber ein wenig mehr Fantasie nicht geschadet.



So haben Kraan wieder ein einfalls- und abwechslungsreiches Album heraus gebracht. Kasseler freut dabei natürlich der Titel Ab nach Kassel besonders. Das waren aber auch schon exzellente Konzerte hier im Kuz Schlachthof mit Euch, meine Herren. Und ihr wisst ja aus diesen Besuchen selbst: dort ist immer auch die Atmosphäre für ein Live-Album und auf dem Weg liegen wir ja sowieso. Und wo sie live zu erleben sind, das findet man hier!(Bassball Recordings)



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Kommentare

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Helmut am :

Unvergessen: "Der Elektrolurch"!

Lüder Kriete am :

Der "Elektrolurch" bleibt zwar unvergessen, war aber von Guru Guru, wenn ich nicht irre.

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