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Imaginäres Wirtschaften

Mit wachsendem Grimm beobachte ich die Versuche, knallharte Praktiken auf Ethik umzustellen, also ein Hartei auf ein Weichei.
Das geht z.B. so: Man isst nicht mehr Lebensmittel und hat seinen Spaß dabei, sondern man isst "Ethic Food", d.h. die politisch korrekten Lebensmittel, bei denen man keine "Reue" mehr haben muss, sondern nur noch ein "gutes Gewissen". Zu diesem Zweck werden beispielsweise Zeitschriften wie der "Ethical Comsumer" im Großen Britannien (Blair > Irak) gegründet und US-Bücher wie "Shopping for a better world" erfolgreich verkauft. (Dies entnehme ich dem verdienstreichen Trendforschungs-Buch "Future Food" von Mag. Hanni Rützler).
Das scheint mir ein sinnenreiches Beispiel für den allgemeinen Trend zu sein, Wirtschaft zu moralisieren statt sie anders zu betreiben. Dieses Kapitel in der "Geschichte der Einbildungskraft" konnte Dietmar Kamper wohl noch nicht voraussehen. Immerhin hatte er vor etlichen Jahren bereits die Vorstellung, Imagination, die Polizei könnte in Zukunft vor dem Täter am Tatort sein. Mit den heutigen Sicherheitseinbildungen sind wir nah dran. Und was das Wirtschaften betrifft, so könnte man sich Folgendes vorstellen: Der Untergang der Titanic ist gar kein Ergebnis des tatsächlichen Zusammentreffens eines raffgierigen Reeders, seines willigen Kapitäns, mehrerer Klassen von Passagieren und einer superüberlegenen Technik mit einem bösartigen Eisberg (rough iceberg) gewesen, sondern nur ein Film. Ein Film, bei dem wir einmal alle im selben Boot saßen. Man braucht also nur einen anderen Film zu drehen, und alles ist wieder gut. Wir sitzen dann wieder alle im selben Boot - es gehen nur einige unter. An den Drehbüchern wird ja derzeit heftig gearbeitet. Hatte Colin Powell nicht Massenvernichtungswaffen gezeugt und Blair nicht gesagt: "Wir taten es, weil wir es konnten"? Yes we cood! - Das Wort "Drehbuch" bekommt seinen echt alten Sinn wieder...

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