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Hintergründiges zur Schliessung des Lufthansa-Call-Centers

Ausserhalb des Banksektors ist wohl kein Konzern in solchem Ausmass in den Genuss öffentlicher Subventionen gekommen wie die Deutsche Lufthansa AG. Der Konzern bedankt sich jetzt auf seine Art, - er verlagert Arbeitsplätze in Billig-Lohn-Länder.
Nach den Anschlägen vom 9. 11. waren viele Unternehmen in Schwierigkeiten geraten und suchten um Staatshilfe nach. Die rot-grüne Bundesregierung liess sie abblitzen, - nur die Deutsche Lufthansa AG durfte sich aus dem Steuersäckl bedienen. 70 Mio. Euro bekam der Konzern Direkthilfe, monatelang liess er seine Versicherungsprämien vom Finanzministerium begleichen. Und bis heute verschafft ein mit Bonus-Meilen gefütterter Sympathisantenkreis in Politik, Verwaltungen und Medien der Lufthansa und anderen Fluggesellschaften milliardenschwere Steuer-Privilegien.

Die Lufthansa ist, wie bei ihrer Privatisierung gewünscht, zu einem "Global Player" geworden. Und das bedeutet, dass Beratungs- und Buchungsdienstleistungen sukzessive in Billig-Lohn-Länder verlagert werden. Unter der Bezeichnung Air Accounting Center (AAC) betreibt die deutsche Fluggesellschaft solche Zentren bereits in Thailand, Mexiko und Polen.

Das AAC im polnischen Krakau, wo europäische Lufthansa-Kunden ausserhalb Deutschlands beraten werden, beschäftigt inzwischen über 300 sprachgewandte junge Polen, viele mit akademischem Abschluss. Die Brutto-Monatslöhne liegen zwischen 1850 und 2700 Zloty (=ca. 440 - 640 Euro). Im Arbeitnehmerforum der polnischen Website money.pl antwortete vor einigen Monaten ein "wm" auf die Frage nach den Arbeitsbedingungen bei der Lufthansa in Krakau. Die Arbeitsbedingungen im AAC mit Schwimmbad und Kinoraum seien gut. Doch leider erreiche man nicht einmal die Hälfte des Monatslohns eines Bauarbeiters.

Den Kasseler Lufthansa-Beschäftigten kann man insofern nur gratulieren, dass sie der fortgesetzten Lohndrückerei des staats-nahen Konzerns die Zustimmung verweigert haben. Auch viele junge Polen würden das sicher gern tun. Doch in unserem, auch dank EU, zum neoliberalen Musterstaat ausgebauten Nachbarland gibt es gerade für junge Akademiker oft nur eine Alternative zu solch miserabel bezahlten Jobs, - die Auswanderung. (Näheres: www.infoseite-polen.de)

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