Skip to content

Autobahnbau kommt zügig voran

Während der Bahn-Fernverkehr nach Thüringen und Sachsen Ende des Jahres auf 3 Zugpaare reduziert wird und mittelfristig vor der Einstellung steht, erhält Nordhessen zur Zeit zwei neue Autobahnverbindungen Richtung Osten.
Die A 38 durchquert den nördlichen Zipfel des Werra-Meissner-Kreises und führt über Nordhausen und Sanderhausen nach Halle. Sie ist im Westen beim Autobahn-Dreieck Drametal südlich von Göttingen an die A 7 angebunden. Nach Fertigstellung eines letzten Abschnitts zwischen Worbis und Bleicherode wird die A 38 Ende 2009 durchgängig befahrbar sein.

Die verkehrliche Bedeutung dieser sog. Südharz-Autobahn ist allerdings gering, weil ihr die Weiterführung nach Westen fehlt. Die erhofften regionalwirtschaftlichen Wirkungen sind bislang ausgeblieben. Nordthüringen und Sachsen-Anhalt verlieren weiterhin mehr Industrie-Arbeitsplätze als sie neu hinzugewinnen. Der Einzelhandel in den kleinen Städten entlang der Autobahn befürchtet den Abfluss von Kaufkraft in die Grossstädte.

Die neue A 44, die an der Autobahnabfahrt Kassel-Ost an die A 7 anschliesst, hat dagegen für den Strassengüterverkehr eine grosse Bedeutung. Mit ihrer Anbindung an die A 4 bei Eisenach und die bestehende A 44 Kassel-Ruhrgebiet schafft sie eine geradlinige Autobahnverbindung zwischen den wichtigsten Sonderwirtschaftszonen Mittelosteuropas und Nordrhein-Westfalen bzw. dem Benelux-Raum.

Der Bau der A 44 geht auf einen Beschluss der rot-grünen Landesregierung aus dem Jahr 1993 zurück. Um die seinerzeit noch verkehrspolitisch sensibilisierten Grünen zufrieden zu stellen, war ursprünglich auch ein Ausbau der Bahnstrecke Eisenach - Kassel - Paderborn vereinbart worden, was dann aber nie ernsthaft verfolgt wurde.

Von der A 44 wurde bislang nur ein kleines Teilstück bei Hess.-Lichtenau-Walburg fertiggestellt. Nordwestlich von Hess. Lichtenau frisst sich der Autobahnbau zur Zeit mit gigantischen Erdbewegungen, die an einen Braunkohle-Tagebau erinnern, durch die Landschaft. Für die anderen Abschnitte der Autobahn sind die Planungsarbeiten weitgehend abgeschlossen und wird für die nächsten Monate mit dem Planfeststellungsbeschluss gerechnet. Unabhängig von evtl. anhängigen Klagen versetzt dies die zuständigen Landesbehörden in die Lage, mit dem Bau zu beginnen.

Trackbacks

Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt

wolfgang zeidler am :

Ich frage mich warum die A 49 (an der seit 1970 herumgestückelt wird - wieviel Planfeststellungsverfahren gab es eigentlich ? )nicht endlich fertiggebaut wird!

Richard Kallok am :

Nachdem die "Krötenschützer" (HNA) vom BUND ja schon vor Jahren eine neue Trassenführung unter Meidung des Herrenwaldes erreicht hatten, lag die Bauverzögerung bei der A 49 wohl zuletzt an fehlenden Finanzierungszusagen des Bundes. - Aber das Finanzierungs-Problem dürfte sich ja jetzt erledigt haben. Im Zuge der Bankenkrise laufen die Gelddruckmaschinen der Bundesdruckerei auf Hochtouren. Wer würde heute noch von "Defizit-Kriterien", "Schulden-Notstand" und anderen unangenehmen Dingen reden wollen.

Kommentar schreiben

Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.
Um einen Kommentar hinterlassen zu können, erhalten Sie nach dem Kommentieren eine E-Mail mit Aktivierungslink an ihre angegebene Adresse.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

BBCode-Formatierung erlaubt
Formular-Optionen