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Kommt jetzt die IRE-Verbindung nach Eisenach und Paderborn?

Ab Dezember 2010 werden auf der Mitte-Deutschland-Verbindung nur noch drei IC-Zugpaare verkehren. Die weitere Fahrplanausdünnung auf dieser Strecke durch die DB konnte niemand überraschen. Auf den ersten Blick erstaunlicher ist da schon, dass der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) bislang keinerlei Bemühungen unternommen hat, die dann aus dem Fahrplan genommenen IC durch ein attraktives Angebot des Regionalverkehrs zu ersetzen, z. B. Interregio-Express-Züge.
Diese schnellen und komfortablen IRE`s fahren als IC-Ersatz heute bereits zwischen Dresden und Nürnberg, Stuttgart und Lindau, Berlin und Wittenberge. Weitere Bundesländer haben ihren Einsatz angekündigt.

Und in Nordhessen? Hier wurde der Zubringer-Zugverkehr von Kassel zur ICE-Linie Frankfurt-Fulda-Erfurt-Dresden nicht verbessert sondern verschlechtert. Statt der relativ schnellen RE-Züge der Deutschen Bahn setzt der NVV Cantus-Bummelzüge ein. Reisende, die einen ICE in Eisenach erreichen wollen, benötigen mit Cantus in die 75-km-entfernte Wartburg-Stadt annähernd 2 Stunden. In Bebra dürfen sie umsteigen und ansonsten ihre Heimatkunde-Kenntnisse auffrischen, denn Cantus hält genau an 23 Unterwegs-Bahnhöfen. Und zu verschiedenen Tageszeiten dürfen die Reisenden auf dem Weg nach Leipzig und Dresden den ICE-Umweg über Fulda wählen, was sich die DB natürlich gut bezahlen lässt.

Warum aber haben nordhessische Politiker und die hinter ihnen agierenden wichtigen Lobby-Gruppen so wenig Interesse an der Mitte-Deutschland-Bahnverbindung? Eine gute Schienenanbindung in alle Richtungen ist, wie auch auf dieser Seite mehrfach dargelegt, für den Wirtschaftsstandort Kassel doch bedeutsamer wie z. B. die Ausweisung neuer Gewerbegebiete.

Nun - Im Verkehrskorridor Kassel - Eisenach sieht sich die hiesige "Elite" einem anderen Projekt verpflichtet. Dort entsteht zur Zeit in Abschnitten die neue Autobahn A 44. Die ist als Gesamtprojekt noch lange nicht in "trockenen Tüchern". Einzelne Bauabschnitte werden weiterhin beklagt. Die Verkehrsprognosen, auf denen die Autobahnplanungen beruhen, sind veraltet und gingen ganz offensichtlich von einem viel zu grossen Verkehrsaufkommen aus. Da wäre es doch nicht gut für das Projekt A 44, wenn nach dem Platzen der Logistik-Blase, auch noch ein relevanter Teil des Personenverkehrs auf die Schiene abwandern würde. Und natürlich spielen auch die Planungen für den Flughafen Kassel-Calden eine Rolle. Denn 140 km östlich von Kassel befindet sich in Erfurt bereits ein bestens an das Bahnnetz angeschlossener Regionalflughafen.

Eine Interregio-Express-Verbindung wird es demnächst in vielen Teilen der Bundesrepublik geben, in Nordhessen aber wohl nicht. Hier wird weiterhin wirtschaftlicher Fortschritt daran gemessen, wieviele Quadratmeter Landschaft man unter Beton und Asphalt verschwinden lassen kann.













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