NVV will wieder die Fahrpreise erhöhen
Trotz offenkundig sinkender Fahrgastzahlen werden sowohl der Rhein-Main-Verkehrsverbund als auch der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) Ende des Jahres die Fahrpreis wieder anheben. Das geht aus einer Pressemeldung des Verkehrsclubs Deutschland, Landesverband Hessen, (VCD) hervor.
In der in der zweiten Juni-Woche verbreiteten Erklärung betont VCD-Sprecher Greiner, dass "die vorgebrachten Argumente für das weitere Anziehen der Tarifschraube willkürlich sind". Im letzten Jahr seien für die Preiserhöhungen vor allem die explodierenden Energiekosten verantwortlich gemacht worden, in diesem Jahr sei es die angebliche Steigerung der Personalausgaben. Für die zwischenzeitlich gesunkenen Energiekosten habe es für die Fahrgäste aber keinen Ausgleich gegeben.
Tatsächlich hat gerade der NVV in den letzten drei Jahren bei den Fahrpreisen besonders heftig zugelangt. Im Verhältnis zu vergleichbaren Verkehrsverbünden wie dem Göttinger SNV oder dem Verkehrsverbund Braunschweig sind die NVV-Fahrpreise Spitze. Ausserhalb der Tarifzone Kassel-Plus reichen auf manchen Relationen die Fahrpreise des NVV bereits an die Taxi-Preise heran, zumal aufgrund der merkwürdigen Tarifgestaltung die Fahrgäste auch für fahrplanbedingte Umwege mitzahlen.
Bei sinkenden Benzinpreisen sind inzwischen wieder Fahrgäste auf das Auto umgestiegen. In den Lossetalgemeinden, wo die Vorzeigelinie 4 ausserhalb des Stossverkehrs von Auszehrung bedroht ist, musste der NVV erst vor einigen Wochen eine aufwendige Werbekampagne mit Hochglanzprospekten in alle Haushaltungen betreiben.
Die Tarife des NVV sind inzwischen längst ein Objekt sachfremder politischer Einflussnahme geworden. Das deutschlandweit einmalige Tarifangebot "Nordhessen 60plus" mit Preisermässungen zwischen 70 und 80 % gilt als Geschöpf der Seniorenorganisationen der "Volksparteien". Die merkwürdigen Auslappungen der Tarifzone Kassel-Plus (das 19 km von der Stadtgrenze entfernte Obermeiser gehört dazu, dass 8 km enfernte Wellerode nicht) dokumentieren den Wohnort einflussreicher Politiker aber nicht irgendeine verkehrspolitische Sinnhaftigkeit.
Verkehrspolitische Konzeptionen, deren Ziel eine Stärkung des ÖPNV wären, sind in Nordhessen nicht mehr auszumachen. Das Vorzeigeobjekt Regiotram begeistert angeblich immer noch irgendwelche Verkehrsexperten in entfernten Regionen, nur eben die Kasseler Fahrgäste nicht. Die Leerfahrten der schweren Fahrzeuge zur Leipziger Strasse und zum Auestadion schlagen sich bei den Verkehrsträgern nicht nur in einem dicken Plus bei den laufenden Betriebskosten nieder, sie setzen auch das betroffene Schienennetz einem erhöhten Verschleiss aus. (s. auch meinen früheren Artikel zum Thema "Regiotram").
Der NVV investiert gern. In Eschwege lässt er z. Zt. mit Bundes- und Landesmitteln eine neue Bahnstrecke vom Bahnhof Eschwege-West ins Stadtzentrum bauen, ein glaubwürdiges Konzept für die Auslastung der von und nach Eschwege verkehrenden Züge gibt es aber nicht. Tatsächlich glaubt niemand daran, dass z. B. der Verkehr nach Kassel, und der ist weit bedeutsamer als der nach Göttingen, in grösserem Umfang auf die Bahn sich verlagern wird. Denn die direkte Bahnverbindung nach Kassel wurde 1985 stillgelegt und Teile der alten Trasse werden zur Zeit durch den Autobahn-Neubau der A 44 überbaut. Wer mit der Bahn vom Mittelzentrum Eschwege ins Oberzentrum Kassel will, muss auch nach Fertigstellung der Eschweger Strecke einen sehr weiten Umweg in Kauf nehmen und darf in Eichenberg umsteigen.
Beim NVV ist es Zeit für einen Neuanfang. Das Ausscheiden des bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden Schlitzberger könnte ein Signal sein. Die Fahrgäste und nicht die wirtschaftlichen Interessen Dritter sollen im Mittelpunkt stehen.
Tatsächlich hat gerade der NVV in den letzten drei Jahren bei den Fahrpreisen besonders heftig zugelangt. Im Verhältnis zu vergleichbaren Verkehrsverbünden wie dem Göttinger SNV oder dem Verkehrsverbund Braunschweig sind die NVV-Fahrpreise Spitze. Ausserhalb der Tarifzone Kassel-Plus reichen auf manchen Relationen die Fahrpreise des NVV bereits an die Taxi-Preise heran, zumal aufgrund der merkwürdigen Tarifgestaltung die Fahrgäste auch für fahrplanbedingte Umwege mitzahlen.
Bei sinkenden Benzinpreisen sind inzwischen wieder Fahrgäste auf das Auto umgestiegen. In den Lossetalgemeinden, wo die Vorzeigelinie 4 ausserhalb des Stossverkehrs von Auszehrung bedroht ist, musste der NVV erst vor einigen Wochen eine aufwendige Werbekampagne mit Hochglanzprospekten in alle Haushaltungen betreiben.
Die Tarife des NVV sind inzwischen längst ein Objekt sachfremder politischer Einflussnahme geworden. Das deutschlandweit einmalige Tarifangebot "Nordhessen 60plus" mit Preisermässungen zwischen 70 und 80 % gilt als Geschöpf der Seniorenorganisationen der "Volksparteien". Die merkwürdigen Auslappungen der Tarifzone Kassel-Plus (das 19 km von der Stadtgrenze entfernte Obermeiser gehört dazu, dass 8 km enfernte Wellerode nicht) dokumentieren den Wohnort einflussreicher Politiker aber nicht irgendeine verkehrspolitische Sinnhaftigkeit.
Verkehrspolitische Konzeptionen, deren Ziel eine Stärkung des ÖPNV wären, sind in Nordhessen nicht mehr auszumachen. Das Vorzeigeobjekt Regiotram begeistert angeblich immer noch irgendwelche Verkehrsexperten in entfernten Regionen, nur eben die Kasseler Fahrgäste nicht. Die Leerfahrten der schweren Fahrzeuge zur Leipziger Strasse und zum Auestadion schlagen sich bei den Verkehrsträgern nicht nur in einem dicken Plus bei den laufenden Betriebskosten nieder, sie setzen auch das betroffene Schienennetz einem erhöhten Verschleiss aus. (s. auch meinen früheren Artikel zum Thema "Regiotram").
Der NVV investiert gern. In Eschwege lässt er z. Zt. mit Bundes- und Landesmitteln eine neue Bahnstrecke vom Bahnhof Eschwege-West ins Stadtzentrum bauen, ein glaubwürdiges Konzept für die Auslastung der von und nach Eschwege verkehrenden Züge gibt es aber nicht. Tatsächlich glaubt niemand daran, dass z. B. der Verkehr nach Kassel, und der ist weit bedeutsamer als der nach Göttingen, in grösserem Umfang auf die Bahn sich verlagern wird. Denn die direkte Bahnverbindung nach Kassel wurde 1985 stillgelegt und Teile der alten Trasse werden zur Zeit durch den Autobahn-Neubau der A 44 überbaut. Wer mit der Bahn vom Mittelzentrum Eschwege ins Oberzentrum Kassel will, muss auch nach Fertigstellung der Eschweger Strecke einen sehr weiten Umweg in Kauf nehmen und darf in Eichenberg umsteigen.
Beim NVV ist es Zeit für einen Neuanfang. Das Ausscheiden des bisherigen Aufsichtsratsvorsitzenden Schlitzberger könnte ein Signal sein. Die Fahrgäste und nicht die wirtschaftlichen Interessen Dritter sollen im Mittelpunkt stehen.
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Martin Reuter am :
Richard Kallok am :