Regiotram: Einweihungsfeier und ungelöste Probleme
Am kommenden Samstag wird der Nordhessische Verkehrsverbund (NVV) die neue Regiotram-Station Kassel-Kirchditmold mit buntem Programm und Freifahrten einweihen. Für die Kirchditmolder bringt sie auf der DB-Trasse eine superschnelle Verbindung in die Innenstadt. Doch auch die schöne Feier bei wahrscheinlich sonnigem Wetter wird nicht darüber hinwegtäuschen können: Das Regiotram-Konzept ist dringend überarbeitungsbedürftig.
Die RT-Linien 3 , 5 , 9 aus Warburg, Melsungen und Treysa verkehren zwischen dem Kasseler Stadtzentrum und ihren Wendestellen am Auestadion (3) bzw. der Leipziger Strasse (5 und 9) weitgehend als Geisterbahnen. Bei einer an unterschiedlichen Wochentagen und zu unterschiedlichen Tageszeiten von mir durchgeführten kleinen privaten Zählung lag die Sitzplatzauslastung zwischen Stern und Leipziger Strasse bei 20 Fahrten nie über 50 %, bei 17 der 20 Fahrten aber unter 20 %. Zwischen Rathaus und Auestadion sieht es auf der Linie 3 i. d. R. nicht viel besser aus.
Die Ursache des sehr geringen Fahrgast-Zuspruchs ist zum einen in dem unzureichenden, teilweise unterbrochenen Fahrplan-Takt der RT`s zu sehen. Zum anderen hat sich die Vorstellung als falsch erwiesen, die RT`s könnten auf den stark frequentierten Straba-Ästen Frankfurter-Str. - Baunatal und Leipziger-Str. - Kaufungen - Hess. Lichtenau für Entlastung sorgen. Warum soll auch jemand z. B. im Nachmittagsverkehr von der Innenstadt mit der Regiotram zum Leipziger Platz fahren, obwohl er oder sie weiss, dass beim Umstieg in die Straba-Linie 4 dort mit Sicherheit nur ein Stehplatz wartet, während der Zustieg in die 4 in der Innenstadt immerhin die Chance auf einen Sitzplatz eröffnet.
Wieviel die Quasi-Leerfahrten den NVV monatlich kosten, ist für den Aussenstehenden nur schwer einzuschätzen. Aber die Summe dürfte beträchtlich sein. Doch was ist zu tun? RT 3, 5 und 9, wie bereits RT 4, einfach über den Königsplatz und den Innenstadtring führen, ist wohl nur möglich, wenn die Straba-Linien 4 und 8 auf die Trasse über den Scheidemannplatz verlegt würden. Aber dagegen würden sich nicht nur deren Fahrgäste wehren, die direkt in die Königsstrasse wollen, sondern auch die Umsteiger, die über Königsplatz und Rathaus andere Straba-Linien erreichen wollen.
Das Fazit ist einfach: Kassel braucht einen zweiten Innenstadtring und der kann nur über Brüderstrasse - Steinweg - Frankfurter Strasse führen. Diese Verbindung zwischen Altmarkt und "Trompete" würde endlich auch eine direkte Straba-Verbindung zwischen dem Norden und Süden Kassels schaffen. Warum soll eine der zentralen Verkehrsachsen Kassels auch länger ÖPNV-freie-Zone bleiben, obwohl an ihr wichtige öffentliche Einrichtungen liegen (Regierungspräsidium, Naturkundemuseum, Staatstheater, Gerichte) und von ihr aus alle wichtigen Punkte der Innenstadt leicht zu erreichen sind?
O.k., o.k. - Der Autoverkehr müsste zwei Fahrstreifen abgeben. Das wird in einer Stadt, in der die geplante Ersetzung eines schmuddeligen Fussgängertunnels durch einen oberirdischen Fussgänger-Überweg wegen der damit verbundenen Einschränkungen für den Kfz-Verkehr von der Monopolzeitung schon mal als "grober Unfug" gebrandmarkt werden kann, sicher nicht einfach durchzusetzen sein. Aber die Forderung steht an. Und jede leere Regiotram auf dem Weg zur Leipziger Strasse oder zum Auestadion wird für ihre Durchsetzung werben.
Die Ursache des sehr geringen Fahrgast-Zuspruchs ist zum einen in dem unzureichenden, teilweise unterbrochenen Fahrplan-Takt der RT`s zu sehen. Zum anderen hat sich die Vorstellung als falsch erwiesen, die RT`s könnten auf den stark frequentierten Straba-Ästen Frankfurter-Str. - Baunatal und Leipziger-Str. - Kaufungen - Hess. Lichtenau für Entlastung sorgen. Warum soll auch jemand z. B. im Nachmittagsverkehr von der Innenstadt mit der Regiotram zum Leipziger Platz fahren, obwohl er oder sie weiss, dass beim Umstieg in die Straba-Linie 4 dort mit Sicherheit nur ein Stehplatz wartet, während der Zustieg in die 4 in der Innenstadt immerhin die Chance auf einen Sitzplatz eröffnet.
Wieviel die Quasi-Leerfahrten den NVV monatlich kosten, ist für den Aussenstehenden nur schwer einzuschätzen. Aber die Summe dürfte beträchtlich sein. Doch was ist zu tun? RT 3, 5 und 9, wie bereits RT 4, einfach über den Königsplatz und den Innenstadtring führen, ist wohl nur möglich, wenn die Straba-Linien 4 und 8 auf die Trasse über den Scheidemannplatz verlegt würden. Aber dagegen würden sich nicht nur deren Fahrgäste wehren, die direkt in die Königsstrasse wollen, sondern auch die Umsteiger, die über Königsplatz und Rathaus andere Straba-Linien erreichen wollen.
Das Fazit ist einfach: Kassel braucht einen zweiten Innenstadtring und der kann nur über Brüderstrasse - Steinweg - Frankfurter Strasse führen. Diese Verbindung zwischen Altmarkt und "Trompete" würde endlich auch eine direkte Straba-Verbindung zwischen dem Norden und Süden Kassels schaffen. Warum soll eine der zentralen Verkehrsachsen Kassels auch länger ÖPNV-freie-Zone bleiben, obwohl an ihr wichtige öffentliche Einrichtungen liegen (Regierungspräsidium, Naturkundemuseum, Staatstheater, Gerichte) und von ihr aus alle wichtigen Punkte der Innenstadt leicht zu erreichen sind?
O.k., o.k. - Der Autoverkehr müsste zwei Fahrstreifen abgeben. Das wird in einer Stadt, in der die geplante Ersetzung eines schmuddeligen Fussgängertunnels durch einen oberirdischen Fussgänger-Überweg wegen der damit verbundenen Einschränkungen für den Kfz-Verkehr von der Monopolzeitung schon mal als "grober Unfug" gebrandmarkt werden kann, sicher nicht einfach durchzusetzen sein. Aber die Forderung steht an. Und jede leere Regiotram auf dem Weg zur Leipziger Strasse oder zum Auestadion wird für ihre Durchsetzung werben.
Kommentare
Ansicht der Kommentare: Linear | Verschachtelt
Anonym am :
In stadtauswärtiger Richtung verkehren die RTs häufig mit zu niedriger Besetzung, weil sie nicht an den gleichen Haltestellen wie die Trams abfahren (Königsstraße). In Gegenrichtung ist das Problem entsprechend weniger gravierend.
Wenn der Knoten Obervellmar ausgebaut ist, kann ein 15-Min-Takt zwischen Innenstadt und der Harleshäuser Kurve hergestellt werden. In der Innenstadt kann der Fahrtweg dann wegen Umlauf- und Fahrplanbedingungen eigentlich nur über Fünffensterstraße - Königsplatz verlaufen. Im weiteren Abschnitt muss dann ein sinvoller Fahrtweg gefunden werden, der nicht länger als 13 Minuten pro Richtung dauert. Dann ist zumindest die Auslastung von der RT3 und RT4 sichergestellt.
Langfristig wäre eher eine Achse Scheidemannplatz - Kölnische Straße - Königsplatz - Entenanger - Altmarkt sinnvoll. Dann ließen sich alle RTs und die Trams 4 und 8 auf dieser zweiten ZENTRALEN (Im Gegensatz zum Steinweg) Innenstadtachse bündeln und der Königsplatz bliebe ein Knoten.
Patrick
Richard Kallok am :
Robert am :
Apropos Auestadion: Meiner Einschätzung nach könnte die RTs 3 und 5 eine Entlasung in der Frankfurter Straße bewirken, wenn eine der Linien durch die Königsstraße führe und der Endpunkt nicht das Auestadion, sondern später wäre; die Tram 5 wird eigentlich erst an der Dennhäuser Straße merklich leerer.
Trotzdem mag ich die RT und fahre auch innerhalb des Stadtgebiets gerne damit – weil sie leerer und ruhiger sind.
fritz tabu am :
Bezinsteuer z.B. um 800% rauf und davon den gesamten öffentlichen Bahnverkehrt zum Nulltarif.
Züge voll.
Umwelt gut. Abgase massiv reduziert
und der Blechirrsinn reduziert sich.