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Parallelaktion: Neben der Freischreib-Zeitung die „Freisprechanlage“

Seit dem 22.1.2006 gibt es vierzehntägig und immer sonntags eine neue Sendung im Freien Radio Kassel, die „Freisprechanlage“. Nächster Termin: 28.5.
Über Daten, Konzept und bisherige Erfahrungen…
Macher:
Gertrud Salm und Martin Reuter
Frequenzen: Kabel 97,8 MHz UKW 105,8 MHz
Zeit: 18-19 Uhr
Nächste Termine: 28.5., 11.6., 25.6.
undsoweiter bis uns vielleicht die Freisprechluft ausgeht


Konzept:
Initiatorin und Initiator laden Gäste ein, mit denen sich – nur durch die Sendezeit von einer Stunde begrenzte – Themen aus der eigenen und der fremden Lebenswelt live aussprechen lassen. Wie der Name schon sagt, soll so frei wie möglich gesprochen oder auch ein Sich-frei-Sprechen provoziert werden.
„Anlage“ deutet an, dass es dabei auch um etwas Technisches geht. Man spricht zwar im Studio unmittelbar und live, aber das geht natürlich über das Medium des Hörfunks an die Öffentlichkeit. Schon der technische Apparat mit den Mikros, Abspielmaschinen und Reglerknöpfen mischt beim Sprechen mit. Und die öffentliche Vermittlung auch. Das ist schon ein kompliziertes System mit vielen Wechselwirkungen.
Allerdings kann es sich dieser „freie“ Hörfunk erlauben, nicht nach den Gesetzen zu funktionieren, denen kommerziell betriebene Medien unterworfen sind. Medienredaktionen und ihre Apparate richten sich auf möglichst hohe Nutzerzahlen; dazu sind sie gezwungen, so aktuell, Aufsehen erregend, Prominenz-förderlich, unterhaltsam und informativ wie möglich zu sein. Außerdem muss man sich in Printmedien an knappe Plätze und in audiovisuellen an die Grenzen der Zeit und der „Sendeformate“ halten.
Diese Zwänge werden bei uns entweder umgangen, direkt bearbeitet, aufgehoben oder beseitigt. Zunächst durch die einfache Regel, dass die Themen aus unserer Lebenswelt stammen und nach unserer Meinung für die anderer Menschen interessant, vielleicht sogar wichtig sein können.
Das ist ein Heimspiel mit mindestens einem/einer Fremden. Es gibt eine Themenvorgabe, die spontan, assoziativ, improvisierend gesprochen wird. Denn nach unseren Vorkenntnissen und der Erfahrung mit den Sendungen ist diese besondere Form der Kommunikation gar nicht so einfach. Schon aus den privaten Gesprächen ist bekannt, dass man der Sprache oft gar nicht „mächtig“ ist. Da sind die möglichen Unverständnisse, Missverständnisse, Streitereien, Kämpfe, Abweichungen, Umleitungen, Themaverfehlungen, Störungen der Kommunikation. Pannen gehören zur Sendung.
Es geht oft auch um Intimitäten. Das öffentliche Sprechen ist je nach Subjekt verschieden schwer. Einige Gäste möchten daher anonym bleiben; neulich sagte jemand ab, weil er nach der Zusage seine Furcht entdeckte. Die „Freisprechanlage“ ist also eher eine Übung in etwas, was es so noch nicht gibt; eine Art Zusammensetzung, Versammlung, assemblage von Menschen und Dingen. Wir hatten und haben daher auch Schwierigkeiten, unser „Format“ zu kennzeichnen. Dabei wird es bleiben, bis uns und der Öffentlichkeit dazu etwas einfällt. (Über das Studio-Telefon, dessen Nummer wir jeweils am Anfang durchsagen, nehmen wir gerne Bemerkungen und Beiträge entgegen.)

Bisher wurde gesprochen über: Religion, Beziehungskiste, Tod, Coli-Bakterien, den „Missbrauch der Zwischentöne“ (d.h. über ‚modernes’ Musik-Komponieren), Fachwerkhäuser in Nordhessen (und ihre Besitzer), „Multikulti und die neuen deutschen Lager“, Anpassung (Über die Nashörner). Das mag etwas planlos und surrealistisch aussehen. Es scheint uns aber, dass damit die „Lebenswelt“ der in und gegen die Gesellschaft lebenden Menschen in weiten Teilen ganz gut charakterisiert ist. Weil die Themen aus diesem Bereich kommen, geht ihre mögliche Zahl gegen unendlich.

Die Gäste bringen Musikstücke oder Ähnliches mit, das sie gerne hören, und sagen damit auch etwas über ihre Vorlieben und ihre Person. Die Sendungen werden von uns noch einmal nachgehört und auf Erfolge und Misserfolge im Projekt „Freies Sprechen“ hin ausgewertet. Darüber berichten wir von Zeit zu Zeit in einer „Selbstbeschau“.

Wer sich für eine Teilnahme interessiert, oder ein Thema auf dem Herzen oder schon auf der Zunge hat, oder auch nur Anregungen geben möchte, möge seinen/ihren Anteil nehmen.

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helmut am :

freischreibzeitung find ich gut!

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