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"Wir zahlen nicht für Eure Krise!"

Über 60 Teilnehmer fanden sich am gestrigen Samstag im Kasseler Scheidemann-Haus zu einer u. a. von der GEW und Attac organisierten Konferenz über die Auswirkungen der Finanzmarktkrise ein. Ihr gemeinsames Anliegen ist auch Motto einer Grossdemonstration am 28.3. in Frankfurt: "Wir zahlen nicht für Eure Krise!"
Im ersten Teil der Konferenz trug der emeritierte Marburger Politik-Professor Georg Füllberth seine Sicht der jetzigen Krise vor. Füllberth geht nicht von einer existenziellen Krise des Kapitalismus aus. Er glaubt vielmehr, dass der Kapitalismus analog zu den grossen Krisen nach 1873 und 1929 wieder mit rigiden politischen Einschnitten und evtl. auch einer "militärischen Lösungsstrategie" sich aus dieser Krise befreien wird.

In der nachfolgenden Diskussion wurde vor allem auf die Besonderheiten der jetzigen Krise unter den Bedingungen der Globalisierung hingewiesen, die den kapitalistischen Hauptländern möglicherweise eine Auslagerung der Krisenfolgen in die peripheren Länder erschweren wird. Der Staat als "Bankenretter" könnte angesichts des Ausmasses der Krise überfordert sein und die gigantische öffentliche Neuverschuldung könnte sogar zu einer Krisenverschärfung führen.

Der zweite Teil der Konferenz war der Frage gewidmet, wie es mit der Organisierung des Widerstands gegen eine Überwälzung der Krise auf Arbeitnehmer, Rentner und Arbeitslose weitergehen kann. Dabei war die Absicht vieler Teilnehmer und Teilnehmerinnen erkennbar, aus der Konferenz einen längerfristigen Diskussionszusammenhang entstehen zu lassen. Bereits am nächsten Samstag (7.3., 13.00, Scheidemann-Haus) soll es eine Folgeveranstaltung geben.

Als dringlich wird zur Zeit aber vor allem die Mobilisierung für die Demonstration am 28.3. in Frankfurt angesehen. Von Kassel aus sollen sowohl Busse gechartert als auch eine Mitfahrgelegenheit mit der Bahn (Hessenticket) angeboten werden. Da Grossorganisationen, wie der DGB, sich nicht an der Demonstration beteiligen und möglichst viele Menschen auch mit geringem Einkommen für eine Teilnahme gewonnen werden sollen, hofft man auf Spenden von Einzelpersonen und Gruppen.

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