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CHRISTOPH SCHELLHORN - Left To Listen

Österreich hat nun ja seine große Kompetenz für zeitgenössische Musik schon seit über hundert Jahren abgegeben. Glücklicherweise gibt es aber immer wieder sehr gelungene Beispiele, aus der musikalischen Tradition des Landes hinaus in die Welt zu gehen. Den Weg der Jodelvirtuosen und Folksmusikhelden wollen wir hier aber nicht verfolgen. - Uns geht es vielmehr um die Tradition der akustischen Gitarre und die zeitgemäße Interpretation verschiedener Stile. Ein gelungenes Beispiel hierfür ist der junge Gitarrist und Songwriter Christoph Schellhorn.
1983 in Schwoich bei Kufstein in Tirol geboren begann Christoph schon früh Gitarre zu spielen. Sein Vater war sein erster Lehrer. Autodidaktisch wurden verschiedene Techniken erprobt und das Spielen in "Open Tuning" geübt. Als die Zeit für die Lehrjahre reif war, zog es ihn zu Größen wie dem leider viel zu früh verstorbenen Chris Jones, Jacques Stotzem oder dem überrageden österreichischen Fingerstyle-Spezialisten Peter Ratzenbeck.
Die Solo CD Left To Listen läßt sich grob in zwei Kategorien einteilen: Eigene Kompositionen und Interpretationen anderer Künstler. Schellhorn bedient sich dabei unterschiedlicher Ansätze. Neben einem Solo Instrument gibt es auch Stücke, in denen er bis zu drei akustische Gitarren übereinander schichtet. Niemals um billig Effekte zu erhaschen, sondern immer um die Vielfalt seines Könnens unter Beweis zu stellen.
Die eigenen Left To Listen, Leo, Liquid Sunshine und das Traditional Trouble In Mind zeigen deutlich die Handschriften der großen Lehrer, allen voran den Einfluß des genialen Peter Ratzenbeck. Wie dieser verfügt Christoph Schellhorn über ein erstklassiges Fingerpicking. Ebenso sicher ist er im Einsatz von Flageoletts.
Und ebenso dieser hinreißende Einsatz des Slide-Effekts! Interpretationen wie Jesus Just Left Chicago (ZZ Top), Mississippi Kid, Walking Blues oder Vigilante Man (schön, dass Woody Guthries Lied über den Mann von der Bürgerwehr nicht völlig vergessen ist - man schau bloß mal ganz aktuell nach Italien!) zeigen ihn als sicheren Blues Interpreten. Frei nach dem Motto: nimm einen guten Song und mach ihn besser. Da braucht es nicht mal einen Bart.
Weitere Referenzen erweist der Schüler den Lehrern: Just A Game Without You und The Paris Song von Kieran Halpin, dem gefühlten Europameister der akustischen Schlaggitarre, mit dem er schon manches Konzert gespielt hat. Und mit einer großen Verbeugung vor dem 2005 verstorbenen "Meister aller Klassen", Chris Jones, dessen Stücke Cold Creature, und Slow Roll Christoph Schellhorn dem Publikum übergibt. Bleiben Freeman, und Underground. Zwei Songs, die sich vorbehaltlos in die treffliche Stimmung der CD integrieren.
Christoph Schellhorn ist mit Left To Listen ein wirklich überzeugendes Gesellenstück gelungen. Allen, die Lust haben "von Anfang an dabei" zu sein sei diese CD sehr empfohlen. Eine Wertanlage der ganz besonderen Art. (Eigenproduktion)

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